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Mittsommar_2017.jpgMittsommer in Schweden 

Mittsommar ist ein ganz privates Fest. Jedenfalls für die Schweden. Zwar gibt es Veranstaltungen mit Volkstänze in Tracht, Blumenkränze im Haar und Lagerfeuer im ganzen Land. Aber nach dem offizielllen Teil ziehen sie sich ab dem 20. Juni in ihr Sommerhaus zurück und feiern kräftig. Besonders die Norweger, Schweden und Finnen feiern die Sommersonnenwende ausgiebig und tanzen die taghellen Nächte durch. Für Reisende bedeutet das geänderte Öffnungszeiten, erhöhtes Verkehrsaufkommen und leergefegte Städte – aber auch eintauchen in einen wichtigen Teil skandinavischer Kultur.

Schweden: An Mittsommer für den Traummann auf sieben Blumen schlafen

Wenn die Schweden zwischen dem 20. und 26. Juni Mittsommer feiern, sind die Städte leer und zahlreiche Geschäfte und Restaurants geschlossen. Gefeiert wird auf dem Land, mitten in der Natur. Am Mittsommerabend wird mit Freunden und Familie um einen mit Blumen geschmückter Baumstamm herum getanzt. Eine authentische Erfahrung für Reisende ist das Mittsommerfest in Skansen, dem großen Freilichtmuseum Stockholms. Nach diesem offiziellen Startschuss für den Sommer finden dort diverse Konzertreihen über mehrere Wochen statt. Besonders einer Tradition könne vor allem weibliche Urlauber folgen: Junge Mädchen machen sich zum Mittsommer auf die Suche nach sieben unterschiedlichen Blumen und legen diese vor dem Zubettgehen unter ihr Kopfkissen – dadurch soll ihnen im Traum ihr zukünftiger Ehemann erscheinen.

Norwegen: Nördlichster Marathon der Welt zur Sommersonnenwende

Am 23. Juni, dem Vorabend des Johannistages, feiern die Norweger das „Sankt-Hans-Fest“. Traditionell verbringen sie diesen Tag bei viel Gesang mit Familie und Freunden, am Meer oder an den Ufern eines Sees. Es wird ein großes Feuer entzündet, das einem alten Volksglauben nach böse Geister und Dämonen vertreibt. Im ganzen Land finden Veranstaltungen und Tänze statt, besonders in Freilichtmuseen werden Reisenden Traditionen und Bräuche zum „Sankt-Hans-Fest“ näher gebracht. Sportlich geht es in der norwegischen Stadt Tromsø zu. Hier findet an Mittsommer der nördlichste Marathon der Welt statt.

Finnland: Bei 24 Stunden Helligkeit saunieren

Finnen feiern „Juhannus“ mit Familie und Freunden in „Mökkis“, ihren Ferienhäusern auf dem Land. Wie in Schweden sind die Städte leer, Geschäfte teilweise geschlossen und die Straßen ungewöhnlich voll. Johannisfeuer und Saunabaden gehören zu den wichtigsten Traditionen des Mittsommerfestes dort. Das Saunieren hat bei den Finnen einen solch hohen Stellenwert, dass es am zweitwichtigstes Feiertag nach Weihnachten nicht fehlen darf.

Dänemark: Mit großen Feuern Hexen auf den Blocksberg jagen

Wie bei den Norwegern heißt die Feierlichkeit anlässlich der Sommersonnenwende in Dänemark auch „Sankt-Hans-Fest“. Hierbei wird am Vorabend des Mittsommers ein großes Strohfeuer entbrannt; oft ist dabei das Stroh in Form einer Hexe aufgebaut. Nach der dänischen Tradition werden damit die Hexen zum Blocksberg – heute unter dem Namen Brocken bekannt – nach Deutschland in den Harz gejagt. Ein besonderer Ort, das „Sankt-Hans-Fest“ zu erleben, ist die Wattenmeerinsel Mandø. Sie ist die einzige dänische Gezeiteninsel. Hier gibt es Sonnwendfeuer direkt am Meer.