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DSC_0438.JPGAusverkauft!

Camping ist in! So scheint es jedenfalls. Am Wochenende öffnete der Caravan Salon in Düsseldorf die Tore und 55.000 Besucher ließen sich trotz extremer Hitze in die Hallen und auf das Freigelände locken. Klagte die Caravan Branche vor ein paar Jahren noch über Absatzprobleme, so hat sich das Vorzeichen komplett ins Positive gedreht. Überall „klagten“ die Hersteller über die ausverkaufte Produktion. Bei Luxus-Wohnmobilen beträgt die Lieferzeit mindestens ein Jahr; alle anderen Hersteller geben momentan eine Lieferzeit von neun Monaten an. Aber nur dann, wenn der potentielle Interessent sich noch in den nächsten Tagen entscheidet. Spätere Lieferung nicht ausgeschlossen.

Woran liegt´s, dass die Nachfrage nach Reisemobilen und Wohnwagen so stark gestiegen ist? Genauere Untersuchungen liegen nicht vor, so wurde innerhalb der Redaktion ein wenig aus den Berichten und Analysen aus anderen Branchen wie Sport, Outdoor, Tourismus, Automobil u.ä. zusammengetragen.

Reiseweltmeister Deutschland möchte weiterhin gern verreisen. Konnten sich früher nur weniger als 50% der Deutschen überhaupt eine Urlaubsreise finanziell leisten, so verreisen heute über 85% ein oder mehrmals im Jahr. Dabei verlieren die klassischen Urlaubsformen wie 14 Tage oder länger an Zuspruch. Die Reisen werden deutlich kürzer. Manchmal wird auch nur das Wochenende für eine Städtereise z.B. nach Rom oder Paris genutzt. Doch aufgrund der unsicheren politischen Lage scheiden vielfach früher gern genutzte Destination aus. Darüber hinaus ist aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage, der hohen Erwerbsquote und weiterer positiven Entwicklungen Urlaubsdeutschland für andere Urlaubsformen (wieder) offen. Das ist z.B. in der Entwicklung einer besonderen Campingform, dem Glamping, zu beobachten (zusammengesetzt aus den Wörtern "Glamourous" und "Camping"). Nicht nur in Deutschland erfreut sich diese Urlaubsform regen Zuspruch. Individualität – schon bei verschiedenen Autobauern seit einigen Jahren zu beobachten – befördert dann auch die Entwicklung im Reisemobilbau. Denn, bis auf wenige „Sondermodelle“, ist das Reisemobil eine Einzelanfertigung nach Kundenwunsch. Und wer so sein eigenes Mobil hat, nutzt es auch entsprechend häufiger. Durchschnittlich fährt der Reisemobilist rund 12.000 km pro Jahr. Das ist mehr als der gemeine Autofahrer oder die Autofahrerin den Tacho drehen lässt. Daraus kann geschlossen werden, dass mehr und intensiver Urlaubreisen mit dem Mobil unternommen werden.

Die Trips in Wohnmobilen oder mit dem Wohnwagen sind beliebt wie nie zuvor. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 27.182 Wohnmobile und 15.357 Wohnwagen neu zugelassen ; vor zwei Jahren waren es gerade einmal die Hälfte. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der Caravan Salon Düsseldorf (27. August bis 4. September), in diesem Jahr seiner 55. Ausgabe so groß ist wie noch nie sich präsentiert. 590 Aussteller zeigen auf mehr als 210.000 Quadratmetern ihre Produkte, darunter allein 2100 Camping-Fahrzeuge.

Besonders gefragt sind alltagstaugliche Mobile. So sind VW Transporter T6, Mercedes Vito, Ford Transit oder Renault Trafic und Master gefragte Basismobile; sogenannte Van. Der König unter den Freizeitfahrzeugen ist aber der Fiat Ducato mit seinen baugleichen Schwestermodellen der PSA Gruppe (alle im gleichen Werk gebaut; aber mit unterschiedlichen Motoren bestückt).

Über weitere Entwicklungen im Fahrzeugbau werden wir berichten. Die Messe läuft noch bis zum 4.9. Am zweiten Wochenende kommen dann auch die „Fußgänger“ auf der TourNatour zu ihrem Recht. Reisen zu Fuß oder mit anderen Verkehrsmitteln steht auf dem Programm. Wir werden berichten.