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CEBIT_Karriere_16-04-18.jpgTalente gesucht

Die Suche nach Arbeitskräfte geht in Deutschland ungehindert fort. Wer nicht bei drei auf dem Baum ist, hat schon einen Arbeitsvertrag unterschreiben müssen. So stellt es sich jedenfalls manchmal dar. Dass es heute so ist, das Fachkräfte fehlen, liegt zum Teil an der mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Vergangenheit. Heute werden die Fehler von vor 10, 20 Jahren deutlich sichtbar. Denn da gab es z.B. im Handwerk Meister und Gesellen, die zwischen 40 und 50 Jahren alt waren, aber zwischen Auszubildenden um die 18 und ihnen fehlten Fachkräfte im Alter dazwischen.

Heute streben diese Gesellen und Meister dem Rentenstand. Doch wie geht es weiter, wenn der deutsche Wirtschaftsboom wie bisher von Höhepunkt zu Höhepunkt streben will?

Die CEBIT geht dabei einen eigenen Weg und erfindet sich neu: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft gelingt. Dabei spielt der Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle, den in vielen Unternehmen geht es um Nachwuchs, Talente und Fachkräfte, die händeringend gesucht werden. Nun will die Messe Unternehmen und Bewerber zusammen bringen und hofft damit den Relaunch der Messe zu meistern.

Deutschlands Digital-Unternehmen haben nach Angaben des Interessenverbandes BITKOM mehr als 55.000 freie IT-Jobs zu vergeben – und sie finden keine Bewerber. Doch wo sollen sie herkommen? Selbst Berufseinsteigern zahlen sie Spitzengehälter. Besserung für die Wirtschaft ist nicht in Sicht – mehr als die Hälfte der befragten ITK-Unternehmen erwartet sogar, dass sich das Problem verschärfen wird. Die größte Lücke melden Software-Anbieter und IT-Dienstleister mit 20.800 offenen Stellen.

Iden gibt es viele: Um den Fachkräftemangel zu lindern, fordert der Bitkom eine bessere Aus- und Weiterbildung und mehr Frauen in der IT-Branche. Auch ein Zuwanderungsgesetz, das den Einsatz ausländischer Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt erleichtert, sollte endlich auf den Weg gebracht werden. Erwünscht ist vor allem Know-how in den Bereichen Big Data, Industrie 4.0, Cloud Computing und Security. Im Rennen um die besten Köpfe hat der Mittelstand häufig das Nachsehen. Dabei sind hier in nächster Zeit sogar Chefpositionen zu besetzen: Bis 2019 stehen in Deutschland 240.000 Unternehmensnachfolgen an, viele davon in der IT-Branche.

Die Messe hat sich nun auf die Fahnen geschriben, hierbei zu helfen. Mit ihrem neuen Konzept will die Veranstaltung attraktiv für junge Zielgruppen und wechselbereite IT-Experten. Das Format Job Format soll den Bewerbern die Chance, persönlichen Kontakt zu möglichen Arbeitgebern aufzunehmen und das berufliche Netzwerk zu erweitern. Ein Programm aus Vorträgen, Workshops und interaktiven Veranstaltungen informiert über Karriere-, Weiterbildungs- und Branchentrends.