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ASC_1344.JPGISPO - Erste Highlights für den nächsten Winter 

Die Internationale Sportatikel Messe in München gab einen ersten Vorgeschmack auf den kommenden Winter. Die Stimmung bei Handel und Industrie konnte aufgrund der Schneelage nicht besser sein. Doch, am Ende dieses Winters weiß der Handel, wo die Reise hingegen wird und ob die Läger tatsächlich geleert wurden. Denn in den letzten Wintern war die Skisportbranche nicht gerade von der Sonne, besser vom Schnee, verwöhnt worden. Nur in den skandinavischen Ländern – bei geringerer Schneelage – war Wintersport wie üblich möglich. Das beschränkte auch den Bedarf bei der Weiterentwicklung der Ausrüstung. Doch die „wahren“ Skisportenthusiasten hält das nicht ab, ihre Ideen zu präsentieren. Aber Ideen allein reichen nicht.

Der Markt bei den Skilanglaufbindungen ist zwischen Salomon und Rottefella aufgeteilt. Nachdem Salomon über viele Jahre den mitteleuropäischen Markt dominierte, konnte in den letzten Jahren Rottefella mit dem NNN System viel Boden gut machen. Einige der großen Schuh- und Skihersteller sind nach und nach auf das Rottefella System umgestiegen. So präsentiert Rottefella gemeinsam mit dem norwegischen Skihersteller Madshus eine echte Innovation für den klassischen Skilanglauf. Wer sich beim Skilanglauf auskennt, weiß um die Problematik des richtigen Skiwachses und richtigen Ski. Was auf dem ersten Blick als Problem des Spitzensportler erscheint, trifft den Freizeitskiläufer ebenfalls: der Ski ist zu glatt, rutscht im schlimmsten Fall zurück und ein Fortkommen am Berg erscheint sehr mühevoll bis aussichtslos. Die Lösung hieß bisher umwachsen. Doch es gab schon in der vergangenen Saison mit dem Verstellen der Bindung auf dem Ski eine Alternative. Damit konnte der Schuhe auf dem Ski verschoben werden. Der Druckpunkt änderte sich und der Grip konnte wieder erreicht werden. Der Aufwand war etwas mühsam (anhalten, Ski abschnallen, Bindung mit Schlüssel lösen, Bindung verstellen, Bindung feststellen, Ski wieder anschnallen, weiterlaufen; mit allen den Problemen). Nun hat Rottefella das System weiter verbessert. Ein kleiner Verstellmotor – vor der Bindung montiert (siehe obige Abbildung) übernimmt die Einstellarbeit und verschiebt die Bindung und damit den Druckpunkt. Ein kleiner Schalter wird dafür am Stock oder Handschuh befestigt. Das Gewicht ist unwesentlich höher im Vergleich zur manuellen Bindungen. Es erscheint so, dass diese Lösung das Nonplusultra sein wird. Preis: ? Liefertermin: 2018, aber wage. Weitere Infos: Fehlanzeige. Ob der internationale Skiverband sich wie in der Vergangenheit bei anderen Entwicklungen bei der Zulassung sträubt, bleibt abzuwarten.

Was auf der einen – norwegischen – Seite wage ist, bringt der österreichischer Skihersteller Fischer im nächsten Winter definitiv auf den Markt: Turnamic (bitte englisch aussprechen). Gemeinsam mit Rossignol wird der „Dreh“ im wahrsten Sinne des Wortes gewagt. Musste in der Vergangenheit eine Lasche oder ein anderes Element der Bindung hochgezogen werden; was mit kalten Händen oder dicken Handschuhen schwierig war, so wird jetzt gedreht. Ob links- oder rechtsherum, egal – beide Richtungen funktionieren (siehe Abbildung). Der Dreh ist aber nicht der einzige Grund, warum sich die Österreicher als Systemführer der Sache angenommen haben. Denn die Langlaufbindung ist das Herzstück des gesamten Nordischen Set-ups. Durch sie werden Kraft und Dynamik des Langläufers vom Schuh über den Ski auf den Schnee gebracht. Für den nächsten Winter wurden neu entwickelte Bindungen, Bindungsplatten und Langlaufschuhsohlen vorgestellt. Die neuen Sohlen und Bindungen sind kompatibel mit dem weltweit etablierten Rottefella NNN-Sohlenprofil.

Die neuen Produkte sind für alle Altersgruppen und Könnensstufen gemacht. Intuitiv und leicht bedienbar. Die Österreicher sehen darin einen wichtigen Schritt, um Könner davon zu überzeugen und neue Kunden vom Langlauf zu begeistern.ASC_1244.JPG

Überzeugend ist die einfache Bedienbarkeit. Durch den Turn Lock Drehhebel gelingt der Ein- und Ausstieg so leicht wie noch nie. Egal in welcher Situation: die Bindung lässt sich sicher schließen und spielend öffnen. Auch bereits bei der Montage für den Fachhändler hat das System durch einfaches und zeitsparendes Aufschieben der Bindung überzeugt.

Über die komplette Modellpalette hinweg besteht darüber hinaus die Möglichkeit der einfachen werkzeuglosen Verstellbarkeit. Dies ermöglicht vor allem bei Classic Wachs-, Fell- und anderen Steighilfeski, aber auch bei Skatingski, sekundenschnelles Tuning. Denn in jedem Leistungsbereich bietet Fischer diesen Vorteil: Nach vorne geschoben bietet sich mehr Grip, nach hinten geschoben verbessern sich die Gleiteigenschaften spürbar. Vom Einsteiger bis hin zum Weltcupläufer profitiert jeder davon.

Durch die optimierte Abstimmung der Komponenten Schuh-Bindung-Platte-Ski wird mit Turnamic zudem eine nie dagewesene Laufdynamik spürbar. Die von Fischer aus dem alpinen Skilauf bekannte Flowflex Technologie der Bindung gibt dem Ski die Möglichkeit sich völlig frei zu bewegen. Während für den Rennläufer die optimale Kraftübertragung das schlagende Argument ist, weiß der Genussläufer die perfekte Kontrolle zu schätzen. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Rossignol.

Vor der nächsten Saison wird luckx – das magazin die Produkte testen und darüber berichten.