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JogginghosenTag_02-01-17.jpgJogginghosen-Tag

Nachdem wir schon über Nichts (-Tag) berichtet haben, liegt ein anderer Gedenktag gleich direkt daneben. Am 21. Januar 2017 kommt sie zu ihrer Anerkennung: die Jogginghose. Der internationale Jogginghosentag wurde ins Leben gerufen, damit das vermeintlich praktische und bequeme Kleidungsstück zumindest an einem Tag im Jahr kein Schattendasein führen muss. An diesem Tag darf die Jogginghose sich überall zeigen: in Paris auf dem Champs-Élysées, auf der New Yorker 5th Avenue und überall dort, wo sonst die Haute Couture getragen wird. Zum Leidwesen einiger besonders modebewusster Persönlichkeiten. Denn der Guru der Modeszene, Karl Lagerfeld, stellte fest, dass, wer eine Jogginghose trägt, die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Nun, da die Modewoche in Berlin am Tag dieses bemerkenswertes Kleidungsstückes glücklicherweise schon zu Ende ist, wird es in der Szene nicht zum Eklat kommen. So hoffen wir es wenigstens.

Als Modesünde wurde sie abgestempelt und fristet in der Regel ein trauriges Dasein auf Sofas, in Gärten, in Sporthallen oder auch in Fitnessstudios. Sobald es den Träger bzw. die Trägerin nach draußen oder in die Öffentlichkeit zieht, ist die Jogginghose zum Hausarrest verurteilt. Dabei ist ihr einziges Vergehen, dass sie weder zwickt noch zwackt, sondern einfach nur bequem zu tragen ist. Es ist ihr ein großes Anliegen, dass ihre Träger nur reinschlüpfen müssen und sich sofort pudelwohl fühlen können.

Im Gegensatz zur Designermode ist ihr Schnitt praktisch zeitlos. Die Jogginghose überlebt gekonnt jede Modewelle und das über viele Jahre hinweg. Sie stellt keine großen Ansprüche in puncto Pflege und ist jederzeit einsatzfähig. Könnte sie Emotionen zeigen, würde sie sich auf jeden Fall unbändig freuen, wenn sich ihr Besitzer am Weltjogginghosentag in aller Öffentlichkeit zu ihr bekennt.

Die Geschichte des Internationalen Jogginghosentags

Der Jogginghosentag ist vielleicht einer der kuriosesten Feiertage, dafür aber auch einer der gemütlichsten! Kaum zu glauben, dass es ihn tatsächlich erst seit wenigen Jahren gibt, genauer gesagt seit 2009. Die glorreichen Begründer dieser Tradition sind vier junge Männer aus Österreich. Die damaligen Gymnasiasten Alexander Painsi, Matthias Strohmeier, Matthias Geisriegler und Martin Riesel beschlossen, gemeinsam mit ihrer gesamten Schulklasse am 21. Januar 2009 (an Fasching) in Jogginghosen zur Schule zu kommen. Aufgrund allgemeiner Begeisterung wurde umgehend festgelegt, dieses Event zur Tradition werden zu lassen und im folgenden Jahr zu wiederholen.

2010 standen die Gründer dann vor einem Problem: Fasching fiel in die Ferienzeit. Kurzerhand beschlossen sie, die beiden Ereignisse separat zu zelebrieren und kürten den 21. Januar offiziell zum internationalen Jogginghosentag. Wie man sowas macht? Man gründet einfach eine Veranstaltung auf Facebook. Wie die Klasse im Jahr zuvor, war auch die virtuelle Welt sofort hellauf begeistert. Bereits im ersten Jahr fand der Jogginghosentag über 130.000 Teilnehmer, die fleißig Fotos von sich in ihren Jogginghosen online teilten. 2011 stieg die Zahl auf über 600.000 Teilnehmer.

Inzwischen ist der Jogginghosentag längst mehr als ein Social-Media-Phänomen. In mehr als 50 Ländern spazieren Menschen an diesem Tag selbstbewusst in ihrer Jogginghose zur Schule, zur Uni oder ins Büro. Jede Menge Shops bieten Jogginghosen zu Schnäppchenpreisen an und manche Party-Veranstalter organisieren sogar spezielle Jogginghosen-Partys.

Übrigens: Ob es wohl Zufall ist, dass der Internationale Jogginghosentag (engl. International Sweatpants Day) auf den selben Tag fällt wie der Weltknuddeltag? In bequemen Klamotten auf dem Sofa lässt es sich ja bekanntlich am besten knuddeln.