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DSC_8841.JPGBerliner Stil 

Es läuft. Die Berliner Modewoche ist gestartet. Während die Star-Designer ihre Kollektionen im Garten des Kronprinzenpalais und im Erika-Heß-Eisstadion laufen lassen, geht es auf dem Messegelände und den anderen Ausstellungsflächen eher gemächlich zu. Laufen in Berlin-Wedding die Modemenschen mit ihren großen Sonnenbrillen und Hochwasserhosen auf und geben sich die Modells die Klinke in die Hand, sondieren Einkäufer des Handels Modelle und Muster auf den Ständen. Berlin und der gemeine Berliner an sich nimmt die Fashion week eher gelassen wahr. Nur in den angesagten Clubs herrscht - wie immer zu Messezeiten – Hochkonjunktur. Eröffnet wird die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin mit der Show des Berliner Designers Hien Le im Kronprinzenpalais. Seine neue Sommer-Kollektion 2017 erinnert mit weiß-blauen Streifen an einen eleganten maritimen Look. Apropos blau: die Farbe scheint wieder im Kommen zu sein. Denn nicht nur auf dem Berliner Laufsteg ist die Farbe aktuell; auch in den Hallen am Funkturm ist blau auffällig oft zu sehen.

Auch zeigt die Berliner Modewoche: Der Sommer 2017 wird wieder bunt. Nicht nur bunt, sondern auch bunt gestreift ist das Motto. Gut besucht sind die Messen generell. Denn Berlin hat sich mit der Fashion Week im Reigen der Modestädte wie Paris und Mailand hervoragend platziert. Neben Qualität ist auch Quantität an Zeichen von Akzeptanz des Modestandorts Berlin. Die Messe Premium im alten Postbahnhof am Gleisdreieck zum Beispiel hat 1000 Marken mit ihren Kollektionen versammelt. Blusen mit auffgedruckten Affen, Flamingos und anderem Getier wurde präsentiert. Darüber hinaus wurden ungewöhnliche Materialien verarbeitet. So zeigte das Berliner Label Philomena Zanetti einen Mantel aus Kork und ein weisses Kleid aus Papier. Auch Korksohlen sind wieder angesagt. Auch Kork (mit Baumwollrücken) als Obermaterial für Schuhe und Taschen wurden vielfach präsentiert. Dabei wurde Kork auch eingefärbt in blau präsentiert. So können wir uns schon jetzt auf den kommenden Sommer freuen.

Grüne Mode, zu fairen Bedingungen produziert und elegant, sexy oder sportlich aussieht, wird im Greenshowroom und bei der Ethical Fashion Show im Postbahnhof am Ostbahnhof präsentiert. Mit 168 Labels ist die Messe der Grünen Mode ausgebucht. Zwar geben die Aussteller zu, dass das Produkt vereinzelt nicht komplett ökologisch ist bzw. aus produktionstechnischen Gründen sein kann, doch das tut der Sache keinen Abbruch. Denn wenn es nur um den Nähfaden geht, der ohne Kunststoffummantelung reißen würde, ist es ehrlich darauf zu verweisen. Wer weiß, vielleicht hilft das gerade bei der künftigen Produktverbesserung. Gerade deswegen macht Grüne Mode gute Laune. Davon konnten wir uns im Greenshowroom und bei der Ethical Fashion Show überzeugen. Über einzelne Labels – die uns besonders aufgefallen sind – werden wir in den nächsten Wochen berichten.