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Europaflagge_20-04-18.jpgUnkoordiniert

Wer sich mit unserem Europa beschäftigt, kann sich manchmal richtig die Haare raufen. So wurde in der Landwirtschaftspolitik Regeln erlassen, die Gurken, Tomaten und anderen Produkten gewissen, zum Teil unnatürliche, Formen aufzwangen. Auch der Transport von Bio-Produkten unterliegt eigenen Regeln, die diese Produkte unnötig verteuern. Doch Europa darf nicht nur von seinen problematischen Seiten betrachtet werden. Unser Europa ermöglicht uns seit über 70 Jahren Frieden. Auch ist seit vielen Jahren durch das Schengen-Abkommen der unkomplizierte Grenzübertritt möglich. Europa nähert sich immer weiter an.

Am Europatag (9. Mai) gedenken wir jedes Jahr, dass wir in Europa in Frieden und Einheit leben. Es ist der Jahrestag der „Schuman-Erklärung“ von 1950. Damals hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine Rede, in der er seine Vorstellung von einer neuen Form der politischen Zusammenarbeit in Europa erläuterte – eine Zusammenarbeit, die Kriege zwischen europäischen Nationen unvorstellbar machen sollte. Seine Idee war die Schaffung einer europäischen Behörde, die die Kohle- und Stahlproduktion zusammenlegen und zentral verwalten würde. Knapp ein Jahr später wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Schumans Vorschlag gilt als Auftakt zu dem, was heute die Europäische Union ist. In diesem Jahr feiern auch die EU-Delegationen in der ganzen Welt. Während des gesamten Monats Mai finden Aktivitäten und Veranstaltungen statt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem „Europäischen Jahr des Kulturerbes.

Anlässlich des Europatags öffnen die EU-Institutionen ihre Türen: in Brüssel am 5. Mai, in Luxemburg am 5./9. Mai und in Straßburg am 10. Juni. Auch im übrigen Europa und weltweit veranstalten die EU-Vertretungen ein abwechslungsreiches Programm für alle Altersgruppen. Jedes Jahr nutzen Tausende Menschen diesen Tag, um im Rahmen von Führungen, Debatten, Konzerten und anderen Veranstaltungen mehr über die EU zu erfahren.

Mit gleich zwei „Europatagen“ wartet die europäische Gemeinschaft auf. Was auf den ersten Blick wie ein Fehler aussieht, ist aber korrekt. Gedacht wird unterschiedlichen Ereignissen.

5. Mai – Europatag des Europarates

Der Europatag am 5. Mai – seit 1964 gefeiert – erinnert an die Gründung des Europarates durch die Unterzeichnung seiner Satzung am 5. Mai 1949 in London. Deutschland ist seit 1950 Mitglied im Europarat. Der Europarat ist ein Verbund von derzeit 47 Staaten. Er befasst sich mit und und diskutierte über allgemeine europäische Fragen. Seine Gremien sind der Ministerrat (die Außenminister bzw. deren Ständige Vertreter , sowie die Parlamentarische Versammlung des Europarates (entsandte Vertreter der Mitgliedsstaaten. Ein wichtiger Teil des Europarats ist daneben der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

9. Mai – Europatag der Europäischen Union

Am 9.Mai 1950 schlug der damalige französische Außenminister Robert Schuman vor, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Das war im nachhinein gesehen der Grundstein der heutigen EU. 1985 wurde das Datum zum Gedenktag festgeschrieben.

Es entstand zunächst die „Montanunion“. Es folgte Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und später die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Mit dem Vertrag von Maastricht (1992) schlossen sind die Organisationen in der Europäischen Union zusammen.

Die Europäische Union (EU) ist heute ein Staatenverbund von derzeit 28 Mitgliedstaaten, strukturiert und organisiert wie ein moderner demokratischer Staat – übergeordnet den Einzelstaaten. Organe sind: Europäisches Parlament (Legislative), Rat der Europäischen Union (Legislative), Europäische Kommission (Exekutive), Gerichtshof der Europäischen Union (Judikative), Europäischer Rat, Europäischer Rechnungshof und Europäische Zentralbank

Europarat und Europäische Union sind institutionell NICHT verbunden, auch wenn beide die gleichen Insignien wie Europaflagge und Europahymne verwenden. Der Europarat ist auch nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat (dem Organ der Staats- und Regierungschefs der EU ) und dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat der EU). Es besteht auch bei dieser Regelung Handlungsbedarf, damit Europa nicht zu einem undurchsichtigem Wirrwarr wird.