Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

VW_E_Golf_26-04-18.jpgElektrifiziert

Wie fast immer, gehört Volkswagen nicht zu den ersten, die mit neuen Produkten auf den Markt kommen. Doch, und das zeichnet die Niedersachsen aus, kommt dann immer ein ausgereiftes Fahrzeug auf den Markt. So war es mit dem Touarek, den Tiguan und den T-Roc. Nun wird die Golf-Klasse elektrisch aufgeladen. Dabei stehen Nachhaltigkeit, Effizienz und Power im Vordergrund. Mit der Einführung neuer Hybridsysteme in der achten Golf Generation beginnt bei der Marke eine neue Antriebsepoche. In weiteren Schritten wird Stück für Stück nahezu die gesamte Modellpalette elektrifiziert. Einen ersten Ausblick auf die künftig elektrifizierten Antriebssysteme liefert Volkswagen im Rahmen des Wiener Motorensymposium – einem der weltweit wichtigsten Kongresse zur Kraftfahrzeugtechnik der Gegenwart und Zukunft.

Volkswagen kombiniert den Verbrennungsmotor dabei mit einem sogenannten 48V-Riemen-Startergenerator und einer 48V-Batterie. Diese Allianz ist der künftige Einstieg in die Welt der Volkswagen Hybridmodelle. Der 48V-Mild-Hybrid macht es möglich, mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor zu „segeln“ und dadurch bis zu 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern zu sparen. Darüber hinaus bietet dieser Mild-Hybrid durch das elektrische Boosten beim Anfahren ein deutliches Plus an Dynamik und Komfort.

So funktioniert die 48V-Technologie

Die 48V-Technologie öffnet ein neues Kapitel des Motorenbaus, da sie kostengünstig die Elektrifizierung des Antriebs ermöglicht. Das 48V-System kommt zusätzlich zum bekannten 12V-System im Auto zum Einsatz. Es ermöglicht bei sehr kleinen Leitungsquerschnitten und damit geringem Gewicht des Kabelsatzes die Speicherung einer deutlich höheren Energiemenge als bei einem 12 V-System, z.B. beim Bremsen via Rekuperation. Mit dieser hohen Spannung kann unter anderem der 48V-Riemen-Startergenerator angetrieben werden.

Der Startergenerator ist ein Multitalent. Er übernimmt einerseits die Rolle der Lichtmaschine und des Anlassers. Gleichzeitig fungiert er als kleiner, leichter Elektromotor, der beim Anfahren via Boosten sofort das Antriebsdrehmoment erhöht. Die Kraft des Generators wird dabei durch einen Riemen übertragen. Zudem startet er kaum spürbar den während der Fahrt so oft wie möglich abgeschalteten Verbrennungsmotor. Ein weiteres Multitalent ist die 48V-Lithium-Ionen-Batterie. Mit Energie versorgt wird sie unter anderem per Rekuperation – also beim Verzögern des Fahrzeugs. Über die Batterie erhalten der Startergenerator und – mittels sogenanntem DC/DC-Wandler – auch das 12V-Netz die notwendige Spannung.VW_Elektrifizierung_48V_26-04-18.jpg

Im Miteinander verschiedener Energieträger – Strom, Benzin, Diesel und Erdgas – wird bei Volkswagen einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Erstmals wird die Marke parallel künftig Baureihen wie den Golf mit konventionellen, elektrisch unterstützten Antrieben anbieten sowie Baureihen wie den I.D. mit rein elektrischen. Das führt zu einer Gabelung der Produktlinien in zwei gleichberechtigte Stränge. Sichtbar wird diese neue Produktstrategie erstmals ab 2019 mit dem Debüt der nächsten Golf Generation und des ersten I.D. – zwei kompakte Volkswagen mit technisch komplett eigenständigen Konzepten und einer ebenfalls klar differenzierten Design. Volkswagen ergreift mit diesen zwei Baureihen die Chance, die Elektrifizierung der Mobilität zu demokratisieren und aus dem Luxus-Segment zu befreien. Da darf ein richtiger Volks-Wagen erwartet werden.