Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

FL_2017_3.jpg25 Jahre Fruit Logistica in Berlin 

An apple a day keeps the doctor away oder wie man auf Deutsch sagt: „Ein Apfel täglich, keine Krankheit quält dich“. Diese Aussage mag so nicht unbedingt stimmen. Dennoch, eines ist unbestritten, Obst ist gesund. Auf der am 10. Februar zu Ende gegangenen FRUIT LOGISTIA 2017 in Berlin ging es nicht nur um das hierzulande beliebteste Obst, den Apfel sondern um den weltweiten Fruchthandel als Ganzes. Über 3.000 Firmen aus 86 Ländern waren vor Ort. Solch eine große internationale Anzahl von Ausstellern präsentierte sich noch nie in den Messehallen rund um den Funkturm. Viele halten deshalb das führende Branchentreffen des weltweiten Fruchthandels für die internationalste Messe der Welt.

Unter dem Motto Germany Your Garden präsentierte sich im 25. Jubiläumsjahr das Ausrichtungsland zum ersten Mal auch als Partnerland. Dass Deutschland der größte Verbrauchermarkt in Europa ist, ist bekannt. Zunehmend entwickelt sich deutsches Obst und Gemüse aber auch zum gefragten Exportprodukt. Das liegt zum einen an der streng kontrollierten Qualität deutscher Erzeugnisse und an der Verlässlichkeit der Handelspartner. Zum anderen werden mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) neue Märkte erschlossen und der bilaterale Handel gefördert.

Rund um den Globus wurden im Jahr 2016 über 2 Milliarden Tonnen Obst und Gemüse erzeugt. Das geht aus aktuell veröffentlichten Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) aus Bonn hervor. Der Verbrauch von Obst und Gemüse in Deutschland geht allerdings zurück. Kauften die Deutschen im Jahr 2014 noch 19,1 Kilogramm Äpfel pro Haushalt, so waren es im Jahr 2016 nur noch 18,1 Kilogramm. Mit dem zweitbeliebtesten Obst der Deutschen, den Bananen, geht es allerdings, was den Verbrauch pro Haushalt anbelangt, geringfügig bergauf. Wurden im Jahr 2014 rund 16,4 Kilogramm gekauft, so waren es im vergangenen Jahr 16,6 Kilogramm. Dennoch, der Trend geht, was den Verbrauch betrifft, bei den meisten Obstsorten nach unten. Ebenso beim Frischgemüse. Insgesamt, so die Statistik, kaufte im Jahr 2016 ein Haushalt 71, 1 Kilogramm frisches Gemüse und zahlte dafür 173,54 Euro.

Die Erzeuger und der Handel müssen sich etwas einfallen lassen. Das gilt auch für den hart umkämpften Apfelmarkt. Süß oder fein-säuerlich, mehlig oder knackig, rot, gelb oder grün, Äpfel gibt es für jeden Geschmack. Etwa 1000 Sorten reifen allein in Deutschland. Derzeit ist der Elstar einer der beliebtesten Äpfel des Landes.

 

In den letzten Jahren wurden neue Apfelsorten kreiert, wie Kanzi oder Junami. Sie sind inzwischen auf dem heimischen Markt gut integriert. Neu in Deutschland ist Rockit, eine kleine Apfelsorte, die durch ein gemeinsames Zuchtprogramm zwischen Australien und Neuseeland entwickelt wurde. Der Rockit ist angeblich der erste Miniapfel der Welt. Leuchtend rot in der Farbe, aber mit gut fünf Zentimetern Durchmesser deutlich kleiner als normale Sorten. Der Miniaturapfel ist ein moderner und gesunder Snack, knackig und süß. Die Hoffnung der Obstbauern aus dem Alten Land ist, dass er vor allem bei Kindern und Jugendlichen gut ankommt. Ob der Spruch, klein aber fein auch für den Bonsai Apfel gilt, werden die Verbraucher entscheiden. Ein Restrisiko bleibt, Geschmack ist keine feste Größe. Er ändert sich immer wieder mal. (TM)