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Kassel_Athen_01-03-17.jpgDokumenta 14 

Es ist wieder soweit: Kassel wird zur Kunstwelthauptstadt. Dieses Mal hat sie sich aber einen Partner mit ins Boot geholt. Athen, die griechische Hauptstadt stellt das Pendant zur hessischen Metropole: hessisches Bergland trifft mediterranes Meer. Die documenta gilt als weltweit bedeutendste internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Jede documenta ist ein einzigartiges Unterfangen, das sich ausgehend vom ursprünglichen Konzept der Künstlerischen Leitung über mehrere Phasen der Recherche und Diskussion entfaltet. Von lebendigen öffentlichen Debatten begleitet, dient sie als Forum zur Reflexion und Präsentation globaler Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst, Kultur und Gesellschaft und als ein Instrument, um Kunstgeschichte neu zu fassen und zeitgenössische Ausstellungspraxis neu zu bestimmen. Alle fünf Jahre zeigt die documenta einem internationalen Publikum aktuelle Richtungen auf. In ihrem über sechzigjährigen Bestehen hat sie ihren Ruf als sich stetig verändernde Institution in Kassel begründet – ebenso wie als maßgebliche Kraft, die den globalen Diskurs über zeitgenössische Kunst mitgestaltet. Die documenta wurde von einer Gruppe von Expert_innen und Enthusiast_innen in Kassel gegründet, initiiert durch den Künstler und Gestalter Arnold Bode. Sie wollten zeigen, dass moderne Kunst einen wichtigen Platz in der Rekonstruktion der deutschen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. Seit ihrem Beginn im Jahr 1955 hat sie Tausende von Kunst-und Kulturschaffende aus unterschiedlichsten Kontexten und Orten rund um den Globus empfangen. Der Künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, hat für die Ausstellung eine Doppelstruktur vorgeschlagen, die sich im Arbeitstitel Von Athen lernen widerspiegelt. Im Jahr 2017 werden Kassel und die griechische Hauptstadtgleichberechtigte Gastgeber der Ausstellung sein: Die bislang wenig hinterfragte Position Kassels als zentraler Standort der documenta wird zugunsten einer anderen Rolle aufgegeben, nämlich der eines Gastes in Athen. Die verschiedenen Orte und die divergenten historischen, sozioökonomischen und kulturellen Gegebenheiten in Kassel und Athen wirken sich ebenso auf den Prozess der Entwicklung beider Teile der Ausstellung aus, wie sie zugleich die einzelnen Kunstwerke inspirieren und beeinflussen.Die an der documenta 14 teilnehmenden Künstler_innen sind eingeladen, im Rahmen der zwischen diesen beiden Städten entstehenden Dynamik zu reflektieren und für jeden der beiden Orte eine Arbeit zu entwickeln. Die documenta 14 versucht, eine Vielzahl von Stimmen in den zwei Städten, in denen sie verortet ist, zwischen ihnen und über sie hinaus, zu erfassen und erschließt vom Blickwinkel der mediterranen Metropole Athen aus, in der sich Afrika, der Nahe Osten und Asien berühren, auch außereuropäische Kontexte. Die physische und metaphorische Distanz zwischen Kassel und Athen verändert auf grundlegende Art und Weise, wie Besucher die documenta 14 erfahren – indem Gefühle des Verlusts und der Sehnsucht ins Spiel gebracht werden, während das Verständnis dessen, was eine solche Ausstellung sein kann, neu gefasst wird. Luckx – das magazin wird weiter berichten.