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Grundbesitz 01-05-19.jpgBauzinsen sinken weiter

Jetzt ist es wieder soweit: die Bau- und Hypothekenzinsen nähern sich dem historischen Zinstief. Doch aufgepasst: die Immobilienpreise steigen. Aber auch die Mieten klettern sich kontinuierlich nach oben. Hauptgrund sind die deutlich rückläufigen Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen, die bereits Ende März zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren wieder in den negativen Bereich fielen und seither um die Nulllinie pendeln.

So haben die Bauzinsen bereits bei fünf- und 20-jähriger Zinsbindung die Allzeittiefs vom Oktober 2016 egalisiert. Bei zehn- und 15-jähriger Laufzeit liegen die Zinsen im Schnitt nur noch wenige Basispunkte über ihren historischen Tiefständen ist aus der Zinsentwicklung abzulesen.

Wer jetzt einen Kredit über 300.000 Euro mit zehnjähriger Laufzeit, 60 Prozent Beleihungsauslauf und 2,5 Prozent Anfangstilgung abschließt, zahlt im günstigsten Fall weniger als ein Prozent Effektivzinsen pro Jahr. Die monatliche Rate beträgt knapp 850 Euro. Mindestens den gleichen Betrag müssen Mieter für eine 2,5-Zimmer-Wohnung in Ballungsräumen wie München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt aufwenden. Zum Vergleich: Vor acht Jahren hätten Verbraucher für die gleiche Kreditsumme noch durchschnittlich 4,3 Prozent Zinsen zahlen müssen. Die monatliche Belastung wäre mit 1.700 Euro doppelt so hoch gewesen.

Für einen Baukredit wird mit zehnjähriger Laufzeit derzeit im Schnitt ein effektiver Jahreszins von 1,14 Prozent verlangt (Allzeittief: 1,06 Prozent). Bei 15-jähriger Laufzeit beträgt der Durchschnittszins 1,53 Prozent pro Jahr (Allzeittief: 1,50 Prozent). Bei 20-jähriger Zinsbindung notiert der Index bei 1,75 Prozent - exakt auf dem Allzeittief vom Oktober 2016.

Was tun?

Wie sollten Immobilien-Interessenten jetzt agieren? Wer sein Lieblings-Objekt in entsprechender Lage gefunden hat, sollte angesichts der extrem niedrigen Zinsen nicht mehr warten, empfehlen die Baufinanzierer. Das ist auch nachzuvollziehen. Ob und wann die Immobilienpreise sinken – was sie bestimmt eines Tages wieder werden – ist momentan nicht absehbar. Und das Interesse der Baufinanzireer ist, das vorhandene Geld auf dem Markt anzubieten. Denn die Kassen sind voll. Wenn sie Geld bei der Bundesbank hinterlegen müssen, fallen Negativ-Zinsen an. Also ist es ratsam – aus deren Sicht – sich den extrem niedrigen Zins für eine möglichst lange Zeit zu sichern. Wer die gleiche Summe zum Beispiel für 15 oder 20 Jahre statt für zehn Jahre leiht, zahlt bei günstigen Anbietern nur 100 bis 200 Euro mehr im Monat. Das ist für viele noch darstellbar. Doch für untere Einkommensschichten ist auch bei dieser extrem günstigen Finanzierung kein Eigentum erwerbbar. Die Immobilienpreise sind einfach zu hoch. Günstiges Bauland nicht zu bekommen.