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Hitzewelle 25-07-19.jpgSchweißperlen

Was für uns Deutsche heiße Temperaturen sind, wird in Südeuropa eher unter „laues Lüftchen“ gehandelt. Denn Temperaturen um 25°C bedeutet in den südeuropäischen Ländern eher „warm anziehen“ als T-Shirt Wetter. Wer den heißen Temperaturen zuhause ode am Mittelmeer paroli bieten möchte, sollte auf die Erfahrungen der Südeuropäer zurückgreifen. Luckx – das magazin hat Tipps und Tricks gesammelt für heiße Tage.

Statt Schweinebraten und Schnitzel

Wenn die Temperaturen steigen, setzen Südländer vermehrt auf kalte und vor allem leichte Gerichte. Ideal sind kühle Suppen, die ganz ohne Kochen zubereiten sind, wie etwa die spanische Gazpacho, eine Tomatensuppe, oder die bulgarische Tarator, eine kalte Gurkensuppe mit Joghurt, Dill und gehackten Walnüssen.

Auf Sizilien gibt es an besonders heißen Tagen im Sommer bereits zum Frühstück Granita al caffè, ein halbgefrorenes Kaffee-Sorbet. Und auch in Griechenland genießt man statt heißem Mokka lieber den eisgekühlten Frappé. In Ländern wie Griechenland oder Spanien vermeidet man es außerdem, früh zu Abend zu essen. Dort beginnt die Abendessenszeit erst gegen 22 oder 23 Uhr. Zudem kocht man, wer die Möglichkeit hat, bevorzugt im Freien und verhindert so, dass sich die Wohnung durch die Nutzung des Herdes noch weiter aufheizt.

In Indien nutzt man zudem die Ayurvedische Lehre und die darin als „kühlend“ beschriebenen Gewürze und Kräuter, wie zum Beispiel Dill, Fenchel, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Kurkurma, Minze, Safran oder frischen Ingwer. Aber auch Kokosnüssen, Melonen und Gurken sowie bitteren Gemüsesorten wie Artischocken oder Radicchio schreibt man kühlende Eigenschaften zu.

In den wärmeren Gefilden achtet man zudem besonders auf den erhöhten Flüssigkeitsbedarf. In der Türkei wird klassisch warmer Tee gereicht aber auch Ayran, ein Joghurtgetränk mit Salz, hilft dabei, den Flüssigkeitshaushalt und die durch das Schwitzen verloren gegangenen Elektrolytspeicher aufzufüllen.

Passender Look

Je heißer der Tag, desto weniger Kleidung. Was im Grunde logisch klingt, ist leider oft eine Milchmädchenrechnung. Leichte, weite Kleidung ist an heißen Tagen die bessere Wahl. In Ägypten wählt man in der Hitze langärmlige Baumwollblusen und auch in Mexiko liegt man mit weiter Leinenkleidung an heißen Tagen im Trend. Komplettiert wird das Outfit mit einem Sombrero, welcher nicht unbedingt groß wie ein Wagenrad sein muss, sondern schlicht und einfach Hut bedeutet. In Ägypten und Thailand wird hingegen auch oft ein Regenschirm zum Sonnenschutz zweckentfremdet. Besonders coole Westen trägt die Polizei an heißen Tagen in Japan: Unter den Armen und am Rücken befinden sich dort extra Taschen für Kühlakkus.

Mittagspause

Die Sonne steht im Zenit, das Hirn brodelt, die Hände kleben an der Tastatur? Höchste Zeit für eine – nicht nur in Spanien beliebte – Siesta. In der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr bleiben viele kleinere Geschäfte geschlossen und wer kann, zieht sich in die Kühle seines Hauses zurück. Wer aufgrund fester Arbeitszeiten keine Zeit für eine längere Pause hat, der sollte es den Italienern oder Franzosen gleich tun und die Mittagspause für eine kurze Abkühlung im nächstgelegenen Brunnen nutzen. In New York werden sogar bei hohen Temperaturen Hydranten zu Außenduschen.

Abkühlung

Auch wenn es die Hitze nur kurzfristig lindert: In Brasilien schwört man darauf, Parfums und (Sonnen-) Cremes im Kühlschrank zu lagern – für den extra Frischekick beim Auftragen. Ebenfalls hilfreich und in Down Under beliebt: Nasse Socken oder Kopfkissen tagsüber in die Gefriertruhe stecken und abends beim zu Bett gehen die Kühle genießen. Hilft das alles nichts, sollte man einen Standortwechsel für die Nacht in Betracht ziehen. Warum nicht einfach auf dem Balkon oder dem Dach übernachten – wie es auch in Ägypten bei hohen Temperaturen üblich ist?