Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

NABU_17-02-17.jpgBio-Bauern gesucht 

Um die ökologische Landwirtschaft zu fördern, hat der NABU gemeinsam mit Alnatura auf der Lebensmittel-Messe Biofach 13 Landwirte mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Fünf weitere Betriebe erhalten den Preis im Juni auf dem Umweltfestival Berlin. Damit stellen in diesem Jahr 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche von ca. 2.000 Hektar ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft um. Insgesamt wurden damit 430.000 EUR Förderung ausgelobt, die den Betrieben bei der Umstellung helfen sollen.

Mit dem Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“, unterstützt von der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI), fördert der NABU eine umweltverträgliche Landwirtschaft, um mehr Flächen in Deutschland ohne den Einsatz von mineralischen Düngern und Bioziden zu bewirtschaften. In der biologischen Landwirtschaft sieht der NABU eine große Chance für eine umweltverträgliche Landwirtschaft. Im Vergleich zu konventioneller Landwirtschaft ist der Ausstoß von Treibhausgasen zu 62 Prozent gesenkt. Das Bodenleben kann sich durch den Verzicht auf mineralische Dünger und Biozide normal entwickeln und zu einem natürlichen und gegen Umwelteinflüssen stabilen Ökosystem beitragen. Die zunehmende Eutrophierung der Gewässer kann durch den Verzicht auf schnell ins Grundwasser gelangende mineralische Dünger verringert werden, sodass nationale und internationale Vorgaben zum Erhalt der Wasserqualität eingehalten werden können.

Zusätzlich kann durch den Verzicht auf Biozide der drastische Artenrückgang der letzten Jahrzehnte, bei typischen Feldpflanzen und -tieren einer artenreichen Kulturlandschaft, verlangsamt werden. Mit der Förderung von mehr biologisch bewirtschafteten Flächen, leistet der NABU gemeinsam mit den Landwirten und den unterstützenden Firmen einen aktiven Beitrag zur Verbesserung unserer Böden, des Zustands der Gewässer und zum Schutz der Artenvielfalt.

An dem Förderpreis des NABU-Projektes „Gemeinsam Boden gut machen“ können Landwirte aus Deutschland teilnehmen, die an einer Umstellung auf Bio-Landwirtschaft interessiert sind, beziehungsweise solche, die Unterstützung benötigen, um ihren Betrieb zu vergrößern und mehr Fläche ökologisch zu bewirtschaften. Die Kriterien für die biologische Landwirtschaft werden über die in Deutschland anerkannten Biolandbauverbände definiert und über von diesen beauftragten Kontrollinstituten regelmäßig überprüft. Die Mitgliedschaft, sowie die Ergebnisse der Kontrollen müssen die prämierten Landwirte dem NABU in regelmäßigen Abständen zur Verfügung stellen.

Im Rahmen einer jährlichen wiederkehrenden Bewerbungsphase von März bis Juni können sich Landwirte bewerben. Auf Grundlage der Bewerbungen gibt ein Fachgremium aus Landwirten und Ökologen eine Empfehlung an den ABBI-Beirat. Dieser unabhängige Beirat, bestehend aus Landwirten, Naturschutzexperten, Bio-Anbauverbänden, Alnatura-Kunden und Wirtschaftsexperten, entscheidet über die Preisträger und Fördersummen.

430.000 Euro Förderung für Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft - Bewerbungen ab März wieder möglich

Mit dem Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ konnte der NABU bereits eine Fläche von über 7.600 Fußballfeldern (5.476 Hektar) auf Bio-Landbau umstellen. Das NABU-Projekt und der Förderpreis werden finanziell ermöglicht durch die „Alnatura Bio-Bauern-Initiative“ (ABBI) des Bio-Händlers Alnatura und das finanzielle Engagement weiterer Unternehmen.

Ziel des NABU-Projektes „Gemeinsam Boden gut machen“ ist es, Landwirte bei der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft zu unterstützen. „Der hohe Einsatz von Pestiziden und organischen Düngemitteln bedroht unsere intakte Natur. Wir haben in 2016 allein in Nordrhein-Westfalen einen Rückgang der Insekten um 80 Prozent von 1990 zu 2015 verzeichnen können. Zeitgleich hinken wir den EU-Vorgaben zum Schutz unserer Gewässer hinterher. Die biologische Bewirtschaftung sehen wir daher als Chance zum Schutz der Natur in Deutschland“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Alnatura unterstützt, neben weiteren Partnern wie Lebensbaum, Minderleinsmühle, Reformkontor und die Stiftung Elbtalaue, dieses Engagement finanziell. Alnatura-Geschäftsführer Götz Rehn erklärt: „Die Wahl zur beliebtesten Lebensmittelmarke Deutschlands verstehen wir auch als Auftrag der Kundinnen und Kunden, noch mehr biologisch erzeugte Lebensmittel aus Deutschland bereitzustellen. Das können wir nur erreichen, wenn sich auch die landwirtschaftliche Praxis ändert.“

Anlässlich der gestarteten EU-Befragung zur Agrarpolitik fordern NABU und Alnatura ein drastisches Umsteuern in den aktuellen Pauschalsubventionen.

Von insgesamt 85 Bewerbungen unterschiedlichster landwirtschaftlicher Sparten hat der NABU 18 Betriebe ausgewählt. Zwei unabhängige Gremien beurteilten die Betriebe nach ihrem Beitrag für die umweltverträgliche Produktion regionaler Bio-Lebensmittel in Deutschland.

Die ausgezeichneten Betriebe aus sechs Bundesländern haben sich innerhalb des letzten halben Jahres einem in Deutschland anerkannten Ökoanbauverband angeschlossen und für den Förderpreis beworben. Die nächste Bewerbungsrunde wird vom 1. März bis 30. Juni 2017 laufen.