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Hotel_La_Mamounia_c_Catherine_Mead_Photography.jpgHeiraten in Marrakesch 

Natürlich muss am Tag der Liebe, dem Valentinstag, auch das Thema Heiraten und Ehe auf den Tisch, pardon, in Zeilen gebracht werden. Und wer hätte das gedacht: Hochzeiten im Ausland liegen im Trend. Ist die passende Location erst einmal gefunden, lassen sich einige Paare auch gern von den traditionellen Bräuchen vor Ort inspirieren. Denn auch bei Hochzeitsbräuchen gilt: Andere Länder, andere Sitten. Von Italien, Griechenland über Marokko bis nach Kolumbien feiern Paare den schönsten Tag im Leben auf unterschiedliche Art und Weise. Einige der schönsten Plätze zum Heiraten und die dazugehörigen Bräuche hat luckx - das magazin dank Unterstützung zusammengestellt:

Tradizioni Matrimoniali – So geht heiraten auf Sardisch

Italienische Hochzeiten sind vor allem eins: groß. Es werden nicht nur alle Verwandten, Freunde und Kollegen, sondern sogar die gesamte Nachbarschaft zum großen Fest eingeladen. Typisch italienisch spielt auch auf Sardinien das Essen eine wichtige Rolle. Ein typisches sardisches Hochzeitsgericht ist la suppa cuata, auch Zuppa Gallurese genannt. Eine deftige Fleischbrühe mit Brot, Kräutern und Käse, die wie eine Lasagne geschichtet und gebacken wird. Suppa Cuata bedeutet verborgene Suppe, weil sie auf Festen meist versteckt und erst als überraschendes Highlight serviert wird. Damit der Weg ins Ehebett ein wenig komplizierter wird, statten die unverheirateten Freundinnen der Braut das Schlafgemach der Eheleute mit lustigen Überraschungen und kleinen Fallen aus. Eine nettere Aufgabe kommt der Brautmutter zu: Sie bereitet die Corredo für die Braut vor. Das ist die Grundausstattung für das Eheleben bestehend aus Bettwäsche, Handtüchern und Laken.

Koumbara, Koufetta und Kuchen – Heiraten auf Griechisch

Griechische Hochzeiten sind lebenslustig und bunt. Während der Hochzeitszeremonie trägt das Brautpaar die sogenannte Stefana, einen Hochzeitskranz. Die Kränze symbolisieren, dass das Brautpaar nun König und Königin in ihrem Königreich sind. Eine wichtige Tradition betrifft die Schuhe der Braut. Auf die Sohlen werden die Namen ihrer unverheirateten Freundinnen geschrieben. Auf griechischen Hochzeiten ist es üblich, die ganze Nacht lang zu tanzen. Diejenigen, deren Namen am Ende des Tages nicht mehr zu lesen sind, werden selbst bald heiraten. Weit verbreitet sind auch die Koufetta. In anderen Ländern kennt man sie auch als Hochzeitsmandeln. Die Griechen stellen sie meist selbst her und verschenken sie dann an Freunde und Nachbarn. Die frischen Mandeln mit ihrem bittersüßen Geschmack symbolisieren die Höhen und Tiefen der Ehe.

Heiraten deluxe auf orientalisch – La Mamounia in Marrakesch

Eine marokkanische Hochzeit dauert zwischen vier und sieben Tagen. Das zeremonielle Milchbad erhält die Braut fünf Tage vor dem wichtigsten Tag in ihrem Leben und stellt eine Art Reinigung dar. Am Hochzeitstag selbst bekommt sie an Händen und Füßen aufwändige Verzierungen mit Henna und Edelsteinen. Wenn sie dann fertig frisiert und geschminkt ist, muss die Braut anschließend drei Mal um das zukünftige gemeinsame Haus, in welchem sie mit ihrem Mann leben wird, laufen. Bei der Feier selbst sind Männer und Frauen getrennt. Nur der Bräutigam darf zur Frauengesellschaft. Abends tragen Hochzeitsbedienstete die Braut unter lautem Jubeln auf einem Tisch in eine Kammer, wo sie mit ihrem zukünftigen Mann Zeit verbringt, während die anderen weiter feiern. Dieses Ritual wird in den nächsten sieben Tagen wiederholt.

Una gran fiesta in Kolumbien – südamerikanisches Hochzeitsflair

Kolumbianische Hochzeiten sind vor allem rauschende Feste, bei dem kein Auge trocken bleibt. Bei der eigentlichen Feier geht es prinzipiell um drei Sachen: Essen, Trinken und Musik. Ein sehr schöner Hochzeitsbrauch aus Kolumbien ist die Kerzen-Zeremonie. Nach dem Ringtausch wird ein dreiarmiger Kerzenleuchter vor dem Brautpaar aufgestellt, an dem die Braut die rechte Kerze entzündet, der Bräutigam die linke. Brennen die beiden äußeren Kerzen, werden sie vom Brautpaar aus dem Leuchter genommen, um damit gemeinsam die mittlere Kerze anzuzünden. Die äußeren Kerzenflammen werden dann gelöscht, so dass nur noch die gemeinsam entzündete Flamme in der Mitte des Leuchters brennt.

Traditionelle Bräuche und funkelndes Ambiente: Heiraten in Tirol

Für unbekannte Bräuche und eine einzigartige Location müssen Brautpaare keine teure Fernreise buchen, denn diese finden sie direkt beim österreichischen Nachbarn: Am Vorabend der Hochzeit wird der Braut dort traditionell ein Ständchen gesungen — in früheren Zeiten wurde dieses vor dem Elternhaus gesungen und symbolisierte das Ende der Jugend. Die Sänger bekommen nach ihrem Einsatz eine stärkende Brotzeit serviert und es bleibt Zeit, mit der Braut in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen. Nach dem langen Abend vor ihrem großen Tag ist der Braut jedoch kein Ausschlafen vergönnt: Mit Sonnenaufgang kommen Nachbarn und Freunde, um sie unsanft aus dem Schlaf zu wecken — mit Schüssen oder Böllern wird die Braut begrüßt. Durch den Lärm sollten einst auch böse Geister vertrieben werden.