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Mikroplastik 22-08-19.jpgLuftverschmutzung

Wir haben alle schon von den riesigen Mengen Plastikmüll in unseren Ozean gehört oder gelesen. Einigen ist auch bekannt, dass unsere deutschen Plastikabfälle nach Asien transportiert werden und dort auf Müllhalden landen. Vor dort – da meernah – wird der Müll dann ins Wasser geweht. Am Strand wird der Plastikmüll durch die Wellenbewegung sowie Sand und Steine dann fein gerieben, bis es kleinsten Teilchen sind. Der Rest „bereichert“ die Plastikstrudel der Weltmeere. Aber nicht nur so entsteht Mikroplastik. Auch in Schneeproben in der Arktis wurden Kunststoffteilchen gefunden, die über die Atmosphäre in diese abgelegene Regionen gelangen. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mahnt nun dringenden Forschungsbedarf an. Denn die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft untersucht derzeit, welche Quellen für Mikroplastik es in der Luft gibt und wie sich die Mikroplastikteilchen in der Luft verhalten. Diese Analyse wird einen wesentlichen Beitrag zur Einschätzung liefern, von welcher Anzahlkonzentration an Mikroplastik in der Atmosphäre auszugehen ist und welche gesundheitlichen Folgen das in der Atmosphäre enthaltenen Mikroplastik hat.

Folgen unbekannt

Inwieweit der Mensch allein über die Atmung - oder auch über andere Wege - Mikroplastik aufnimmt und dies möglicherweise die Gesundheit schädigt, ist derzeit noch unklar. Hier brauchen wir dringend Aufklärung, um mit entscheidenden Maßnahmen dem entgegenzuwirken", so Dr. Rudolf Neuroth, Geschäftsführer der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft.

In einer neuen Studie des Umweltbundesamtes wird Reifenabrieb, der durch die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahnbelag entsteht, als die wesentliche Quelle für Mikroplastik in der Luft angesehen. Die Schwebstaubfraktion des Reifenabriebs mit Partikeldurchmessern kleiner als circa 30 Mikrometer verbleibt zunächst vollständig in der Luft und kann so über weite Strecken transportiert werden. Von den rund 100 Kilotonnen totaler Reifenabriebsmasse im Jahr dürften rund zehn Prozent der Schwebstaubfraktion zuzurechnen sein. Über die Niederschläge gelangt das Mikroplastik letztlich wieder auf den Boden und in die Gewässer. Wie weit die Mikroplastikteilchen dabei kommen, haben aktuell Forscher des Alfred-Wegener-Institutes herausgefunden, die selbst in arktischen Schneeproben Mikroplastik in substanzieller Anzahl gefunden haben.

Überall Mikroplastik gefunden

Mikroplastik, wie die winzig kleinen Teilchen aus thermoplastischen, elastomeren oder duroplastischen Kunststoffen bezeichnet werden, finden sich überall in der Umwelt: in den Meeren, in vielen Meerestieren, in Flüssen, Seen und Böden. So gelangen sie auch ins Trinkwasser sowie in andere Lebensmittel. Nun zeigt sich immer deutlicher, dass auch der Beitrag der Mikroplastikbelastung in der Luft eine große Rolle spielt.