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Trend_Urbanisierung_19-02-19.jpgMegatrend Urbanisierung

Das Zukunftsinstitut hat eine Vielzahl von Megatrends entdeckt. Und entdeckt meint es auch so wie der Kern des Verbs es auch sagt: entdecken. Denn Megatrends werden nicht gemacht, „sie sind einfach da“. Zu den Megatrends gehören unter anderem Konnektivität, Gesundheit und Urbanisierung. Letzteres ist ein Megatrend, der alle Menschen direkt betreffen wird. Denn schon heute leben 55 Prozent der Weltbevölkerung bereits in Städten; Tendenz steigend. -So sollen es laut der Vereinten Nationen im Jahr 2050 etwa 68 Prozent sein. In der Stadt Dhaka in Bangladesch lebten 2018 rund 47.400 Einwohner pro Quadratkilometer (Quelle: Statista, April 2018). Umgerechnet auf den Quadratmeter standen jedem Einwohner damit rechnerisch im Schnitt ziemlich genau 21 m² (etwa 4,58 x 4,58 m) der Stadtfläche zur Verfügung. Das klingt zunächst nicht dramatisch. Wenn man sich jedoch vorstellt, dass draußen vor dem eigenen Fenster alle 4,5 m ein Mensch steht und dies in alle Richtungen und in der gesamten Stadt, wird die Dimension der Entwicklung deutlich.

Studentischer Wettbewerb

Bei der Wettbewerbs-Aufgabenstellung "Wie leben wir im Jahr 2025?" spielte der Trend der Urbanisierung mit der einhergehenden durchschnittlichen Reduzierung von Wohnraum pro Einwohner eine entscheidende Rolle. Daher stand bei den auf der Messe Heimtextil in Frankfurt zu Beginn dieses Jahres gekürten drei Sonderpreisträgern auch die Modularität von Wohnräumen im Fokus. Daniela Gehrlein (Hochschule Rosenheim, Studiengang Innenarchitektur) entwarf eine vom Design ansprechende und geräuschreduzierende Wand aus Textilelementen, der sich der Prototyp eines Stuhls entnehmen lässt. Wird er nicht gebraucht, verschwindet er konturlos in dem flachen Wandaufbau. Dies ließe sich auch mit weiteren Stühlen, einem Tisch und Regalen fortsetzen. Leon Schmutzler (Universität der Künste Berlin, Studiengang Architektur) wählte den Ansatz faltbarer Möbel aus verfestigtem Filz, der gleichfalls positiven Einfluss auf den Raumschall hat. Für die Party lassen sich Tisch, Stühle und Schreibtisch einfach falten und in die Ecke stellen. Mit dem variablen Einsatz der Möbel kann jede Bedarfssituation abgebildet werden und dies auf 10 m². Räume mit Vorhängen flexibel zu gestalten, war das Ziel von Anne-Sophie Carle (Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, Studiengang Textildesign). Über die Kombination von metallischen Mustern auf den Vorhangstoffen und einzelnen Magneten kann der Vorhang zum Beispiel als Raumteiler in unendlich vielen Positionen gerafft, geteilt oder verbunden werden, je nach Stimmung des Bewohners.

Fazit: Der Wettbewerb hat gezeigt, dass eine modulare Einrichtung von Wohnungen gepaart mit ansprechendem Textildesign trotz kleiner werdenden Wohnflächen für eine angenehme Aufenthaltsqualität sorgen kann.