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ASC_7373.JPGCaravan Salon gestartet

Die weltgrößte Caravan Ausstellung startet zuversichtlich. Überall wird von vollen Auftragsbüchern gesprochen. Gerade die hochpreisigen Anbieter wie Concorde melden schon zu Messebeginn den Ausverkauf der Produktion der kommenden Saison 2017/18. Rückblickend auf die gerade zu Ende gegangene Saison wurden im Luxussegment 20% mehr Fahrzeuge verkauft. Auch für das kommende Geschäftsjahr rechnen die Aschbacher mit einem Plus von 9%. Mehr geht nicht, weil die aktuelle Produktionskapazität wieder vollständig ausgelastet ist.

War schon die gerade abgelaufene Saison 2016/17 mit einem Rekord an verkauften Wohnmobilen mit 10 % und Wohnwagen mit 5 % und (rund 55.000 Fahrzeuge insgesamt) zu Ende gegangen. Für 2017 werden rund 60.000 Neuzulassungen in beiden Kategorien erwartet.

Apropos Produktionskapazitäten: um die Nachfrage zu bewältigen, werden Werke von den großen Anbietern gekauft um Volumenmodelle zu produzieren. Wie ein Anbieter meldet, der noch nicht genannt werden möchte, wird er eine bisher stillgelegte Produktionsstätte in Südeuropa aktivieren, um seine Fahrzeuge zu produzieren.

Über 2.000 Fahrzeuge sind in den Düsseldorfer Messehallen anzuschauen. Da verliert der geneigte Interessent und Interessentin schnell den Überblick. Auch ist für einen Einsteiger die Entscheidungsfindung sehr schwierig: welches Fahrzeug soll es denn sein? In der Starterwelt gibt es dazu Tipps und Anregungen, worauf geachtet werden soll.

Doch für Neuentwicklungen ist momentan keine Zeit. Das zeigt schon die Messegesellschaft im Claim für die Messe: Nach „das Fenster zur Welt“ kommt nun „das neue Fenster zur Welt“. In der Innenausstattung der Fahrzeuge werden weiterhin Holz- und Komposit-Produkte für denAusbau verarbeitet. Diese Materialien sind schwer. Hier muss endlich ein Umdenken stattfinden. So wird bedauerlicherweise ein wichtiges und entscheidendes Thema der Zukunft, der Leichtbau, immer noch nicht richtig in Angriff genommen. Denn damit lässt sich Gewicht und Kraftstoff sparen. Erste Ansätze waren nicht in Düsseldorf sondern im beschaulichem Bad Kissingen auf der Allrad-Messe zu entdecken; abgesehen vom der Leichtbaucaravan-Studie Coco vom Anbieter Dethleffs. Doch in Bad Kissingen wurden Fahrzeuge gezeigt, die schon im Einsatz und gekauft werden können.

Allrad ist ein weiteres Thema. Nach zaghaften Versuchen in 2016 bieten nun viele Aufbauspezialisten Kastenwagen mit Allrad-Technik an; aber auch hier sind es meist nur Studien. Abgesehen von den Spezialisten wie Bliss (Niederlande) oder Bimobil (Deutschland), die für ihre Allrad-Konzepte bekannt sind.

E.Mobilität hält auch im Reisemobil Einzug. Gemeinsam mit Iveco präsentiert Dethleffs das E-Home. Die aufgeklebten Solar-Panelle zeigen, dass hier noch viel Arbeit zu leisten ist.

Doch das erste Wochenende des Caravan Salon bestätigte die gute Stimmung in der Caravaningbranche. Über 70.000 Besucher (2016 = 55.000) kamen laut Messegesellschaft an den ersten drei Tagen zur weltgrößten Messe für mobile Freizeit. Über 600 Aussteller präsentieren noch bis zum 3. September in 13 Hallen und auf dem Freigelände Reisemobile und Caravans jeder Größe und Preiskategorie, außerdem Basisfahrzeuge, Zubehör, technisches Equipment, Ausbauteile, Zelte, Mobilheime, Campingplätze, Reisemobilstellplätze sowie Reisedestinationen.

Ein Thema war immer wieder zu hören: was ist mit der Diesel-Problematik? Wie sind die Aufbauhersteller damit bisher umgegangen, was soll passieren? Laut Hermann Pfaff vom Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD) werden hier laufend Gespräche mit den Fahrzeugherstellern geführt. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Wie Händler berichten, hält das Kunden vom Kauf produzierter Fahrzeuge mit EURO 5 zurück. Im Markt ist davon noch ein großer Bestand vorhanden. Hier bedarf es endlich einer politischen Entscheidung, um Kunden nicht zu verunsichern.

Ein größeres Problem sind die vorhandenen bzw. besser formuliert nicht vorhandenen Stellplätze. Dem CIVD fehlt da im Moment eine Übersicht, ob überhaupt und wo Stellplätze fehlen. Doch wer häufiger unterwegs ist, kommt immer wieder zu überfüllten Camping- und Wohnmobilstellplätzen. In vielen touristisch attraktiven Orten sind keine Stellplätze vorhanden oder Wohnmobilisten werden nach auswärts verband. Handlungsbedarf drängt sich auf. Vom CIVD wurde mitgeteilt, dass auch hier Gespräche laufen. Das reicht nicht. Hier muss schnell gehandelt werden. Sonst bricht der Boom in dieser Branche an so einem Problem ein. Das wäre sehr schade für diese „schönste Art des Reisen“.