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EU_Badewasserqualität 18-06-19.jpgSonne, Strand. Meer, Wasserqualität okay!

Die Europäische Union veranstaltet nicht nur Wahlen, Sommerfeste und Gurkenbestimmungen. Nein, sie sorgt auch für einheitliche Qualität des Badewasser an den Stränden Europas. Denn auch Nichtmitglieder wie die Schweiz und Albanien haben sich den Qualitätskriterien angeschlossen. Nun liegt die Schweiz nicht unbedingt an einem Meer. Doch zum Beispiel mit dem Bodensee und einigen anderen größeren Seen bieten die Eidgenossen auch Badestrände an.

Überwachung

Über 85 % der Badestellen in ganz Europa, die im vergangenen Jahr überwacht wurden, haben laut dem jüngsten EU-Jahresbericht über die Qualität der Badegewässer die höchsten Anforderungen für „ausgezeichnete“ Wasserqualität erfüllt. Die heute veröffentlichten Ergebnisse sind ein guter Indikator dafür, wo in diesem Sommer voraussichtlich die Badegewässer mit der besten Wasserqualität zu finden sind.

Der EU-Bericht bestätigt, dass die von den Mitgliedstaaten in den letzten 40 Jahren unternommenen Anstrengungen, vor allem bei der Abwasserbehandlung, Früchte tragen. Heute erfreuen sich die meisten Europäerinnen und Europäer einer hervorragenden Qualität ihrer Badegewässer. Dies ist jedoch nur eine von vielen Komponenten, die von der Bekämpfung der Umweltverschmutzung durch Kunststoffe bis hin zum Schutz der marinen Tier- und Pflanzenwelt reichen, und es muss weiter daran gearbeitet, dass unsere Meere, Seen und Flüsse gesünder werden.

Ergebnisse

Laut dem diesjährigen Bericht der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EUA) hat eine überwältigende Zahl – 95,4 % – der 21 831 Badestellen, die in den 28 EU-Mitgliedstaaten überwacht werden, die Mindestqualitätsanforderungen gemäß den EU-Vorschriften erfüllt. Darüber hinaus wurden 300 überwachte Badestellen in Albanien und der Schweiz in den Bericht einbezogen.

Der Anteil der Badestellen, die den höchsten Qualitätsstandards für „ausgezeichnete Wasserqualität“ entsprechen, stieg leicht von 85,0% im Jahr 2017 auf 85,1% im vergangenen Jahr. Der Anteil der Badestellen, die nur den Mindeststandard von „ausreichender“ Wasserqualität erreichten, sank von 96 % im Jahr 2017 auf 95,4 % im Jahr 2018. Dieser leichte Rückgang ist in erster Linie auf die Eröffnung neuer Badestellen zurückzuführen, für die der Datensatz von vier Badesaisons, der für die Einstufung nach der Richtlinie erforderlich ist, noch nicht verfügbar ist. 2018 wurde die Wasserqualität von 301 Badestellen (d. h. 1,3 % aller Badestellen) in der EU, Albanien und der Schweiz als „mangelhaft“ eingestuft. Dies bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber 2017 (1,4 %).

Qualitätsanforderungen

Die Qualitätsanforderungen für Badegewässer sind in der EU-Badegewässerrichtlinien festgelegt. Die Umsetzung der Vorschriften hat dazu beigetragen, dass sich die Qualität der europäischen Badegewässer in den letzten 40 Jahren erheblich verbessert hat. Eine wirksame Überwachung und Verwaltung, die mit der Richtlinie eingeführt wurden, ermöglichten zusammen mit den Investitionen in die Behandlung von kommunalem Abwasser eine drastische Verringerung der unbehandelten oder teilweise behandelten kommunalen und industriellen Abwässer, die in die Gewässer gelangen. Gemäß den Vorschriften erheben die örtlichen Behörden während der gesamten Badesaison Wasserproben an amtlich ausgewiesenen Badestellen. Die Proben werden auf zwei Arten von Bakterien untersucht, die auf eine Verunreinigung durch Abwässer oder tierische Exkremente schließen lassen.

Ergebnisse

In vier Ländern wiesen 95 % oder mehr der Badestellen eine ausgezeichnete Wasserqualität auf:

Zypern (99,1 %), Malta (98,9 %), Österreich (97,3 %) und Griechenland (97 %).

Alle erfassten Badestellen in Zypern, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Malta, Rumänien und Slowenien wiesen 2018 mindestens eine „ausreichende“ Qualität auf.

Die drei Länder mit der höchsten Zahl an Badestellen mit „ mangelhafter“ Wasserqualität befanden sich in Italien (89 Badestellen bzw. 1,6 %), Frankreich (54 Badestellen bzw. 1,6 %) und Spanien (50 Badestellen bzw. 2,2 %). Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl der Badegewässer mit mangelhafter Wasserqualität in Frankreich zurückgegangen (von 80 im Jahr 2017 auf 54 im Jahr 2018), während sie in Italien (von 79 auf 89) und in Spanien (von 38 auf 50) gestiegen ist.

Gefahrenpotenziale

Die Verunreinigung von Wasser durch Fäkalbakterien stellt weiterhin eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, insbesondere wenn sie in Badegewässern festgestellt wird. Das Baden an verunreinigten Stränden oder Seen kann zu Erkrankungen führen. Die größten Verschmutzungsquellen sind Abwässer und Wasser von landwirtschaftlichen Betrieben und landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Diese Verschmutzung nimmt bei schweren Regenfällen und Überschwemmungen aufgrund von überlaufenden Abwasserkanälen und Drainagewasser, das in Flüsse und Seen gespült wird, zu.

Alle EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien und die Schweiz überwachen ihre Badestellen gemäß den Bestimmungen der Badegewässerrichtlinie der EU. Bei der Bewertung der Badegewässerqualität nach der Badegewässerrichtlinie werden die Werte zweier mikrobiologischer Parameter herangezogen: intestinale Enterokokken und Escherichia coli. Die Qualität der Badegewässer wird entsprechend der nachgewiesenen Menge von Fäkalbakterien als „ ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ eingestuft. In den Fällen, in denen die Qualität eines Gewässers als „ mangelhaft“ eingestuft wird, sollten die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, beispielsweise ein Badeverbot verhängen oder eine entsprechende Warnung anbringen, die Öffentlichkeit informieren oder geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten. 5089806a82d644d6b8468b611d50367c