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Haendedesinfektion_Chirurgie.jpgAller Hand!

Saubere Hände sind nicht nur bei einem Chirurg entscheidend bei einer Operation. Generell sollte insbesondere in Kliniken und Krankenhäuser auf Sauberkeit geachtet werden. Das erscheint manchmal sehr schwierig. Denn viele Patienten und Besucher gehen täglich ein und aus. Auch große und kleine Hinweisschilder machen darauf aufmerksam – vielfach aber ohne Wirkung. Infektionen werden durch Nachlässigkeit verursacht. Erst wenn diese Nachlässigen einmal selbst betroffen sind, werden sie sensibilisiert. Doch dann kann es schon andere Menschen getroffen haben. Fatal.

Risikofaktor

Krankenhausinfektionen sind eine häufig auftretende Komplikation in der Patientenversorgung und haben zugleich erheblichen Einfluss auf die Behandlungsqualität. Europaweit erleiden jedes Jahr etwa 1,4 Millionen Menschen eine Infektion infolge ihrer Behandlung im Krankenhaus. Die hygienische Händedesinfektion sollte als wichtigste Einzelmaßnahme zur Reduktion von Infektionen somit von jedem Menschen beherrscht werden, der direkten oder indirekten Kontakt mit Patienten hat.

Studien zeigen, die Verkürzung der Händedesinfektion auf 15 Sekunden kann die Compliance der Händedesinfektion in der klinischen Praxis verbessern, ohne deren Wirksamkeit zu gefährden.

Händehygiene ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen persönlichen Gesundheitspflege. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft alle auf, sich von der globalen Bewegung einer universellen Gesundheitsversorgung inspirieren zu lassen, d.h. für alle Menschen in jedem Alter eine bessere Gesundheit und ein besseres Wohlbefinden zu erreichen. Dies schließt für alle ein, den Zugang zu qualitativ hochwertigen, unverzichtbaren Gesundheitsdienstleistungen zu haben, sowie zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und erschwinglichen Medikamenten und Impfstoffen. Infektionsprävention und -kontrolle, einschließlich Händehygiene, ist für die Erreichung einer besseren Gesundheitsversorgung von entscheidender Bedeutung, da es ein praktischer und evidenzbasierter Ansatz ist, der nachweislich Auswirkungen auf die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit auf allen Ebenen des Gesundheitssystems hat.

Insbesondere gilt es die Multiresistenten Erreger (MRE) einzudämmen. Denn gerade diese – bevorzugt sind es Bakterien – lassen sich nur schwer therapieren. Die Wirksamkeit von Antibiotika ist hier nur sehr eingeschränkt.

Selber handeln

Gründliches und regelmäßiges Händewaschen ist wichtig. Doch ist es damit schon getan? Schon als Kinder lernen wir, dass regelmäßiges und gründliches Händewaschen wichtig ist – vor allem, wenn wir auf der Toilette waren. Doch nicht nur dann! Denn unsere Händen kommen den ganzen Tag über in Berührung mit einer Vielzahl an Bakterien und Krankheitserregern.

Unbemerkter Kontakt

In den öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Händeschütteln und ganz besonders im Fitnesstudio sammeln wir durchgehend unbemerkt Viren und Dreck auf. Von unseren Händen verteilen wir diese dann ebenso schnell überall an unseren Körpern und leider auch im Gesicht. Besonders während einer Grippewelle wird daher zum vermehrten Händewaschen geraten. Doch auch in der restlichen Zeit des Jahres solltest du viel Wert auf Handhygiene legen.

Richtig waschen und abtrocknen

Einen einfachen und wirkungsvollen Schutz bietet regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Um die Hände wirklich gut zu reinigen, müssen sie mindestens 20 Sekunden lang gründlich mit Seife gewaschen werden. Dabei dürfen die Fingerzwischenräume nicht vergessen werden. Unterwegs können kleine Handdesinfektionspackungen in Handtaschenformat oder Desinfektionstücher dienlich sein.

Das Abtrocken nach dem Händewaschen ist für die Hygiene übrigens mindestens genauso wichtig wie das Waschen selbst. Denn mit nassen Händen werden Bakterien 500 Mal schneller übertragen als mit trockenen. Daher sind Handtücher zu Hause regelmäßig zu wechseln.

Auch die Geschirrhandtücher in der Küche sollten regelmäßig getauscht werden, da diese häufig feucht sind und so Bakterien geradezu anziehen. Zusätzlich zum Geschirrtuch sollte außerdem ein weiteres Tuch nur für die Hände bereitgehalten werden.

Lebensmittelzubereitung

Nicht nur zur Grippezeit kann gezieltes Händewaschen die Gesundheit schützen. Auch wenn bestimmte Lebensmittel zubereitet werden ist die Handhygiene wichtig. Dabei geht es nicht um die offensichtlichen Lebensmittel wie Fleisch oder die meisten Obst und Gemüse-Sorten, die vor dem ersten Bissen in die knackige Schale immer abgewaschen werden sollten. Auch bei Bananen und Avocados sollten nach dem Schälen immer unbedingt die Hände gewaschen werden und vorher möglichst nicht in Kontakt mit dem Fruchtfleisch kommen. Der Grund: An den Schalen hängen oft noch giftige Stoffe wie Pestizide und Fungizide.

Kein Spülmittel an die Hände

Beim Abwasch in der Küche hat man nur selten Handseife parat. Das gute Spülmittel erfüllt diesen Zweck doch auch. Oder? Lieber nicht, denn es ist wegen eines viel zu starken pH-Wertes oft schädlich für die Haut. Auch auf eine antibakterielle Handseife kann verzichtet werden – sie reinigt die Hände nicht gründlicher als normale Seife, schadet dank der enthaltenen Chemikalien jedoch der Umwelt und der eigenen Gesundheit.

Hygiene in der Handtasche

Handtaschen sind wahre Virenschleudern! Auf wenigen Quadratzentimetern tummeln sich tausende von Bakterien und heften sich an alle Gegenstände, die wir so mit uns tragen. Da hilft nur ein regelmäßiges auswischen und desinfizieren der modischen Alltagsbegleiter.

Gleiches gilt für die Oberflächen von Smartphones, Tablets und Co. – den Tag aber sammeln sich dort unzählige Bakterien. Da nützt das Händewaschen nicht viel, wenn sofort danach wieder zum Handy gegriffen wird. Deshalb solltest du auch diese Geräte regelmäßig desinfizieren.