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MANFeuerwehr_26-09-16.jpgNeue Ideen sind der Antrieb 

Zeit des Umbruchs ist angesagt. So jedenfalls sieht es der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. So wird die Nutzfahrzeugwelt von Neuheiten angetrieben. Für mehr als 2.000 Ausstellern aus über 50 Ländern ist die weltweit wichtigste Leitmesse für Transport, Logistik und Mobilität eine internationale Leistungsshow. Auch wenn die Fahrzeuge nicht in Deutschland verkauft werden, so ist es auch für den russischen Nutzfahrzeugproduzenten GAZ wichtig, präsent zu sein. Gesucht wird der Kontakt zu Schwellenländern, wo die einfachen, aber robusten Fahrzeuge aus russischer Produktion, Absatzchancen ermöglichen.

Die IAA ist der Querschnitt durch die gesamte Branche, von den Fahrzeugen bis hin zu Transport und Logistik; von den Herstellern von Trucks und von Transportern, von Bussen und Trailern bis hin zu den vielen mittelständischen Zulieferern. Auch Startups sind präsent.

Mit rund 180.000 Beschäftigten sei jeder vierte Mitarbeiter in der deutschen Automobilindustrie im Nutzfahrzeugbereich beschäftigt. Wissmann wies darauf hin, dass der VDA gemeinsam mit anderen Verbänden und der IG Metall eng im Bündnis „Zukunft der Industrie“ zusammenarbeite mit dem Ziel, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu stärken.

Das Nutzfahrzeug hat eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung. Ohne LKW und Transporter gäbe es kein Bier, Obst und Gemüse im Laden. Auch Energie wie Heizöl würde im Lager liegen bleiben. Viele Annehmlichkeiten des täglichen Lebens werden erst durch die Transportleistung des LKWs möglich. Darüber hinaus ist der E-Commerce-Umsatz ist seit dem Jahr 2000 um das 17-fache gestiegen. Ohne den Transporter wäre das undenkbar. Schon die junge Generation profitiere von den treuen Diensten der Nutzfahrzeuge: Pro Tag bringt der Bus 2,7 Millionen Schüler zur Schule und wieder zurück. Und wenn der Schulabschluss geschafft ist, dann helfen die Nutzfahrzeuge selbstverständlich mit, die erste eigene Wohnung zu beziehen. Etwa 2 Millionen Umzüge begleitet das Nutzfahrzeug pro Jahr.

Aber auch in Gefahren und Notfallsituationen sei das Nutzfahrzeug oftmals erster Helfer: So leistet es pro Jahr über 11,7 Mio. Rettungs- und Krankentransportfahrten, Feuerwehrwagen löschen jährlich über 200.000 Brände.

 

 

Ohne Nutzfahrzeuge würde keine Müllabfuhr, keine Straßenreinigung, kein Räumdienst im Winter funktionieren.

Moderne Nutzfahrzeuge weisen eine hohe Sicherheitsausstattung aus. So verfügten sie serienmäßig über ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), Spurverlassenswarner und Notbremsassistent. Das sei allerdings nur ein Zwischenstand: Mehr ist das Ziel. Unfallfreies Fahren durch Automatisierung. Multifunktionskameras, Radar- und Ultraschallsensoren werden helfen.

Ein weiterer wichtiger Komplex ist die Vernetzung. Künftig werden Fahrzeuge mit der gesamten Verkehrswelt vernetzt sein. In Echtzeit werden sie sich gegenseitig austauschen, wenn ein Stau oder ein Unwetter droht. Über 400 Sensoren erfassen bereits heute in einem modernen Sattelzug Daten. Sie erzeugen 100 Millionen Zeilen Software – das ist mehr als in einem Jet. Die Vernetzung werde den Transport noch sicherer und noch effizienter machen

Damit Automatisierung und Vernetzung ihre Vorteile voll zur Geltung bringen könnten, müsse auch der rechtliche Rahmen Schritt halten. Insbesondere beim Ausbau der digitalen Infrastruktur und bei Fragen der Datensicherheit.

Auch bei der weiteren Reduktion der CO2-Emissionen im Güterverkehr seien gemeinsame Anstrengungen erforderlich,. Mit einem umfassenden, integrierten Ansatz können die CO2-Emissionen neuer Lkw bis 2020 gegenüber 2005 um weitere 20 Prozent sinken. Dafür müssen alle in Transport und Logistik an einem Strang ziehen. Klar ist auch: Wir

Auf der Antriebsseite wird es in der Zukunft einen breiten Mix geben. Gleichzeitig gewinnen alternative Antriebe immer mehr an Bedeutung. Erdgas zum Beispiel sei bei Bussen schon im Einsatz und biete auch für Trucks das Potenzial, CO2 zu verringern. Für den breiten Einsatz sei eine gute Tank- und Versorgungsinfrastruktur unverzichtbar.

Ohne Hybrid- und Elektroantriebe werden künftig keine Transporte mehr erledigt werden können. Leichte Nutzfahrzeugen im Liefer- und Verteilerverkehr werden die Aufgaben übernehmen (müssen). Denn die Städte wachsen weiter wie der Online-Handel.