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AdobeStock_Olivier-Le-Moal-_127687629_Responsive_1280x520.jpgEnergiewendebarometer

Was früher eher als Luxus erschien, ist heute in der breiten Bevölkerung angekommen: die Energiewende. So stehen 90 % der Deutschen stehen hinter der Energiewende. Denn Nachhaltigkeit steht heute auf dem Programm der Bundesbürger. Jeder sechste Haushalt plant die Anschaffung eines Elektroautos. Aber auch in den eigenen oder gemieteten vier Wänden steckt großes Potential. So liegt große Hoffnung auf das Smart Home. Zwar wird dies seit Jahren von Herstellern und Handel proklamiert, doch so richtig umgesetzt ist es nicht, wie die IFA in Berlin nun leider seit Jahren zeigt. Denn es besteht riesiger Gebäudesanierungsbedarf. Doch bis dieser umgesetzt werden kann, sind der eigene Ernergiehaushalt in den Griff zu bekommen.

Mehr als 90 % der Haushalte in Deutschland stehen hinter der Energiewende. Das ist ein wichtiges Ergebnis des KfW-Energiewendebarometers. Die erstmalig in fast 4.000 Haushalten durchgeführte einzigartige Befragung zeigt zudem, dass sich heute bereits 23 % der Haushalte durch die Nutzung von Energiewendetechnologien aktiv beteiligen. "Der Rückhalt für die Energiewende in der Bevölkerung ist unvermindert hoch. Das ist ein sehr ermutigendes Ergebnis. Denn Klimawandel und Ressourcenschutz sind und bleiben eine Aufgabe für Generationen", sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender und Nachhaltigkeitsvorstand der KfW Bankengruppe.

Doch die Anstrengungen reichen nicht aus. Denn weiterhin werden unvermindert hohe CO2-Emissionen im Haushaltsbereich verursacht. Die Klimaziele der Bundesregierung und die des Pariser Abkommens werden so nicht erreichbar sein. Die Bereitschaft der Bundesbürger sollte durch gezielte Unterstützung besser genutzt werden.

Energiewende in Haushalten findet derzeit auf dem Land statt

Die Beteiligung der Haushalte an der Energiewende ist in Großstädten deutlich geringer als auf dem Land. Insbesondere die Verbreitung von Photovoltaik und Solarthermie ist auf dem Land stärker ausgeprägt. Und dies liegt nicht am größeren Anteil an Mehrfamilienhäusern in Städten und nicht an Unterschieden im Haushaltseinkommen. Jeder sechste Haushalt plant Anschaffung eines Elektroautos

Weiter lässt das KfW Energiewendebarometer 2018 eine große Dynamik bei Elektroautos erwarten: Die geplante Anschaffung von Elektroautos in deutschen Haushalten ist 8-mal höher als der aktuelle Bestand. Während heute nur knapp 2 % der befragten Haushalte ein Elektroauto besitzen, planen bereits 16 % die Anschaffung. Dieser Wert stellt die größte Dynamik bei den betrachteten Technologien dar. Die Studie zeigt zudem, dass die Haushalte mit Elektroautos mehrheitlich Zugang zu grünem Strom haben.

Eine flankierende Umfrage von KfW Research hat verdeutlicht, dass vor allem die Angst vor einem eingeschränkten Aktionsradius die Menschen vom Kauf eines Elektroautos abhält: Die aktuell noch lückenhafte Ladeinfrastruktur wird als wichtigster Grund gegen den Kauf eines Elektroautos genannt (84 %), gefolgt von der Reichweite der Fahrzeuge (81 %) und erst danach vom Kaufpreis (79 %).

Für Smart Home Anwendungen wird großes Marktpotenzial erwartet

Smart Home Systeme können eine effiziente Energienutzung auf Basis vernetzter und fernsteuerbarer Geräte und Installationen sowie automatisierbarer Abläufe erwarten lassen. Diese intelligente Steuerung des Energieverbrauchs kann einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen und zur optimalen Einbindung von Erneuerbaren Energien leisten und hierdurch die Energiewende unterstützen. Die Bekanntheit des Themas hat inzwischen deutlich zugenommen. Der Durchbruch lässt aber noch auf sich warten: Nur 11 % der Haushalte nutzen mindestens eine Smart Home Anwendung in den Bereichen Wärme, Beleuchtung oder Strom. Mehr als die Hälfte aller Haushalte kann sich jedoch eine zukünftige Nutzung vorstellen. "Um dieses enorme Marktpotenzial auszuschöpfen, müssen vor allem die Bedenken der Haushalte in den Bereichen Datensicherheit und Fehleranfälligkeit ausgeräumt werden", erklärt Dr. Zeuner. Doch das reicht nicht. Industrie und Handel müssen endlich Nägel mit Köpfen machen. Insellösungen wie der kameraüberwachte Kühlschrank sind ein nettes Gimmick und für technikverliebte Nerds spannend. Denn Smart Home bedeutet doch eher dort anzusetzen, wo richtig Energie gespart werden kann: Heizung und elektrische Energie von Dauerleistern wie Kühlschrank, Pumpen. Auch Duschköpfe lassen noch mehr Warmwasser sparen, wenn sie richtig genutzt werden können. Ein Duschkopf mit einem Anschaffungspreis von über 100,- EURO schaftt es nicht in jeden Haushalt.

Sanierungsbedarf bei Bestandsgebäuden

Knapp 40 % der deutschen Haushalte leben in einem Gebäude, das in den letzten 15 Jahren keine energetischen Sanierungsmaßnahmen erfahren hat. Hier belegen die Befragungsergebnisse den substanziellen Sanierungsbedarf quer durch den Gebäudebestand. Gegenüber bekannten Szenarien zur Erreichung eines CO2-neutralen Gebäudebestands bis 2050 ist eine Verdopplung der Sanierungsrate erforderlich. "Daher sollten die Bestrebungen der Bundesregierung auf diesem Gebiet ausgebaut werden", sagt Dr. Zeuner. Doch auch hier sind Grenzen gesetzt, wie nun endlich auch die KFW erkannt hat. Über 80.000 EURO in die energetische Sanierung von Hausfassaden von ein und kleinen Mehrfamilienhäusern zu fordern, sollte nach passenderen Lösungen gesucht werden. Denn 80.000 EURO können in einem Menschenleben nicht als Energie verbraucht werden.