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Hirschbrunft 23-09-19.jpgBrunftzeit

Es ist schon besonderes Erlebnis, wenn die Paarungszeit des Rotwildes beginnt. Lautes Brunftgeschrei ertönt durch die Nacht. Wer so etwas noch nicht erlebt hat, sollte jetzt die Zeit nutzen, und dem Hirsch bei der Paarung zuhören. Möglich ist das in den Harzer Wäldern.

Abendstimmung

In der herbstlichen Abenddämmerung buhlen Hirsche um die Gunst ihrer weiblichen Artgenossen. Das beeindruckende Naturspektakel der Brunftzeit des Rotwildes zieht Harz-Besucher an. Natürlich lässt sich das Schauspiel bei geöffneten Fenster auch im Auto verfolgen. Dazu sind am besten Parkplätze geeignet, die in der Nähe von Tälern sind. Spektakulärer ist es, begleitet Nationalparkranger und Förster der Region, das Schauspiel noch näher zu erleben. Denn diese kennen die besten Plätze und Zeiten für das magische Ereignis.

König der Harzer Wälder

Der Rothirsch – der Jäger nennt es Rotwild - ist die größte Tierart des Harzes und die am häufigsten vertretene Wildart der Region. Obwohl der Harz diesen Tieren kaum noch ausreichend weitläufigen, naturnahen Raum bietet, gehören die imposanten Tiere weiterhin zu den Bewohnern dieser mystischen Bergwildnis. Ideal für die Bedürfnisse dieser Tiere wäre ein weitläufiger Lebensraum von rund 10.000 Quadratkilometern mit entsprechenden Ruhezonen. Hier könnten die Tiere auch ihr typisches tagaktives Verhalten zeigen und in den Sommermonaten ihren Spieltrieb ausleben. Dann jagen Kälber in Rudeln dahin, verfolgen sich durch Altholzbestände und beweisen Lebensfreude durch ihre Vertrautheit im Raum und das geräuschvolle Dahinziehen im Rudel. Rufend verständigen sich Muttertiere und Kälber in Begleitung von blutsverwandten Tanten, Schmaltieren, jungen Basthirschen und Spießern.

Geeigneter Ruheraum

Der Harz hingegen bietet insgesamt nur eine Fläche von 2.500 Quadratkilometern. Umso wichtiger ist es daher, geeignete Ruhe- und Schutzzonen für das Rotwild zu schaffen. Auch im Schutzgebiet des Nationalparks Harz sind diese Tiere heimisch.

Der Rothirsch des Harzes ist ein eher leichtgewichtiger Hirsch – ein Berghirsch im typischen Sinn. Wendig, leichtfüßig und raumgreifend trabend gleitet er bei einer Störung oder überraschenden Begegnung mit Wanderern durch die lichtdurchfluteten Altfichtenbestände der Hochlagen.

Für Augenblicke wird er wahrgenommen – der Blick des Betrachters folgt den Fluchten, bis der Hirsch zwischen den Bäumen und natürlichem Unterwuchs entschwindet. Nur ein kurzer Augenblick, ein Moment – aber alle Sinne des Beobachters sind ergriffen von diesem Anblick. Wildtiere fesseln, berühren das Auge, machen eine Begegnung in freier Natur zu einem Erlebnis und sorgen für bewegte Emotionen. Im Herbst lassen die Rothirsche Besucher des Waldes an ihrem spektakulären Brunftverhalten teilhaben. In der Abenddämmerung ertönt das laute Rufen oder Röhren der männlichen Tiere, die damit Rivalen vertreiben und Hirschkühen imponieren wollen. Damit sich dieses eindrucksvolle Verhalten entwickelt, müssen die Tiere gerade in dieser Zeit besonders geschützt werden. Jede Störung ist Tierquälerei und führt zur Veränderung des natürlichen Verhaltens der Tiere bis hin zum vollständigen Rückzug.

Entsprechend werden im Herbst kleine Waldbereiche für den normalen Wanderverkehr befristet gesperrt. Unvergessliche Hirschbrunft-Abende sind zudem am besten unter fachkundiger Begleitung erlebbar.