Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

Alsace_Hartmannswillerkopf__Vieil_Armand_HISTORIAL_Pers_vol_doiseaux_-INCAAgence_Leconte_NoirotCMNHWK.jpgHartmannswillerkopf

Die Jahre des ersten Weltkriegs jähren sich in diesem Jahrzehnt zum 100sten Mal. Erbittere Kämpfe lieferten sich deutsche und französische Soldaten. Um an diese schwere Zeit in der deutsch-französischen Geschichte zu erinnern, wird am 3. August 2017 ein Gedenkzentrum am elsässischen Hartmannswillerkopf eröffnet. Es soll ein Instrument mit zahlreichen Facetten sein: historisches Museum, Gedenkstätte und Bildungseinrichtung. Die Einweihung erfolgt genau drei Jahre nach der Grundsteinlegung, damals durch den ehemaligen französischen Staatspräsidenten François Hollande sowie dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Aufgrund seiner strategisch bedeutenden Lage in 956 Metern Höhe war der Hartmannswillerkopf vom 26. Dezember 1914 bis zum 9. Januar 1916 Schauplatz erbitterter Gefechte. Die Bergkuppe galt im Ersten Weltkrieg aufgrund der vielen Menschenopfer als der „Menschenfresser“. Mit Blick auf die Vergangenheit entsteht hier nun ein neues Gedenkzentrum, das sich mit seiner originellen blatt- oder mandelförmigen Gestaltung harmonisch in die Waldlandschaft einfügt. Es soll als Symbol des Friedens und der Aussöhnung alle ansprechen und jeden berühren.

In der nun drei Jahre währenden Bauphase wurde die Krypta restauriert. Über das einstige Schlachtfeld führt heute ein animierter Lehrpfad. Im Auditorium wird der Erste Weltkrieg erläutert, es wird eine kartografische Darstellung der kriegführenden Staaten weltweit und regionaler Schauplätze geben, Informationen zum Gebirgskrieg, zu Kriegserfahrungen und dem zivilen Leben hinter der Front, sowie eine archäologische Ausstellung mit hier entdeckten Fundstücken. Der Besuch endet in einem Bereich des Gedenkens, der unter der Überschrift „von der Konfrontation zur Zusammenarbeit“ steht und wo die Besucher an einem Baum des Gedenkens Botschaften hinterlassen können. Die in deutscher, englischer und französischer Sprache verfügbaren Texte werden an die jeweilige Zielgruppe angepasst und berücksichtigen die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Deutschen und Franzosen. Der historische Diskurs wurde durch die Unterstützung eines wissenschaftlichen deutsch-französischen Rats bestehend aus zwei international renommierten Historikern, Gerd Krumeich und Nicolas Offenstadt, aufgearbeitet.

Neben dem Museum sind auch die am 1. Mai 2017 eröffnete Gedenkstätte sowie die Krypta täglich und kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Anlässlich der Eröffnung werden die Reiseleiter des Komitees des Nationalgedenkmals am Hartmannswillerkopf am 3. und 4. August kostenlose Führungen durch das Interpretationszentrum anbieten.

Infos unter www.memorial-hwk.eu