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ASC_0231.JPGWo sind die Boote . . . 

Solche und ähnliche Fragen stellten sich die Besucher auf der Hanseboot in Hamburg, die noch bis zum 5. November 2017 in den Hamburger Messehallen läuft. Denn, wenn der Besucher vom Eingang Mitte die Hallen betritt, wird er mit Bekleidung, Bekleidung und nochmals Bekleidung überanstrengt. Daneben gibt’s dann Bettwäsche mit maritimen Motiven und Mustern. Oder Polstern für die Innenausstattung der Yacht. Oder Versicherungen für das eigene Boot. Doch wo sind die Boote? Diese gibt es dann auch; übersichtlich in zwei Hallen angeordnet. Doch 5 der 7 Hallen sind mit Zubehör und der besagten Bekleidung vollgestopft. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) ihre Wassersportmesse Hanseboot nach der Veranstaltung 2017 einstellt. Ein neues Format auf der Elbe soll folgen. Argumentiert wird damit, dass ein Konzentrationsprozess im Wassersportmarkt eingetreten ist. Auslöser soll die Finanzkrise in 2008 gewesen sein. Doch diese Krise hat alle Branchen getroffen. Alle haben sich erholt. Alle Messeformate profitieren von der guten wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Sogar der in extreme Schieflage durch die Diesel-Krise geratene Volkswagen-Konzern wird in 2017 der weltgrößte Automobilhersteller sein. Die Frage stellt sich, warum gerade ein natürlicher Messestandort für eine Wassersportausstellung es nicht schafft, Besucher und Aussteller für eine maritime Messe zu begeistern. Warum gelingt es den Machern der Messe nicht, Hamburg als einen attraktiven Standort für eine Wassersportausstellung zu gestalten. Nun plant die HMC gemeinsam mit der Stadt und dem Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verband, dem ideellen Träger der hanseboot, eine In-Water Boat Show in der Hansestadt. Wie das gelingen soll, ist noch nicht kommuniziert. Doch Messetermine sind rar. Und Hersteller können nicht „mal eben“ zum Beispiel zu einem Messetermine am Ende des Sommers neue oder überarbeitete Ausstellungsgüter liefern. Da wird Hamburg dann nach dem Sommer mit schon bekannten Produkten von den Frühjahrsmessen keine große Begeisterung bei Besuchern hervorrufen. Doch sei es drum . . .

Die Entscheidung ist gefallen. Wer die Hallenmesse Hanseboot noch einmal besuchen möchte, hat dazu bis zum 5. November noch die Gelegenheit. Die sollte auch genutzt werden. Denn danach wird es keine weitere Auflage geben. Wie wir auf einem Rundgang feststellen durften, ermöglicht die Messe einen guten Einblick in die maritime Szene. Vom SUP, vom Surfbrett über Segelboote bis zur motorgetriebene Yacht wird ein kleiner Einblick in diese Welt geboten. Vielleicht ist das für einige Besucher der Einstieg in den Wassersport. Zum Abschied von der Hanseboot bieten die Hamburger allen Besuchern eine besondere Vergünstigung an: Zur ersten Veranstaltung im Jahr 1961 zahlten die Besucher sechs D-Mark für eine Eintrittskarte. 2017 kostet das Ticket pro Person drei Euro. Darüber hinaus bietet die Hansestadt viele weitere Möglichkeiten neben dem maritimen Event. Theater, Musical, Shopping oder einfach nur der Bummel durch die Stadt ist immer eine tolles Erlebnis.