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Wohnmobil_campanda_Wohnmobiltipps.jpgDie erste Reise

Wer schon einmal eine Reise im Wohnmobil gemacht hat, konnte das Reisen als Freiheit und Abenteuer erleben. Damit ist nicht die Reise mit dem sechsrädrigen allradgetriebenen geländegängigen LKW gemeint. Auch mit einem Multivan von Volkswagen oder Opel lässt sich die Freihait auf Rädern so richtig genießen. Aber mit einfach den Motor anlassen und schon beginnt das Abenteuer ist es nicht getan. Zwar ist dieses Gefühl der Freiheit genau das, was den Reiz am Urlaub im Camper ausmacht und warum Camping im Trend liegt. Millionen von Menschen machen jedes Jahr eine Tour im Wohnmobil und es werden stetig mehr, die sich für die erste Reise z.B. im Mietcamper entscheiden.

Damit der erste Roadtrip im von geliehenen Camper aber auch wirklich zum entspannten Urlaub wird, hat luckx – das magazin Tipps und Tricks für Wohnmobilneulinge zusammengestellt.

Fahrer gesucht

Viele Menschen sind verunsichert, wenn es um die Fragen geht, unter welchen Bedingungen denn eigentlich ein Wohnmobil gefahren werden darf und vor allem, welcher Führerschein dafür benötigt wird. Grundsätzlich dürfen alle fahrtüchtigen Personen mit gültigem Führerschein mit dem Camper in den Urlaub starten. Je nach Reiseland, Wohnmobil und Vermieter gibt es jedoch eventuell Sonderregelungen, die es zu beachten gilt.

Allgemein gesprochen, bedeutet dies für gewöhnlich: Alle Personen ab dem 21. Lebensjahr, die im Besitz eines gültigen EU-Führerscheins Klasse III bzw. B sind, dürfen ein Wohnmobil mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen fahren. Das Fahren größerer Modelle erfordert hingegen einen Führerschein der Klasse C1. Oftmals gibt es zusätzliche Altersbeschränkungen, sodass viele Vermieter das Führen dieser Wohnmobile erst ab 25 Jahren und mit mindestens einem Jahr Fahrpraxis gestatten. Es empfiehlt sich hier vorab mit dem Vermieter Rücksprache zu halten, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Qual der Wahl: Das richtige Wohnmobil mieten

Das richtige Modell für den ersten Campingtrip zu finden, ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen unter anderem Reiseziel, Personenanzahl, Budget, Urlaubstyp oder die Frage, ob du womöglich mit Kindern oder Haustieren reist.

Vollintegrierte Wohnmobile eignen sich vornehmlich für Paare oder aber Familien mit größeren Kindern. Sie sind vergleichsweise teuer, dafür aber oft luxuriöser und komfortabler ausgestattet als andere Campermodelle. Meist wird für diese Wohnmobile ein Führerschein der Klasse C1 benötigt. Etwas kompakter, dafür jedoch günstiger und mit einem B-Führerschein zu fahren, sind teilintegrierte Wohnmobile. Sie sind ähnlich komfortabel wie die vollintegrierten und bieten meist Platz für bis zu vier Personen.

Alkoven-Camper eignen sich besonders für Familien und größere Gruppen

Wer mit Kindern und Haustieren reist, ist mit Alkoven-Campern gut beraten. Sie bieten für gewöhnlich mehr Schlafplätze als andere Wohnmobiltypen. Das zusätzliche Alkovenbett sorgt für mehr Freiraum im Inneren des Campers. Häufig können die Schlafbereiche hier zudem voneinander getrennt werden.

Kastenwagen sind oft einfacher ausgestattet als ihre großen Verwandten. Dafür sind sie wendiger und deshalb praktischer im Stadtverkehr. Wer es im Urlaub also auf die eine oder andere Metropole abgesehen hat und ohnehin nur zu zweit oder zu dritt verreist, der ist mit einem Kastenwagen gut beraten.

Auch spontane Urlauber brauchen einen Plan

Auch wer gern spontan ins Abenteuer startet, kommt nicht umhin ein Mindestmaß an Planung zu betreiben. Je nachdem, wohin die Reise geht und wie lang sie dauert, müssen bestimmte Dinge vorab durchdacht werden. Denn nicht immer und überall kann man sich einfach treiben lassen.

Geht es beispielsweise nur zum Campingplatz im Nachbardorf, ist die Planung schnell abgeschlossen. Abgesehen von einer groben Kostenschätzung, dem passenden Camper sowie einer Stellplatz Reservierung gibt es hier nur wenig zu tun.

Bei Fernreisen und langen Roadtrips sieht die Sache hingegen schon anders aus. Wie bei anderen Fernreisen auch solltet ihr die folgenden Dinge in der Theorie durchgehen, bevor ihr euer Vorhaben in die Praxis umsetzt:

Wieviel Budget benötige ich für meine Reise?

Welche Fixkosten fallen an, welche variablen Kosten?

Was ist die richtige Reisezeit für meine Wunschtour?

Wie wird meine Route in etwa aussehen?

Benötige ich Flugtickets?

Muss womöglich ein Visum beantragt werden?

Werden zusätzliche Versicherungen benötigt?

Ist für mein Reiseziel zusätzlicher Impfschutz erforderlich?

Besser mit Plan starten

Bereits vor der Reise sollte man sich einen Überblick verschaffen, welche Kosten abgesehen von der Fahrzeugmiete anfallen. Insbesondere Benzinkosten, Stellplatzmiete sowie Versorgung fallen hier ins Gewicht. Luckx – das magazin empfiehlt, vorher eine Liste der einzelnen Posten inklusive einer groben Schätzung anzufertigenvor . So ist man Überraschungen geschützt und das Campingabenteuer läßt sich entspannt genießen:

Tanken: Wie hoch ist der Verbrauch? Welche Strecken werden zurückgelegt? Sind die Benzinpreise im Urlaubsland höher?

Equipment und Ausstattung: Ist das Gas bereits im Mietpreis enthalten oder muss zusätzlich eine Gasflasche besorgt werden?

Reinigungskosten: Was wird das Befüllen des Frischwassertanks oder das Entleeren des Abwassertanks kosten? Ist die Endreinigung im Mietpreis enthalten? Gibt es weitere Reinigungskosten, die anfallen könnten?

Mautgebühren: Gibt es auf der Strecke Mautstellen beziehungsweise werden mautpflichtige Abschnitte befahren?

Camping- und Stellplätze: Wie hoch sind die Preise der anvisierten Camping- oder Stellplätze

Verpflegung: Was wird an Verpflegung benötigt? Wo und wann kauft man ein?

Eine Kostenplanung vor der Reise verhindert böse Überraschungen für die Urlaubskasse

Eine Kostenplanung vor der Reise verhindert böse Überraschungen für die Urlaubskasse

Bei Fragen: immer fragen

Dumme Fragen gibt es nicht. Wer neu ist in der Campingszene, kennt sich womöglich nur bedingt mit den Funktionsweisen des Wohnmobils sowie dessen Equipment aus. Alles, was während des Urlaubs von Bedeutung sein könnte, sollte bei der Fahrzeugübergabe hinterfragt werden. So belastet man sich unterwegs nicht unnötig, weil man beispielsweise nicht mehr weiß, wie Herd und Kühlschrank einzuschalten sind. Auch Notizen können helfen, um sich später wieder an das Erklärte zu erinnern.

Vorher erklären lassen

Wie funktioniert die Versorgung des Frischwassertanks auf den Camping- und Stellplätzen?

Wo und wie wird das Ab- bzw. Schmutzwasser aus dem Tank entsorgt?

Wie schaltet man Gas, Wasser und Strom im Wohnmobil für das Heizen, Kühlen und Kochen ein?

Kleines Fahrtraining vor der großen Fahrt

Die erste Fahrt mit einem Wohnmobil gleicht einem kleinen Abenteuer. Zwar sind die meisten Camper fast wie ein PKW zufahren, dennoch sind die wenigsten Menschen das Führen eines rollenden Wohnzimmers gewohnt. Gerade das Rangieren sowie das korrekte Einschätzen der Fahrzeugmaße ist zuweilen schwieriger. Auch Hindernisse sind schlechter zu erkennen und das Kurven- und Bremsverhalten ist ein anderes.

Fahrtraining auf abgelegenen Straßen

Deshalb ist es ratsam, zusammen mit einer zweiten Person, die beim Einweisen unterstützt, ein paar Testrunden zu drehen. Hierfür bietet sich ein ruhiger Parkplatz oder auch ein Gewerbegebiet an, damit du dich nicht direkt zur Rushhour im dichten Stadtverkehr wiederfindest. Wenn möglich, sollte die Testfahrt mit einem beladenen Wohnmobil erfolgen, da ein beladenes Fahrzeug ein anderes Fahrverhalten zeigt als ein leeres.

Das Who is who des Reisegepäcks

Erfahrene Camper wissen es längst, Wohnmobilneulinge stehen der Packliste hingegen eher ratlos gegenüber. Diese Dinge gehören unter anderem ins Campergepäck:

Stromversorgung: Ohne CEE-Stromkabel, Adapter und Kabeltrommel gibt es keinen Strom auf dem Campingplatz.

Innenreinigung: Ein kleiner Handstaubsauger sowie Handfeger und Kehrblech helfen dabei, das Wohnmobil sauber zu halten und vorschriftsmäßig zurückzugeben.

Wäsche: Auf vielen Campingplätzen gibt es Waschmaschinen. Gerade wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann dies zu schätzen wissen. Damit die Sachen auch vernünftig trocknen, sollten Wäscheständer oder -leine nicht fehlen.

Geschirr und Besteck: Nicht jeder Camper wird mit Geschirr und Küchenutensilien vermietet. Vorab informiere über die Ausstattung ist deshalb wichtig. Die wichtigsten Dinge gegebenenfalls selbst einpacken. Am besten eignet sich Geschirr aus Hartplastik.

Auffahrkeile: Mit Auffahrkeilen können unebene Untergründe ausgeglichen werden.

Sonnenschutz: Nicht nur im Auto praktisch, sondern auch im Wohnmobil, sind Thermomatten für die Windschutzscheibe. So schützen vor der Sonne und den Camper vorm Überhitzen.

Praktisches für den Alltag: Taschen- oder Stirnlampe, Batterien, Powerbank, Taschenmesser, Regenschirm etc. erleichtern den Alltag und gehören deshalb in das Campinggepäck.

Campingmöbel: So groß der Traum vom Camper auch sein mag, niemand will im Urlaub nur drinnen hocken. Ein einfacher Campingtisch und Campingstühle müssen deshalb mit.

Richtig beladen

Das Beladen und die Art der Zuladung ist wichtig für die Reise im Wohnmobil. Neben dem üblichen Gepäck hat man auch schwere Frischwasser-, Abwasser- und Kraftstofftanks an Bord. Ein tiefliegender Schwerpunkt ist also das A und O für eine sichere Reise.

Für das richtige Beladen bedeutet dies: Schwere Ladung wie die Gasflasche, Getränke und Konserven gehören nach unten und sollten am besten in Achsnähe gelagert werden. Viele Modelle bieten für schweres Gepäck eine geräumige Heckgarage über der Hinterachse.

Leichtes Gepäck kann hingegen problemlos in höheren Staufächern und auf Ablageflächen unterm Dach verstaut werden. Beachtet werden sollte, dass sich das Gewicht der Zuladung schnell summiert. Auch wenn die Amphore noch so schön ist. Das Gewicht von Einkäufen während der Tour muss der fahrer richtig abschätzen, um das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten.

Vorab über Verkehrsregeln informieren

Im jeweiligen Heimatland ist man gut vertraut mit dem Schilderwald. Doch andere Länder, andere Sitten. Wer sich für eine Reise ins Ausland entscheidet, sollte sich vorab über die dort geltenden Verkehrsregeln und etwaige Besonderheiten informieren. Zusätzlich empfiehlt sich, sowohl ein Navi als auch eine aktuelle Straßenkarte im Gepäck zu haben. Gerade in ländlichen Gegenden ist die GPS-Ortung nicht immer verlässlich ‒ und wer möchte schon im Mietcamper die Orientierung verlieren?

Campingplatz im Voraus buchen

Auch wenn man mit einem Wohnmobil seinen Urlaub individuell gestalten kann, sollte man sich auf die entsprechenden Gegebenheiten des Landes einstellen. In vielen Ländern darf ein Wohnmobil ausschließlich auf einem Camping- oder Stellplatz abgestellt werden. Oft ergibt sich daraus gerade zu Ferienzeiten eine hohe Nachfrage für Campingplätze. Wenn möglich, sollte der Stellplatz deshalb im Vorfeld reserviert werden. Dabei müssen übrigens auch die Abmessungen des Fahrzeugs beachtet werden, denn diese können den Stellplatz und die Kosten dafür beeinflussen.

Zusatzversicherung abschließen

In Deutschland ist der Bestand der Versicherung klar geregelt. In den meisten Fällen bedeutet das eine Vollkaskoversicherung für Mietmobile mit einem Selbstbehalt von 1.000 bis 1.500 Euro im Schadensfall. Gerade Neulinge sind hier mit einer Zusatzversicherung gut beraten, denn schnell ist eben doch mal ein Parkrempler oder Ähnliches passiert. Mit einer Zusatzversicherung kann der Selbstbehalt auf bis zu 250 Euro oder sogar 0 Euro reduziert werden. Die Kosten dafür sind vergleichsweise gering und betragen im Schnitt zwischen 8,90 Euro und 14,90 Euro pro Nacht.

Fahrzeugeinweisung

Bei der Abholung beim Vermieter ist es üblich, eine entsprechende Einweisung in das Fahrzeug und die technischen Gegebenheiten zu bekommen. Hören Sie aufmerksam zu und machen Sie sich ggf. Notizen, sollten Sie mit der Fülle der Informationen überfordert sein. So lassen sich kleine, aber entscheidende Fehler auf der Reise leicht vermeiden.

Tipp: Es hilft, sich die Maße des Wohnmobils gut sichtbar zu notieren. So gibt es keine bösen Überraschungen bei Tunneln oder Brücken.

Fenster und Türen sichern

Der Klassiker unter den Fehlerquellen schlechthin ist wohl das Absichern von Fenstern und Türen. Gerade die Dachluke wird gern mal vergessen und ist ein beliebtes Opfer von Winden. Deshalb wird sie nicht selten beim Fahrbetrieb abgerissen. Auch sämtliche Seitenfenster sowie die Türen des Campers sollten vor der Abfahrt überprüft und verriegelt werden. Gern wird auch vergessen, die Treppe zum Wohnraum einzufahren. Eine Rundumkontrolle vor jeder Abfahrt kostet wenig Zeit, erspart dafür aber unnötige und teils kostspielige Schäden am Wohnmobil.

Der richtige Betrieb des Kühlschranks

Der Kühlschrank im Wohnmobil funktioniert etwas anders, als wir es von zuhause gewohnt sind. Bei modernen Fahrzeugen verfügen die Kühlschränke meistens über eine automatische Wahl der Energiequelle. Das können entweder 230 Volt, 12 Volt oder Gas sein. Sollte keine Automatik vorhanden sein, müssen Sie selbst entscheiden, welche Energiequelle der Kühlschrank bekommt. Die beste Wahl ist dabei der 12-Volt-Anschluss, da ein 230-Volt-Anschluss nur auf einem Camping- oder Stellplatz zur Verfügung steht und der Gasbetrieb während der Fahrt nicht gestattet ist. So ist zumindest eine geringe Kühlung gewährleistet. Am Stellplatz angekommen, sollte das Anschließen des Wohnmobils an den 230-Volt-Starkstromanschluss eine der ersten Maßnahmen sein.

Beim ersten Wohnmobilurlaub gilt es insgesamt einiges zu beachten und erste Erfahrungen im Umgang mit dem Camper zu sammeln. Für den ersten Ausflug im Wohnmobil empfehlen wir daher, sich auf eine geplante Route mit ausgewählten Stell- und Campingplätzen zu beschränken.