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Stress_gefhrdet_Gesundheit_23-10-18.jpgDauerstress gefährdet

Ja, ja, Sie wissen es ja alle schon: wer zu viel Stress hat gefährdet seine Gesundheit. Doch warum schreiben wir von luckx – das magazin denn nun auch noch darüber? Ganz einfach: wir wollen Sie als unsere Leserinnen und Leser behalten. Wir wissen auch aus unseren Leseanalysen, dass Gesundheitsthemen bei Ihnen allen sehr gefragt sind. Doch wir wollen Ihnen nicht mit einer Gesundheitskeule sagen, was Sie tun müssen bzw. lassen sollten. Dazu sind Sie selbst sehr gut in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb sammeln wir Infos, die wird mit diesen Zeilen gern an Sie weitergeben. So kann zum Beispiel mit Ausdauersport und Hobbys gezielt einem Dauerstress vorgebeugt werden. Doch das darf dann nicht zu einem Freizeitstress ausarten. Ein Teufelskreis: denn in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit sind wir ständigen Überforderung und Überreizung ausgesetzt. Diese können den Körper unter chronischen Stress setzen. Wenn er nicht ausgeglichen wird, droht eine Entgleisung des natürlichen Hormongleichgewichts – mit negativen Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Neben Schlafstörungen und Beeinträchtigungen des Denkvermögens gehören auch schwerwiegende Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck oder Krebs zu den möglichen Folgen. Ist der Stresshormon-Regelkreis erst einmal nachhaltig gestört, kann seine Erholung Monate bis Jahre dauern.

Stress ist gut

Stress ist eine natürliche und zunächst positive Reaktion des Körpers zur Bewältigung von Belastungssituationen. Über eine Aktivierungskette, die vom Hypothalamus, einem Abschnitt des Zwischenhirns, über die Hirnanhangsdrüse bis zu den Nebennieren reicht – die sogenannte Stressachse – bewirkt er die Freisetzung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus der Nebennierenrinde ins Blut. Diese Hormone helfen dem Körper, den gesamten Organismus mit allen Systemen auf „Angriff“ oder „Flucht“ einzustellen und Höchstleistungen zu erbringen: so steigen Blutzuckerspiegel und Blutdruck, und alle Sinne sind aktiviert.

Nebenwirkungen

Chronischer, langanhaltender Stress ohne ausreichende Entspannung führt hingegen zu einer Überlastung des Organismus. „Der Körper läuft ständig auf Hochtouren“, sagt Professor Dr. med. Jörg Bojunga, Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE). „Dauerhaft hohe Adrenalin- und Cortisolspiegeln im Blut können deshalb früh zu Schlafstörungen und Depressionen führen.“ Gleichzeitig stören die hohen Stresshormonspiegel die Regelkreise anderer Hormonsysteme im Körper. So habe die chronische Aktivierung der Stressachse eine hemmende Wirkung auf die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Die Folge: sexuelle Unlust bei Mann und Frau. Frauen leiden zudem unter Zyklusstörungen bis hin zum unerfüllten Kinderwunsch. „Stress kann bei Frauen den Eisprung beeinträchtigen.“ Durch die Verbindungen der Stresshormonachse mit Regelkreisen des Immunsystems schwäche zu viel Cortisol zudem das Immunsystem. „Dies kann Infekte, Wundheilungsstörungen und Krebs begünstigen“, so Bojunga, stellvertretender Klinikdirektor und Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie, Diabetologie, Ernährungsmedizin der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Frankfurt. Zudem wirke sich zu viel Cortisol negativ auf den Stoffwechsel aus und fördere die Einlagerung von ungesundem Bauchfett.

Doch Stress lässt sich nicht immer vermeiden. „Menschen, die häufig einer erhöhten Stressbelastung ausgesetzt sind, sollten deshalb wissen, wie sie damit umgehen, um dennoch gesund zu bleiben“, sagt Professor Dr. med. Sven Diederich, Vizepräsident der DGE und Ärztlicher Leiter Medicover Deutschland. Und nicht jeder reagiere gleich auf chronischen Stress: „Veranlagung, problematische Biographien, etwa Missbrauch in der Kindheit, und aktuell belastende Lebensereignisse begünstigen eine Störung der Stressachse“, ergänzt der Endokrinologe.

Was tun?

Entsprechend können persönliche Lösungsstrategien zur Stressbewältigung sehr unterschiedlich aussehen. „Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass jeder Mensch Raum für Auszeiten vom Stress haben muss, um herunterzukommen“, betont Bojunga. Denn sei das System erst einmal gestört, bräuchte es oft lange, bis es sich wieder erholt. Techniken zur Stressprävention und -bewältigung könnten erlernt werden. Zudem empfiehlt er, jede Gelegenheit zur Bewegung zu nutzen – sei es auf dem Weg zur Arbeit und Schule oder beim täglichen Einkauf. „Körperliche Verausgabung in vernünftigem Rahmen baut ganz nebenbei Stresshormone ab.“ Auch die Beschäftigung mit Hobbys senke den Stresspegel und stelle das natürlich Gleichgewicht wieder her.