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Kaminholzfeuer 23-10-19.jpgDer Winter kann kommen!

Wer in den vergangenen Sommermonaten fleißig sein Brennholz gehackt hat, zum Trocknen einlagerte, kann nun sich nun auf die kommende kalte Jahreszeit freuen. Denn nichts ist schöner, als am warmen Kamin zu sitzen wenn draußen der Wind um die Häuser pfeift und den Schnee vor sich her treibt. Doch Einiges ist dringend zu beachten, bevor das Streichholz das Feuer entfacht. Denn wer zum Beispiel zu feuchtes Holz verwendet, macht sich strafbar. Luckx – das magazin möchte nun die wichtigsten Fragen zum Kaminholz beantworten; aus langjähriger Erfahrung heraus.

Wo gibt’s das beste Holz?

Natürlich ist die Selbstwerbung – so heißt das in der Sprache der Forstwirtschaft, wenn jemand oder jefrau sein Holz selbst aus dem Wald holt, die beste Möglichkeit, sein Holz zu beschaffen. Denn dann weiß jeder genau, was für Holz, woher und insbesondere wann das Holz gewonnen wurde. Gesägt, gehackt und zum Trocknen aufgestapelt sollte es schon mehrere Monate, besser ein Jahr lagern. Wie viel benötigt wird, hängt von der Nutzung des Kamins oder der Holzheizung ab. Der Autor dieser Zeilen verfügt über langjährige Erfahrung, in dem er bis zu 40 Kubikmeter Holz heranschaffen musste; in Selbstwerbung. Ach ja, Selbstwerber benötigen dann noch eine Qualifikation um mit Motorsäge und Axt im Wald unterwegs zu sein. Aber es geht auch anders. Wer ein- bis zweimal im Winter den Kaminofen anschweißt, kommt sicherlich gut mit der Sackware aus dem Baumarkt zurecht. Günstiger ist es, das Holz im Fachhandel zu ordern.

Wann darf das Holz verfeuert werden?

Laut Gesetz darf nur Holz verbrannt werden, dessen Feuchtegehalt bei maximal 25 Prozent liegt. Das entspricht rund 20 Prozent Wassergehalt. Zwar ist der Wert abhängig von der Witterung und der Holzart, laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald kann man aber bei frisch geschlagenem Holz meistens von 100 bis 150 Prozent Holzfeuchte ausgehen (50 bis 60 Prozent Wassergehalt). Das bedeutet: Ein bis zwei Jahre müssen die Scheite in der Regel an der Luft trocknen – wobei harte Hölzer wie Eiche und Buche länger zum Trocknen brauchen als weiche Sorten wie Kiefer und Fichte. Wer sich nicht an diese Regelung hält, muss mit Geldstrafen rechnen.

Welchen Schaden richtet feuchtes Holz an?

Wenn das Holz zu feucht ist, quillt oft dunkler Rauch aus dem Schornstein. Dazu gesellt sich meist noch ein unangenehmer Geruch in der Luft. Hintergrund ist, dass die Temperatur im Ofen durch das Verdampfen der Feuchtigkeit absinkt und das Holz unvollständig verbrennt. Als Abfallprodukte entstehen Ruß und Teerpartikel, die mit dem Rauch durch den Schornstein entweichen, sich aber auch im Ofen, Ofenrohr und Schornstein absetzen. Diese Rußschicht mindert den Wirkungsgrad des Ofens und noch schlimmer: Sie kann sich entzünden.

Wie kann ich den Feuchtegehalt kontrollieren?

Es gibt günstige Messgeräte. Allerdings sind diese nicht immer sehr genau. Es ist vielen Nutzern auch nicht klar, was sie messen, die Holzfeuchte oder den Wassergehalt des Holzes. Außerdem wird häufig an der Oberfläche des Holzes gemessen. So können zwar die notwendigen Richtwerte erfüllt sein, doch im Inneren könnte es noch zu feucht sein. Deshalb sollte auf jeden Fall ausreichend Trockenzeit eingeplant werden.

Wie trocknet Holz am schnellsten?

Natürlich ist in der Trockenkammer getrocknetes Holz am besten zum Verbrennen geeignet. Doch das konterkariert den Umweltschutzgedanken, der hinter der Holzfeuerung steckt. So sollte frisches Holz zunächst gesägt und gespalten werden, ehe es zum Trocknen an einem sonnigen oder halbschattigen Platz aufgeschichtet wird. Damit sich keine Insekten im Holz einnisten, darf es keinen direkten Kontakt zum Boden haben. Zum Schutz vor Regen und Schnee genügt eine wasserundurchlässige Abdeckung wie eine Plane. Doch an den Seiten sollte der Laherplatz offen sein, damit der Vorrat gut belüftet ist.

Welches Holz wird empfohlen?

Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen sollten heimische Hölzer für den Kaminofen verwendet werden. Der Brennraum der Kamine ist in der Regel für Hartholz wie Buche und Eiche ausgelegt. Die haben weniger Harz als weiche Sorten und verschmutzen den Innenraum nicht so sehr. Fichte und Kiefer sind für Einzelraumfeuerstätten meist weniger geeignet. Sie verursachen höhere Emissionen. Weichholz wird häufig für Biomassekessel genutzt.

Wie viel Holz kommt in den Ofen?

Zu viel Brennstoff in der Kammer ist eher kontraproduktiv. Wenn es zu warm wird, schließen viele Ofenbesitzer die Luftregler, die für die Verbrennungsluft sorgen. Die Verbrennung kann dann unvollständig sein, was Kohlenmonoxid und den festsitzenden und eher entzündlichen Glanzruß entstehen lässt.

Wohin mit der Rinde?

Das Verbrennen der Rinde kann problematisch sein. Denn je mehr Rinde verbrannt wird, desto mehr Feinstaub entsteht. Ofenbesitzer sollten möglichst darauf verzichten. Aber niemand muss die Rinde extra vom Holz entfernen. So ist es ratsam, Restrinde, die lose übrig bleibt, möglichst nicht in den Ofen verbrennen. Sie ist besser auf dem Kompost aufgehoben. Mit Ausnahme von Eichenrinde. Deren Säureanteil kann so hoch sein, dass sich aus dem Kompost keine allgemein nutzbare Blumenerde mehr gewinnen lässt. Wer so etwas vorhat, sollte Eichenrinde lieber in die Aschetonne werfen.