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Michel_1.jpgDie Spiele gehen los! 

„Die Comedian Harmonists“ und „Michel aus Lönneberga“: Mit gleich zwei Premieren auf der Festspielbühne starten die Gandersheimer Domfestspiele in ihre 58. Spielzeit

Am kommenden Wochenende geht es Schlag auf Schlag bei den Gandersheimer Domfestspielen. Mit der Premiere von „Michel aus Lönneberga“ sowie der Wiederaufnahme-Premiere und zwei weiteren Aufführungen von „Die Comedian Harmonists“ finden die ersten Vorstellungen der diesjährigen 58. Spielzeit der Festspiele statt. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind mehr als 31.000 Karten für die insgesamt 62 Vorstellungen auf der großen Freilichtbühne vor der Gandersheimer Stiftskirche verkauft. Für alle vier Vorstellungen am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag sind jedoch noch Karten zu haben.

Die Comedian Harmonists“ im Dreierpack

Ein Freund, ein guter Freund“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Mein kleiner, grüner Kaktus“ und zahlreiche weitere Hits der Comedian Harmonists werden ab Freitag, 27. Juni, um 20 Uhr wieder auf der Festspielbühne erklingen. Die Inszenierung der Musiktheaterproduktion „Die Comedian Harmonists“ sorgte bereits im vergangenen Sommer für Begeisterung bei Publikum und Kritikern und wird in dieser Spielzeit für insgesamt acht Aufführungen wieder aufgenommen. „Bei den Vorstellungen von ‚Die Comedian Harmonists‘ kam es immer wieder zu Beifallsstürmen – und man hatte manchmal fast das Gefühl, auf der Bühne stünden die echten Comedian Harmonists aus den 30er und 40er Jahren, denen die Zuschauer gerade zujubeln“, berichtet Festspielintendant Christian Doll. Das Stück erzählt die turbulente Geschichte des erfolgreichen Gesangsquintetts von ihrer Gründung und ihrem harten Probenprozess über ihren plötzlichen und kometenhaften Aufstieg bis hin zu ihrem Zerfall nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. In der Fassung von Gottfried Greiffenhagen und Franz Wittenbrink wird diese Geschichte kunstvoll verknüpft mit vielen bekannten und weniger bekannten Liedern der Gruppe.

Michel aus Lönneberga“: Die Anarchie des Kindseins

Am kommenden Samstagnachmittag um 15 Uhr feiert außerdem das diesjährige Kinder- und Familienstück der Domfestspiele seine Premiere auf der Festspielbühne. Mit „Michel aus Lönneberga“ von Astrid Lindgren wurde dafür einer der größten Klassiker der Kinderbuch-Literatur ausgewählt. Der kleine Michel treibt auch in der Inszenierung in Bad Gandersheim sein Unwesen auf dem Katthult-Hof im schwedischen Lönneberga und bringt damit seine Eltern immer wieder fast um den Verstand. Ob er nun seine Schwester Klein-Ida am Fahnenmast in die Höhe zieht, mit dem Kopf in einer Suppenschüssel hängenbleibt, seinen Vater im Klohäuschen einsperrt oder …: Nahezu pausenlos hält Michel seinen Vater Anton und seine Mutter Alma mit seinen verrückten Aktionen auf Trab.

Während Michel in den Erzählungen von Astrid Lindgren und in der bekannten Verfilmung als Serie meist eher unfreiwillig in seine Streiche hinein gerät, findet der Gandersheimer Michel großen Gefallen am Chaos und dem Kampf gegen die Langeweile auf dem elterlichen Hof, wie Michel-Regisseur Tim Egloff schildert: „Die Anarchie des Kindseins hat mich besonders an Michel interessiert. Unser Michel hat eine große Lust, auszuprobieren, wie weit er mit seinen Streichen gehen kann, wo die Grenzen sind und was passiert, wenn er sie einfach mal gnadenlos einreißt. Aber auch seine Schwester Klein-Ida ist auf gar keinen Fall nur ein nettes, braves Mädchen, das nur dabei steht, wenn der Michel sein Unwesen treibt. Sie hat schon auch selbst große Freude daran, gemeinsam mit ihrem Bruder die Welt ein wenig auf den Kopf zu stellen und ihren Vater Anton zur Weißglut zu treiben.“

Ein riesiger Michel-Abenteuerspielplatz

Tim Egloff gestaltet den Erzählstoff mit Witz und vielen Ideen und setzt dabei auf Slapstick und Situationskomik. Es wird bunt, laut und turbulent. Statt der blauen Mütze aus den Kinderbüchern trägt der Michel von heute ein rotes Basecap. In leuchtenden Neonfarben ist das Bühnenbild gehalten, das Ausstatterin Friederike Meisel für die Gandersheimer „Michel“-Inszenierung entworfen hat: „Wir schaffen einen überhöhten Michel-Kosmos, der sich immer wieder verwandelt und zu einem riesigen Abenteuerspielplatz für Michel und seine Schwester wird“, beschreibt Meisel.

Die offizielle Eröffnung der 58. Gandersheimer Domfestspiele findet am Donnerstag, 2. Juni mit einem Festakt in der Gandersheimer Stiftskirche und der Premiere der Komödie „Der Kirschgarten“ von Anton Tschechow statt. Weitere Informationen unter www.gandersheimer-domfestspiele.de