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Freizeitstress_20-11-18.jpgWenig Zeit für Gartenarbeit

Neben der täglichen Arbeit definieren wir Menschen uns über unsere Freizeitaktivitäten. Dabei sind die Betätigungsfelder so individuell wie wir selbst: Sport, Reisen, soziales Engagement oder einfach Nichts tun. Dabei steht die Mediennutzung ganz oben: Fernschauen oder Musik hören, Zeitung lesen, Internetsurfen oder Telefonieren. Grund dafür ist die mediale Dominanz durch das omnipräsente Angebot, die Bequemlichkeit, aber auch die Angst vieler Bürger, etwas zu verpassen. Das geht aus dem „Freizeit-Monitor 2018" der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor, für die über 3.000 Bundesbürger befragt wurden.

Ob Nachrichten, Unterhaltung oder soziale Kontakte - alles lässt sich heute jederzeit und von überall aus virtuell realisieren. Gerade Jüngere glauben, schnell raus zu sein, wenn sie nicht ständig online sind. So wird in allen Lebenslagen telefoniert, auf jede Nachricht möglichst gleich geantwortet und via Social Media kommentiert. Diese Rund-um-die-Uhr-Präsenz hat jedoch ihren Preis. Zunehmend mehr Bürger fühlen sich überfordert von der Medienflut und wünschen sich, öfters mal abzuschalten.

Soziale Aktivitäten "nur" zweitrangig

Die eigene Freizeit ist den Menschen weiterhin lieb und teuer - doch ist es auch die Zeit, in der man genau das machen kann, was man möchte? Immer weniger Bundesbürger verbringen ihre freie Zeit mit klassischen Freizeitaktivitäten wie Sport, Musizieren, Gartenarbeit, Heimwerken oder auch Ausflügen. Immer mehr Zeit (bei Jüngeren bis zu 100 Prozent) geht für den passiven Medienkonsum drauf. Nur noch drei soziale Aktivitäten (Zeit mit dem Partner verbringen, über wichtige Dinge reden und Kaffeetrinken) sowie vier regenerative Beschäftigungen (seinen Gedanken nachgehen, Ausschlafen, sich in Ruhe pflegen, Faulenzen) schaffen es ins Ranking der häufigsten Freizeitbeschäftigungen.

Zwischen den Geschlechtern zeigen sich Parallelen wie Unterschiede. Frauen wie Männer würden gerne häufiger spontan sein, mehr Ausflüge machen und öfter einfach einmal ausschlafen. Deutlich größer ist der Wunsch bei Frauen, einen Einkaufsbummel zu unternehmen, tanzen zu gehen, Wellness-Angebote zu nutzen, zu handarbeiten oder ein Musical zu besuchen. Männer würden sich dagegen gerne öfter handwerklich betätigen, zum Stammtisch gehen, mit dem Auto oder Motorrad unterwegs sein sowie häufiger Sex haben - was meist aber nicht klappt.

Freizeit-Stress statt Entspannung

Der Freizeitalltag vieler Bundesbürger gleicht daher einer Stress-Rallye. Sie springen von einer zur nächsten Aktivität, üben zahlreiche Betätigungen parallel aus und wollen überall dabei sein - aus lauter Angst, etwas zu verpassen. Sie nehmen sich in ihrer Freizeit oftmals zu viel vor und versuchen, jede freie Minute zu optimieren und zu nutzen. Dabei würden sie sich eigentlich lieber mit Freunden treffen, spontan ihren Bedürfnissen folgen oder einfach gern mal faul auf der Couch liegen, um den eigenen Gedanken nachgehen zu können.