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ASC_3967.JPGEnergiewende im Blick 

Nein, es waren nicht die Blues Brothers, die beim Messerundgang in Erscheinung traten. Obwohl, mit ihren Sonnenbrillen hatten sie eine ähnliche Wirkung. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stellte transparente Solarzellen in Brillengläsern vor. Was wohl anfangs als Gag gedacht war, lässt sich zu einem Geschäftsmodel weiter entwickeln. Denn mit z.B. einem integriertem Hörgerät lässt sich zukünftig auf den Batteriewechsel verzichten. Zwar sind mit diesen Solarzellen nur sehr geringe Leistungen machbar. Aber diese würden ausreichen, um Högeräte und ggf. weitere Gadgets zu betreiben.

Organische Solarzellen sind leicht und lassen sich in Form, Farbe und Transparenz an viele Anwendungen anpassen. Deshalb werden sie in Zukunft die Photovoltaik in viele neue Gebiete unseres täglichen Lebens tragen.

In zwei Studien zeigen Ingenieure des KIT zukünftige Anwendungsfelder für organische Solarzellen:

Im Modell von Mies van der Rohes „Farnsworth House“ sind semi-transparente organische Solarmodule in die Glasfassade integriert. Diese erzeugen über den Tagesverlauf einen kontinuierlichen Solarstrom und beweisen gleichzeitig, dass neue Formen der Energieumwandlung einem ansprechenden Design nicht im Wege stehen müssen.

Die „Solar Glasses“ sind ein Beispiel dafür, dass sich organische Solarzellen hervorragend für den Einsatz in mobilen Anwendungen sowie in intelligenter Kleidung eignen. Die beiden Displays und die integrierte Elektronik werden direkt von den in die Brillengläser integrierten, transparenten organischen Solarzellen versorgt. Dabei werden die Solarzellen wohl künftig auf den Träger aufgedruckt. Wenn diese Technologie ausgereift sein wird, könnten die Kosten durch das Druckverfahren erheblich reduziert werden. Vorstellbar sind auch der Druck auf Stoffe um z.B. Bekleidung, Rucksäcke oder Zelte damit auszustatten.

Beide Exponate zeigen anschaulich, dass nicht nur Form und Größe der organischen Solarzellen auf die gewünschten Anwendungen angepasst, sondern auch in verschiedenen Farben realisiert werden können. Letzteres wird auch in der großen Farbvielfalt der Solarmodule in der Deckeninstallation über dem Präsenter auf der Hannover Messe deutlich.

Diese Forschung ist gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Europäische Union, die Baden-Württemberg Stiftung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).