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Gastfreundschaftliche_Stadt_Hamburg_28-10-17.jpgGastfreundschaftliche Stadt

Gastfreundschaft ist ein hohes Gut. Gastfreundschaft kann nicht verordnet oder per Gesetz erlassen werden; Gastfreundschaft kommt aus den Menschen heraus. Zum World Cties Day, den die Vereinten Nationen zum 31. Oktober ausgerufen haben, wurde nun eine Studie mit dem Thema „Innovative Verwaltung, Offene Städte“ vorgelegt. Ziel ist es, die Diskussion über nachhaltigen Tourismus und globale Urbanisierung weiter anzuregen.

In dieser Studie werden internationale Städte danach einordnet, wie gastfreundlich sie sind verglichen mit ihrem Maß an Overtourism sind. Berichte dieses Sommers haben gezeigt, wie Overtourism die Stimmung der lokalen Bevölkerung dämpft und das Erlebnis der Besucher beeinträchtigt. Jedem Reiseanbieter sollte es eine Verpflichtung sein, rücksichtsvolles Reisen und nachhaltigen Tourismus zu unterstützen. Mit der Studie sollen einerseits auf Städte aufmerksam machen, die beeindruckend zeigen, wie man Touristen verantwortungsvoll willkommen heißen kann, und andererseits eine Diskussion darüber anregen, welche Auswirkungen Overtourism auf Bewohner und umliegende Gemeinschaften hat.

Zuerst wurden die Top 500 Touristen-Destinationen (nach der UN-WTO), basierend auf Faktoren, die dazu führen, dass ein Besucher sich willkommen fühlt; wie eine angenehme Einreise (Flughäfen, Bahnhöfe etc.), die Zufriedenheit der Einwohner, die Bereitschaft, Touristen zu beherbergen und die Englischkenntnisse. Darüber hinaus untersuchten sie mithilfe einer Expertenumfrage von 15.000 Reisejournalisten, wie gastfreundlich sie jede Stadt anhand ihrer persönlichen Erfahrungen einschätzten. Daraufhin wurden alle diese Faktoren anhand mit einer Formel gewichtet, die den Overtourism jedes Reiseziels berechnet, um das Endergebnis von 100 Städten festzulegen. Diese Studie hebt eine bestimmte Auswahl beliebter Städte aus der ganzen Welt hervor, um einen internationalen Überblick zu geben, was bedeutet, dass es zweifelsohne viele gastfreundliche Städte gibt, die nicht in dieser Studie enthalten sind.

Sobald eine Stadt seine maximale Touristen-Aufnahmekapazität erreicht hat, treten Probleme wie Überfüllung, lange Warteschlangen vor Attraktionen und steigende Lebenshaltungskosten auf. Dies kann einen negativen Effekt auf das alltägliche Leben der Einheimischen haben und demzufolge die Gastfreundlichkeit der Stadt gegenüber ihrer Touristen beeinflussen. Um solch ein komplexes Problem wie den Overtourism beziffern zu können, wurden im Speziellen die Tourismus-Aufnahmekapazität jeder Stadt geprüft. Sie wurde mittels der Gegenüberstellung folgender Faktoren berechnet: Die Anzahl der Einwohner verglichen mit der Anzahl der Touristen in der Reise-Hochsaison, ließ das Maß an Überfüllung erkennen. Anschließend wurde ein Blick auf die Anzahl der lizenzierten Hotelbetten addiert mit der Anzahl der Peer-to-Peer vermieten Betten (pro Quadratkilometer) geworfen, was einen Hinweis darauf gibt, ob die Stadt über eine ausreichende Anzahl von Touristenunterkünften verfügt. Nachfolgend wurde eine zweite repräsentative Umfrage mit den Einheimischen der Städte durchgeführt, in der sie gefragt wurden, wie der Tourismus ihren Alltag positiv oder negativ beeinflusst hat. Diese Daten wurden genutzt, um einen gewichteten Mittelwert zu kalkulieren, welcher zum Gesamtwert des Overtourism einer Stadt beiträgt.

Nachfolgend finden Sie ein Beispiel der Ergebnisse für Hamburg, Deutschland. Die Platzierungen reichen von 1 bis 100, während Platz 1 die gastfreundlichste Stadt repräsentiert. Jeder Faktor wird mit einer Zahl von 1 bis 10 bewertet und je höher die Punktzahl, desto besser positioniert sich die Stadt unter diesem Faktor: Hamburg ist auf Platz 11 von 100, und damit die gastfreundlichste Stadt in Deutschland.

Über den World Cities Day der Vereinten Nationen: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen ernannte den 31. Oktober zum World Cities Day. Das allgemeine Thema des World Cities Day ist Bessere Stadt, Besseres Leben, während jedes Jahr ein anderes Unterthema ausgewählt wird, um entweder die Erfolge der Urbanisierung zu unterstützen oder bestimmte Herausforderungen anzugehen, die als Folge der Verstädterung auftreten. In diesem Jahr entschieden die Vereinten Nationen sich für das Thema Innovative Verwaltung, Offene Städte, um die bedeutende Rolle der Urbanisierung als Quelle von globaler Entwicklung und sozialer Integration hervorzuheben.

Methodologie

Zu Beginn der Studie wurden tausende Städte basierend auf Daten der UN-WTO unter die Lupe genommen. Dabei wurde der Fokus auf die 500 Top-Destinationen mit den meisten Ankünften einreisender Touristen gelegt, aus denen wir anschließend die finale Liste der 100 Städte ermittelten. Zuerst konsultierten wir Reisejournalisten und untersuchten das Maß des Overtourism jeder Stadt. Anschließend analysierten wir wie gastfreundlich jede dieser Destinationen ist, basierend auf den folgenden Faktoren: Expertenmeinung, Einreise, Sicherheit, Zufriedenheit, Englischkenntnisse und die Bereitschaft, Touristen bei sich aufzunehmen. Sobald wir die Ausgangsdaten ermittelt hatten, erstellten wir eine verhältnismäßige Rangliste für jeden dieser Faktoren. Die finale Rangliste ergab sich mittels einer gewichteten Bewertung aller Kategorien.