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viewofreethfaruresort 11-04-19.jpgInseln im Klimawandel

Glauben wir den Wissenschaftlern, so steigt mit zunehmender Erderwärmung der Wasserspiegel der Meere. Das wiederum führt dazu, dass Inseln zunehmend kleiner werden – manch eine Insel wird dabei von der Landkarte verschwinden. Was tun?

Viele junge Menschen haben durch ihre Freitags-Demos den Klimaschutz auf die politische und gesellschaftliche Agenda gehoben. Die Diskussionen in den Klassenzimmern über die negativen Auswirkungen des Klimawandels werden nun vermehrt auch außerschulisch diskutiert. Der Klimawandel betrifft alle Lebensbereiche, jedoch gefährden der steigende Meeresspiegel verbunden mit mehr und stärkeren Unwettern die Inseln unmittelbar. Erst kürzlich hat die Weltwetter-Organisation (WMO) bekannt gegeben, dass der Meeresspiegel im Jahr 2018 um durchschnittlich 3,7 Millimeter über dem des Vorjahres lag und habe damit den Höchststand seit der Sattelitenmessung erreicht.

In den vergangenen Jahren haben Stürme, Regenfälle, Überschwemmungen und Küstenerosionen aufgrund des Klimawandels sowohl in ihrer Intensität als auch in der Anzahl zugenommen. Nicht alle Inseln sind gleich stark von den Unwetterfolgen betroffen, dennoch nehmen die meisten deutliche Veränderungen wahr. Statt tatenlos abzuwarten, wie ihnen der Boden unter den Füßen buchstäblich verrinnt, schützen einige ihre Heimat und die dort bestehenden Ökosystemen aktiv gegen den Klimawandel.

Klimaneutral in der Nordsee

Ein ehrgeiziges wie notwendiges Ziel hat sich die Nordseeinsel Juist gesetzt: Sie möchte bis 2030 komplett klimaneutral sein. Denn die Folgen der Klimaveränderungen waren auch auf Juist bereits spürbar. Die Erhöhung von Deichen als handfeste Maßnahme soll die Landfläche vor Sturmfluten schützen, zudem vermeidet die Klimainsel aktiv Treibhausgase, zum Beispiel durch ihren autofreien Verkehr. Zudem bietet das Stadtmarketing seit längerem Projekte und Aktivitäten an, welche den kleinen und großen Besuchern den Klimaschutz näherbringen, wie etwa das Programm „Juistus Klimaretter“ oder die „Kinderuniversität“.

Bunte Korallengärten für die Malediven

Seine Spuren hat der Klimawandel ebenso im Indischen Ozean hinterlassen. Laut der Meeresbiologin Smrutica Jithendranath, verantwortlich für die Unterwasserwelt rund um das Eco-Resort Reethi Faru, hat der steigende Meeresspiegel bisher kaum Auswirkungen auf die Malediven. Allerdings seien die Klimafolgen an den Korallen deutlich abzulesen. Besonders die steigenden Wassertemperaturen und immer stärkeren Stürme schädigen die winzigen, sensiblen Tiere schwer und führen zum Korallensterben sowie zur Korallenbleiche.

Aufgrund dieser Beobachtungen hat das Reethi Faru Resort ein Korallenschutzprojekt rund um die Insel Filaidhoo ins Leben gerufen. In eigens angelegten Unterwassergärten forstet das Resort Korallen auf und pflanzt diese nach circa einem Jahr wieder ins Hausriff. Die Unterwassergärten und Hausriffe können zudem verhindern, dass die Strände weggespült werden. Auf der maledivischen Insel Lankanfushi können Gäste vom Eco-Resort Gili Lankanfushi selbst junge Korallen unter Wasser in den Gärten anbringen und sich am Coral Lines Projekt des Resorts aktiv beteiligen. Hier besteht auch die Möglichkeit nach der Abreise die Entwicklung der eigens angebrachten Korallen im Blog des Resorts nachzuverfolgen.

Koh Samui gegen den Klimawandel

Das nachhaltige Resort The Tongsai Bay auf Koh Samui setzt gezielt auf Strategien zur Vermeidung von Treibhausgasen: unter anderem nicht-motorisierter Wassersport, Fahrradverleih für Inseltouren, Fahrgemeinschaften und Vermeidung von Autos auf dem Hotelgelände. Zudem unterstützt das Resort die Green Island Foundation Koh Samui bereits seit ihrer Gründung vor zehn Jahren. Die Organisation verfolgt vor allem Ziele zum Schutz der Ökosysteme und des Klimas auf der Insel. So hat die Green Island Foundation in der Vergangenheit bereits mithilfe von Partnern, wie dem Tongsai Bay, autofreie Wochen auf Koh Samui organisiert, um auf die notwendige Reduktion von Treibhausgasen aufmerksam zu machen.