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ModoItaliano_20-11-16.jpgModo Italiano Zuhause 

Auch wenn der Sommerurlaub im sonnigen Süden vorbei ist, Erinnerung bleiben zurück. Wie schön war der abendliche Sonnenuntergang. Von der Terrasse des Hotels schweifte der Blick übers Meer. Nun hat jeder ganz besondere, eigene Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres. Und jedes Land hat seine eigenen Gepflogenheiten und kulturellen Unterschiede. Der sogenannte „modo di fare“ in Italien, frei übersetzt die italienische Lebensweise, hat einen ganz besonderen Charme und manchmal auch so manch interessante Eigenart. Hier ein paar Erinungsrituale.

Kaffeekultur unter der Lupe: Un „Expresso“ per favore

Kaffeegeschmäcker sind verschieden. Aber gerade im Land des Stiefels, wo keine internationale Kaffeekette bisher Fuß fassen konnte, legt man besonderen Wert auf die Trinkkultur der braunen Bohne. Zunächst heißt das kleine, heiße und immer gut gesüßte Heißgetränk unbedingt Espresso mit einem zischenden „S“ und nicht etwa Expresso. Die Italiener nennen den kleinen Braunen auch einfach nur „caffè“. Vollkommen richtig und sehr italienisch dagegen ist es nach jeder Mahlzeit und nach 12.00 Uhr einen caffè zu bestellen, auch noch um Mitternacht. Der in nördlicheren Breitengraden so beliebte Cappuccino bereitet den Italienern wegen des hohen Milchanteils jedoch Bauchschmerzen. Der Cappuccino ist ganz dem Frühstück vorbehalten und wird niemals mehr am Nachmittag getrunken sowie auch sehr ungern serviert. Daheim bringt ein regelmäßiger Bar-Besuch in einer kleinen italienischen Espresso Bar Italo-Flair zurück.

Käse bleib‘ fern von Fisch!

Ein erinnerungswürdiges Geschmackserlebnis, das aus Sicht der Italiener niemals mit einem anderen italienischen Klassiker kombiniert werden darf: Käse. In Italien gilt es als kulinarisches Verbrechen, Pasta mit Fisch oder Meeresfrüchten etwa mit Parmesan zu würzen. Beim Italiener daheim sagen Gäste also am besten „no grazie“, sollte ihnen zu den Spaghetti Vongole Parmesan Käse angeboten werden.

Tranquillo/a: Nur mit der Ruhe

Die meisten Läden und Büros schließen in Italien zwischen 13 und 16 Uhr für die „ora di riposo“, die sogenannte Mittagsruhe. Währenddessen können Urlauber nur in wenigen Geschäften einkaufen und auch nur einige Supermärkte sind durchgehend geöffnet. Der strikte Urlaubszeitplan vieler Nordeuropäer muss hier pausieren – im Zeitplan ist plötzlich auch Platz für Erholung. Der entspannte Lebensstil der Italiener sollte genossen werden. Ganz nach Art des der Italiener sollten Ruheoasen – gemütliche Sitzgelegenheiten unter Pavillions, lauschige Sessel unter schattenspendenden Bäumen oder zum Träumen einladende Hängematten, genutzt werden. Auch wenn sich die Urlaubsrückkehrer oft keine so ausgedehnte Mittagspause wie die der Italiener erlauben können – sie sollten öfter einmal bewusst auswärts essen gehen oder in der Pause ein schönes Buch lesen. Für eine Ruheoase daheim ist auch die Anschaffung einer Hängematte eine gute Idee – die gibt es für drinnen und draußen.

Niemals vor 19.30 Uhr Abendessen

Das Abendessen ist in Italien gleichzeitig Abendprogramm und Entertainment. Die Vorbereitung auf den Abend wird zelebriert: Mit dem Outfit kommen Italiener zur abendlichen Verabredung. Zuhause bringt ein italienischer Abend mit Freunden die Erinnerungen zurück. Zu den beliebten Klängen von Zucchero, Eros Ramazotti oder Adriano Celentano und einem guten Teller Pasta kann die „notte italiana“ beginnen – unbedingt nach 19.30 Uhr.

In den Tag starten: Cornetto e caffè

In Hotels gibt es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit allem, was das Herz begehrt. Von Eiern in allen Varianten über feinste Wurstspezialitäten bis hin zu fantastischen Käsesorten. Für den durchschnittlichen Italiener wäre ein solches Frühstück allerdings ein schlimmes Vergehen. Er frühstückt am liebsten mit einem Cappuccino und einem Cornetto – einem croissant-ähnlichen Hörnchen wahlweise gefüllt mit Schokolade, Creme oder Marmelade. Viele Bäcker bieten auch im deutschsprachigen Raum mittlerweile italienische „cornetti“ an. Vorbei schauen und den Start in den Tag auf Italienisch genießen – Buongiorno!

Pizza braucht Bier

Pizza gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Italiener und passt eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Speisekarte. Wenn es zur Getränkewahl kommt, so ist unbedingt ein Bier zu bestellen. Wein wäre in italienischen Augen bei Pizza die falsche Wahl. Aber auch hier gilt: Jeder bestellt im Grunde, worauf er Lust hat.

Ciao Bella

Italiener legen viel Wert auf ihr Äußeres. So wurden sie laut einer Umfrage als die attraktivste Nation gewählt. Ein Grund dafür mag der ausgeprägte Sinn für Stil und Design sein. Aber im Grunde kommt wahre Schönheit ja von innen und so trägt das italienische Leben an sich, wie Lebensrhythmus, Klima und Ernährung zum Strahlen der Mensch bei. Insbesondere für Sardinien heißt es, dass nirgendwo so viele Hundertjährige leben würden, wie auf der sonnenverwöhnten Mittelmeerinsel. Die Sarden leben einfach, ihre Küche ist an die Traditionen gebunden und gilt als ausgesprochen gesund.