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Buildering_Sport_16-09-18.jpgBuildering

Das kennen nur Insider: buildering, klettern an öffentlichen und privaten Gebäuden. Ein aufregender Klettersport mitten in der Stadt. Dieser Trendsport erobert immer mehr die Metropolen Deutschlands und der Welt. Sie erobern Häuser, Brücken und Mauern: Viele Kletter- und Boulder-Fans suchen den Kick direkt vor der eigenen Haustür. Mitten in der Stadt. Buildering nennt sich das, manchmal auch Urban Climbing oder Urban Bouldern – und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Die Vorteile liegen dabei einleuchtend: Man braucht kein Auto und muss keine stundenlangen Fahrten auf sich nehmen, um in ein Klettergebiet zu gelangen. Geklettert wird im Freien und nicht in einer stickigen, überfüllten Kletterhalle, die – je öfter man dort war – zudem an Reiz verliert. Auch muss der abenteuerlustige Kletterer kein Geld ausgeben, denn die Climbing-Attraktionen findet er direkt vor der Haustür – er muss sie nur entdecken.

Buildering kann auf eine lange Geschichte zurückblicken

Buildering ist keineswegs neu, sondern hat eine lange Geschichte. Die älteste Dokumentation ist über 120 Jahre alt. 1895 erklomm der Kletterer Geoffrey Winthrop Young das Dach der Universität Cambridge. Nicht als erster Student, aber als erster, der es dokumentierte. Vor dem Boom der Indoor-Kletterhallen war Buildering bei vielen Kletterern etabliert.

Schließlich standen den Kletterfans damals nicht die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung wie heute. Später geriet das Buildering etwas in Vergessenheit. Alain Robert brachte den Sport sogar in Verruf: Der französische Spider-Man genannte Robert bestieg Wolkenkratzer, Kirchen und vieles mehr – jedoch meist illegal und teilweise lebensgefährlich.

Buildering – ist das überhaupt erlaubt?

Bevor es also an das Erklimmen von Hausfassaden geht, sollte man sich zuerst mit den rechtlichen Grundlagen vertraut machen. Da ist die Lage relativ klar: Buildering ist nicht verboten. Es gibt kein Gesetz, das Klettern an Gebäuden verbietet. Aber selbstverständlich muss sehr stark darauf geachtet werden, dass man beispielsweise an Privatgebäuden nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis buildern darf. Man darf natürlich keinen Hausfriedensbruch begehen. Auch denkmalgeschützte Gebäude sind tabu.

Ebenfalls gilt es, immer sein Umfeld im Blick zu haben. An einer Hauptverkehrsstraße zu klettern, ist zum Beispiel keine gute Idee, da dadurch Autofahrer abgelenkt werden können. Natürlich sollte man auch keine Gehwege mit seinen Bouldermatten blockieren. Beachtet man diese Dinge und geht aufmerksam zu Werke, sind die Risiken grundsätzlich die gleichen wie beim Klettern. Wird man dann doch gebeten, mit der Kletterei aufzuhören, sollte man diesem Wunsch auch nachkommen.

Buildering – wo darf ich das?

Öffentliche Gebäude, Brücken, Mauern, Uferbefestigungen, Unterführungen – das alles bietet sich zum Klettern an. Wo ist Buildering verboten? Privatgebäude ohne vorherige Erlaubnis sind tabu. Ebenso denkmalgeschützte Gebäude. Auch sollten viel befahrenden Straßen (wg. Behinderung des Straßenverkehrs) vermieden werden.

Kletterparadies direkt in der Stadt

So lassen sich gute Buildering Spots finden: Jeder der dem Klettersport verfallen ist kennt wohl dieses Phänomen: Man läuft durch die Stadt und entdeckt an Brückenpfeilern, Mauern oder Gebäuden sofort Kletterrouten. Im Grunde sind der Fantasie bei der Suche nach guten Spots keine Grenzen gesetzt.

Gerade Mauern, Uferbefestigungen oder Brücken bieten mit ihren vorhandenen Strukturen die besten Kletter-Voraussetzungen für jeden Schwierigkeitsgrad und Wissensstand. Ähnlich wie beim Bouldern können die Routen oft kurz, kraftintensiv und in Absprunghöhe sein. Aber auch längere Routen in größeren Höhen, wie zum Beispiel Brücken, eignen sich zum Buildern.

Einfach drauflos klettern sollte man aber natürlich nicht. Zunächst gelten natürlich die bereits erwähnten rechtlichen Einschränkungen. Spuren hinterlassen oder das Gebäude sogar beschädigen, sind aber ebenso absolute No-Gos und können hinterher für Ärger sorgen. Deshalb muss man genau abwägen. Weiß gestrichene Fassaden sollten tabu sein. Ebenso wie Natursteine, die bereits von Pflanzen bewachsen sind.

Viele Builderer raten auch dazu, Spots mit hohem Publikumsverkehr zu meiden. Die Innenstadt zu umgehen, hat verschiedene Vorteile: Die Wahrscheinlichkeit, mit Menschen in einen Konflikt zu geraten, die dem Buildern ablehnend gegenüberstehen, ist geringer und das Risiko, mit seiner Kletterei andere zu behindern oder gar in Gefahr zu bringen schwindet.

Tipps für gute Buildering-Spots: Große Städte eignen sich am besten

Grundsätzlich sind eher die großen Metropolen zum Buildering geeignet. Zu den zehn bestens Spots zählen: München, Stuttgart, Halle/Leipzig, Mainz/Wiesbaden, Frankfurt am Main, Köln, Berlin, Hamburg, Dresden, Göttingen.

München zählt etwa schon länger zu den Hochburgen; in der bayrischen Hauptstadt wurden auch schon mehrere Wettkämpfe ausgetragen. Hier bieten sich viele kleinere und größere Brücken an, zum Beispiel die Wittelsbacher Brücke. Sie bietet durch ihre Struktur nicht nur verschiedene Schwierigkeitsgrade, sondern auch ein herrliches Setting direkt an der Isar. Aber: Ohne (mindestens eine) Matte geht hier nichts.

Wo findet man Gleichgesinnte?

Der DAV ist auch ein guter Anlaufpunkt um Gleichgesinnte zu finden. So sind zum Beispiel die Jugendgruppen des DAV in Mainz sehr aktiv und organisieren immer wieder Buildering-Treffen in der Stadt.