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BSC_1804.JPGVernetzt und komfortabel unterwegs

Schon der erste Tag der größten Camping- und Reisefahrzeugmesse zeigte es: trotz teilweise Regenschauer versammelte sich die Campinggemeinde in den Düsseldorfer Messehallen. Zu bestaunen gab es viele neue Produkte. Weltbewegendes lies sich aber nicht finden. Denn die Branche leidet unter Kapazitätsengpässen: die Produktionsmöglichkeiten sind voll ausgeschöpft. Die Produktionsabläufe werden optimiert, die Innenaufteilung von Wohnwagen und Reisemobilen lediglich verändert präsentiert. Neu ist manchmal lediglich die Fahrzeugbezeichnungen mit kryptischen Zahlen- und Buchstabenkombinationen. So bleibt keine Zeit um Revolutionäres zu präsentieren.

Die größten Sorgen der Camper sind und bleiben die umgesetzten oder angedrohten Fahrverbote in Städten. Auch die Diesel-Problematik – darf ein EURO 5 Fahrzeug noch in die Innenstadt – ist in der Branche weiterhin eine Never-ending-story. Auch das große Thema Stellplatz ist noch nicht richtig angegriffen. Zwar bringt der Deutsche Tourismus Verband (DTV) eine neue Planungshilfe. Doch das ändert – noch – nichts am aktuellen Stellplatzmangel.

Der Caravan Salon Düsseldorf, die weltgrößte Messe rund um den mobilen Urlaub, kann neue Rekordzahlen vorweisen. Der diesjährige Caravan Salon vom 25. August bis 2. September 2018 ist so groß wie nie zuvor. In 13 Hallen und auf dem Freigelände des Düsseldorfer Messegeländes präsentieren sich 600 internationale Aussteller mit insgesamt 130 Caravan- und Reisemobilmarken – auf über 214.000 Quadratmetern sind über 2.100 Freizeitfahrzeuge ausgestellt. Schon am ersten Wochenende zählte die Messegesellschaft 75.000 Besucher (2017 = 70.000 und 2016 = 60.000).

Der Caravan Salon ist für Besucher und Aussteller weiterhin das Highlight des Jahres und ist unbestritten das Schaufenster der Brancheninnovationen. Die ausgezeichnete Stimmung in der Caravaningbranche mit Rekordzahlen bei Neuzulassungen und Besitzumschreibungen lassen uns voller Optimismus auf die diesjährige Messe blicken“, sagt Stefan Koschke, Director des Caravan Salon. Ob Mini-Caravan mit Schlafstätte und Kochgelegenheit auf wenigen Quadratmetern oder rollendes Luxusmobil – in Düsseldorf ist alles zu sehen, was der Markt zu bieten hat. Bewährte Grundrisse und Fahrzeugklassiker sind dabei ebenso beliebt wie die neuen Modelle und Baureihen für die kommende Saison. Schon für Budgets ab 5.000 Euro sind kleine, einfach ausgestattete Mini-Caravans zu haben; nach oben sind bei den individuell gefertigten Luxusreisemobilen und Luxuscaravans kaum Grenzen gesetzt.

Die Anforderungen, die heutige Kunden an ihr Reisemobil oder ihren Caravan stellen, sind höchst unterschiedlich. Zum einen werden kompakte Fahrzeuge immer beliebter. Diese sind agiler und leichter zu bewegen und daher auch für den Alltag oder einen Städtetrip geeignet. So machen ausgebaute Kastenwagen inzwischen fast die Hälfte der Reisemobilproduktion aus und haben die mittelgroßen teilintegrierten Modelle an der Spitze abgelöst. Zum anderen möchte der Camper von heute beim Komfort keine Abstriche machen, entsprechend steigt die Nachfrage nach Komfortoption wie breitere Aufbautüren, Ausstattungsextras und elektronischen Helfern. So sind inzwischen fast alle Geräte im Freizeitfahrzeug über ein zentrales Bedienpanel sicher und intuitiv steuerbar und die Füllstände der Batterien und Wassertanks abrufbar – oftmals per Smartphone.

Variable Innenraum-Gestaltung und modernes Design

Auch bei der Innenraum-Gestaltung sind die Kunden anspruchsvoll. Die Fahrzeug-Hersteller bieten immer mehr Modelle mit immer variableren Grundrissen an. Die Verwendung von elektrisch bedienbaren Hub-Betten, meist über den Fahrersitzen angeordnet, ermöglicht völlig neue Grundriss-Varianten. So fand die aus dem Caravan bekannte große Rund-Sitzgruppe im Heck auch Einzug in Reisemobile. Um das Fahrzeuginnere modern, hell und luftig zu gestalten, blicken die Hersteller auch über den Tellerrand hinaus und lassen sich von Interior-Designern inspirieren oder entwickeln zusammen mit Licht-Spezialisten innovative Beleuchtungskonzepte.

Innovative Leichtbaulösungen zur Gewichtseinsparung

Doch viele Features bringen ein Mehr an Gewicht mit sich. Erschwerend kommt bei Reisemobilen im wahrsten Sinne des Wortes hinzu, dass die Basisfahrzeuge wegen immer mehr Ausstattung und Assistenzsystemen, die Fahrkomfort und Sicherheit erhöhen, ohnehin an Gewicht zugelegt haben. Durch die EU-Führerschein-Reform dürfen mit dem Pkw-Führerschein nur Fahrzeuge bis 3,5t bewegt werden. Es ist also sinnvoll, unter dieser Grenze zu bleiben. Bei Caravans liegt eine Herausforderung darin, dass viele Verbraucher zunehmend kompakte Pkw mit begrenzter Anhängelast fahren. Daher setzen die Hersteller immer neue Leichtbauweisen ein. Dabei bleibt es nicht beim Austausch schwerer Materialien durch leichtere Alternativen.