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SilverFit-Mile-hometrainer-Medium.jpgFit und mobil im Alter

Wer jung und dynamisch durch die Welt geht, dem ist es – im Moment jedenfalls – ziemlich egal, ob das junge und dynamische Wesen erhalten bleibt. Denn davon geht er/sie ja nun einmal aus. Doch was ist mit den eigenen Eltern oder Großeltern: hüpfen die noch auf dem Trampolin oder der Hüpfburg durchs Leben? Na klar, die älteren Generationen sind viel fitter und gesünder als deren Vorfahren. Damit das weiterhin so bleibt, soll mit Hilfe eines digitalen Präventionsprogramm aus den Niederlanden dies vorangebracht werden.

Denn viele Senioren im Pflegeheim bewegen sich zu wenig, da geeignete und motivierende Angebote für sie oft rar sind. Oder der Pflegedienst nun einmal in unserer Gesellschaft diese Aufgaben nicht übernimmt. Die Folge ist ein größeres Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes. Bewegung hilft außerdem beispielsweise dabei, das Risiko für Demenz und Stürze zu verringern. Spielerische, digitale Angebote wie die Übungen des 2008 in den Niederlanden gegründeten Anbieters SilverFit helfen auch weniger mobilen Personen dabei, sich mehr zu bewegen und somit länger möglichst fit zu bleiben.

Mehr Bewegung und Abwechslung

Ob Radeln durch europäische Großstädte oder Ballspielen: Weil viele Pflegebedürftige nicht oder nur mit Begleitung das Haus verlassen können, sind diese Dinge für sie kaum möglich. Bewegungsangebote in den vier Wänden eines Pflegeheims sind aber häufig nicht abwechslungsreich oder motivierend genug, damit sich Bewohner ausreichend bewegen. Ändern möchte das die Siemens Betriebskrankenkasse (SBK) nun gemeinsam mit dem Münchenstift und stellt die evidenzbasierten Geräte von SilverFit in einem Seniorenheim des Pflegeanbieters bereit. Untersuchungen aus den Niederlanden zeigen, dass Trainingszeit und Motivation bei Senioren mit Hilfe von SilverFit deutlich höher sind als bei anderen Sporteinheiten. Das Programm kann beispielsweise mit einem Fahrrad-Ergometer verbunden werden und simuliert dann über einen Bildschirm eine Fahrt durch verschiedene Länder und Städte. Ein anderes Programm trainiert mithilfe einer 3D-Kamera, die bereits kleinste Bewegungen erkennt, spielerisch motorische Fähigkeiten und Bewegungsabläufe wie Fangen, Werfen, Rückwärts- oder Seitwärtsgehen. Während der Übungen erhalten Nutzer stets motivierendes positives Feedback. Alle Übungen basieren auf wissenschaftlichen Richtlinien und wurden klinisch erprobt.

Regelmäßige Übungen

Zweimal pro Woche bewegen sich die Bewohner des Münchenstift nun unter Anleitung einer ausgebildeten Trainerin und arbeiten gemeinsam an ihrer Beweglichkeit. Die Übungen lassen sich ganz individuell auf den Gesundheitszustand und die Mobilität der Bewohner anpassen, sodass auch Personen, die beispielsweise im Rollstuhl sitzen oder ihre Arme nicht mehr vollständig heben können, an den Übungen teilhaben können. „Wenn ich sehe und höre, wie viel Spaß die Teilnehmer an der Bewegung haben, freut mich das sehr. Die Erfahrung zeigt: Je mehr Spaß sie dabei haben, desto regelmäßiger und ausdauernder bewegen sich Menschen, was wiederum einen großen Effekt auf ihre Gesundheit hat. Eine Bewohnerin war beispielsweise ganz glücklich, dass sie auf dem Fahrrad-Ergometer das erste Mal Paris gesehen hat", berichtet Inga Lührs, Expertin für Prävention bei der SBK. Aber nicht nur die persönliche Fitness profitiert von den Übungen, auch die psychische Gesundheit verbessert sich: Laut Untersuchungen von SilverFit hebt sich die Stimmung nach dem Training deutlich: 89 Prozent der Teilnehmer fühlten sich danach glücklich. Vorher gaben nur 26 Prozent an, glücklich zu sein.