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fischertechnik-1.jpgLernen für die Zukunft

Eine ganze Fabrik auf dem Schreibtisch, mit Lager, mit Produktion, mit Kommissionierung. Ja, geht das denn? Wie so etwas „geht“, stellte das aus vielen Branchen bekannte Unternehmen Fischer Technik auf der Hannover Messe vor.

Nicht größer als ein Schreibtisch steht die Fabrik in der großen Messehalle. Na gut, Fabrik ist wohl stark übertrieben. Es ist ein Modell, wie betriebliche Prozesse ablaufen können. Sie soll jungen Menschen Hilfestellung geben, ob Schüler, Studenten oder Azubi: jeder kann auf einfache Weise in unternehmerische und planerische Prozesse hineinschnuppern und selbst Hand anlegen. Die Miniatur-Fabrikanlage besteht aus verschiedenen Arbeitsgängen einer echten Fertigung, wie zum Beispiel einem Brennofen, einer Sortierstrecke mit Farberkennung und einem Hochregallager. Das über eine Cloud verbundene Dashboard visualisiert sämtliche Prozessschritte aus der Perspektive von Kunden, Lieferanten und Produktionsleitung. Damit bildet die Fabriksimulation die Prozesse einer Online-Bestellung digitalisiert und vernetzt ab – von der Bestellung im Internet bis zum Versand.

Die fischertechnik Lernfabrik 4.0 bildet auf kleinstem Raum die wichtigsten Prozesse einer digitalisierten Fabrik ab. Damit ist sie weltweit das einzige so kompakte und kostengünstige Mittel der Wahl, um Digitalisierung haptisch zu verdeutlichen, begreifbar zu machen und Anwendungen zu simulieren“, sagt Guido Schubert, Leiter des Vertriebszweigs Industrie bei fischertechnik.

Mit der fischertechnik Lernfabrik 4.0 lässt sich Zukunft simulieren, und dies ganz realitätsnah: Gestartet wird sie mit einem Vorgang, den Viele aus dem Alltag kennen: Ein Produkt wird im Internet bestellt und in den Warenkorb gelegt. Ein weiterer Mausklick löst die Bestellung aus.

Im Dashboard der fischertechnik Lernfabrik heißt die Online-Shopping-Plattform „Kundensicht“, denn sie zeigt die Bestellung aus der Perspektive des Kunden.

Über eine Cloud werden die jeweiligen Bestelldaten an die Fabrikanlage im Miniformat übertragen, die sich sofort in Bewegung setzt: Ein Werkstück in Form eines Bausteins durchschreitet – nach Auftrag sortiert – verschiedene Bearbeitungsstationen. Damit wird die Massenfertigung in Losgröße 1 simuliert: Ein Produkt wird extra nach individuellen Kundenwünschen angefertigt. Jedes Werkstück erhält eine eindeutige Identifikationsnummer (ID). Über NFC (Near Field Communication) kann der jeweilige Bearbeitungsstatus verfolgt werden.

Die Perspektive „Produktionssicht“ gibt Auskunft über sämtliche Daten zur Produktfertigung. Sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der kleinen Fertigungsstraße zu hoch, meldet sich der Temperatursensor sofort. Die schwenkbare Kamera hat die komplette Fertigungshalle im Blick und ermöglicht so eine webbasierte Fernüberwachung. Im Falle einer Störung ist eine zusätzliche Sicherheitsschleife eingebaut: Wird ein Problem behoben, muss dies über einen extra Button bestätigt werden – erst dann läuft die Produktion weiter. Grüne und rote Lampen zeigen an, wenn der jeweilige Prozessschritt live in Bearbeitung ist oder ein Fehler vorliegt. Der aktuelle Lagerbestand der Werkstücke, inklusive Mindest- und Maximalbestand, wird ebenfalls angezeigt.

Die Perspektive „Lieferantensicht“ visualisiert den Vorgang der Bestellung der Rohware. So haben Kunden, Hersteller und Lieferanten laufend und von überall aus den kompletten Überblick über den Stand der Bestellung.

Auf Datensicherheit legt der Konstruktionsbaukastenhersteller „Made in Germany“ daher größten Wert. Die Server der Cloud befinden sich in Deutschland. Damit wird gewährleistet, dass für die Speicherung der Daten die EU-Datenschutzgrundverordnung gilt. Persönliche Informationen werden in einem Account mit Passwortzugang geschützt, der den sehr sicheren „OAuth2“ Industrie-Standard verwendet. Auch bei der Datenübertragung an die Cloud wird Wert auf Datensicherheit gelegt: Alle gesendeten Daten werden mit Zertifikaten verschlüsselt übertragen.