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Camping_und_Caravaning_04-01-19.jpgUnabhängiges Reisen

Urlaub und Reisen gehört für uns Deutsche ganz eng zusammen. Dabei bleiben wir nicht nur in unserer Heimat, nein es geht weit über die bundesdeutschen Grenzen hinaus. Bei Fernreisen wird häufig das Flugzeug genutzt. Aber auch der eigene PKW ist das Transportmittel innerhalb Deutschlands und in den angrenzenden Nachbarländern. Eine ganz besondere Art des Reisen ist mit dem eigenen oder geliehenen Wohnmobil und dem Wohnwagen. Immer mehr Mitbürger nutzen diese besondere Art des unabhängigen Reisens: dort stehen bleiben, wo es gefällt und weiterreisen, wenn weitere Ziele locken. So ist es nicht verwunderlich, dass die Caravaning-Branche boomt. Immer mehr Menschen verbringen den Urlaub in ihrem rollenden Eigenheim. Zwischen Januar und November 2018 wurden laut Caravaning Industrie Verband in Deutschland über 69.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen: 23.693 Wohnwagen (plus 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und 45.397 Reisemobile (plus 15,6 Prozent).

Damit wächst auch der Bedarf an Stellplätzen für Reisemobile und Wohnwagen, wenn die Reisenden mit ihren Fahrzeugen Städtetrips unternehmen oder die Plätze auf der Durchreise für ein oder zwei Übernachtungen nutzen wollen. Im Umkehrschluss entsteht für Städte und Gemeinden ein zusätzlicher Tourismusbaustein.

Seit vier Jahren bringt die CMT, die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, Caravaner und Touristiker, Campingplatzbesitzer und politisch Verantwortliche beim sogenannten Stellplatz-Gipfel zusammen. Experten geben wertvolle Tipps für Bau, Gestaltung und Betrieb von Reisemobil-Stellplätzen, präsentieren Praxisbeispiele und liefern aktuelle Marktdaten. Ergänzt wird das Angebot um eine begleitende Ausstellung: Hersteller und Dienstleister zeigen alles, was es für einen modernen Stellplatz braucht – von der Abwasserentsorgung über Kassensysteme bis hin zu Sanitäreinrichtungen.

Kommunen verpassen Tourismus-Trend“

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) will nun seine neue Planungshilfe zum Stellplatzbau vorstellen. Damit gibt er Kommunen und privaten Investoren ein Tool an die Hand, um den entstanden Engpass bei den Stellplätzen entgegen zu treten.Nach Ansicht des Verbandes verpassen die Kommunen einen Aufwärtstrend im Deutschland-Tourismus, der sich in den vergangenen Jahren abzeichnet. So wie seinerzeit der boomende und regelrecht explodierende Markt der Fernbusse an den Kommunen vorbei gegangen ist und nun mühsam mit hohen Investitionen ein wichtiges touristisches Marktsegment wieder erobert werden muss, so nimmt der Caravaningmarkt mit enormen Verkaufszahlen insbesondere bei den Reisemobilen eine stetige Aufwärtsentwicklung. Mit der steigenden Anzahl der Motorcaravans steigt auch die Nachfrage nach entsprechender und adäquater Infrastruktur. Auch wenn bundesweit über 3600 Stellplätze bereit stehen, so zeichnen sich doch in touristischen Hotspots zur Hauptreisezeit Engpässe ab. Über eine halbe Million Reisemobile, im Inland zugelassen, verlangen geradezu nach ausreichender Stellplatzinfrastruktur. Hinzu kommen natürlich noch Reisemobilsten aus den Nachbarländern.

Denn Caravaning ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Reisemobilisten nutzen nicht nur die Stellplätze zum Übernachten, sie nutzen vielmehr die touristische Infrastruktur und Angebotsvielfalt drum herum. Sie gehen shoppen, nutzen die Gastronomieangebote und sind auch kulturell vielfach sehr interessiert. Reisemobilisten geben 50,50 Euro pro Person und Tag in den jeweiligen Zielgebieten aus. Insgesamt generieren Reisemobilsten außerhalb von Campingplätzen bei ihren Übernachtungen 1,33 Milliarden Euro Umsatz. Dieses sind nachgewiesene Kennziffern einer aktuellen Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München von Januar 2018.

Dabei rechnen sich kostenpflichtige Reisemobilstellplätze für Kommunen ab einer bestimmten Größenordnung und einer entsprechenden Auslastung pro Standplatz. In attraktiven Destinationen kommen Stellplätze im Ganzjahresbetrieb teilweise auf eine Auslastung von bis zu 60 Prozent. Eine aktuelle Planungshilfe für Reisemobilstellplätze des Deutschen Tourismusverbandes, dem Dachverband der Tourismusorganisationen in den Ländern, Regionen und Kommunen, hält Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsberechnungen vor.

Dabei reicht es nicht mehr aus, nur noch reine Stellflächen ohne Ausstattungsmerkmale als Reisemobilstellplätze auszuweisen. Versorgungs- und Entsorgungsanlagen sind mittlerweile geläufig auf den modernen Stellplätzen und werden von den Reisemobilsten gerne angenommen und genutzt, bis hin zu Sanitäreinrichtungen. Wobei letztere meist nicht erforderlich sind. Denn die Fahrzeuge sind mit – fast – allen erdenklichem Extras ausgestattet.