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Green_Pearls_Jahresrckblick_2018_09-12-18.jpgNachhaltiges 2018

Es ist immer wieder die gleiche Prozedur: zum Ende eines Jahres wird zurück geblickt – und Bilanz gezogen. Was haben uns die vergangenen 12 Monate gebracht, was bleibt noch zu tun. Das wiederum setzt einen Prozess in Gang, der dann in die guten Vorsätze mündet. Und, na ja, Sie kennen die Ergebnisse aus eigenen Erlebnissen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Umweltschutz auch in der Reisebranche einen immer weiter steigenden Stellenwert einnimmt. Generell war das Thema Nachhaltigkeit 2018 in aller Munde. Ob es um Verbote von Einwegplastik in der EU ging, den Ausstieg aus der Kohleförderung oder allgemein um den Klimawandel und wie man ihm entgegentritt. Immer mehr Menschen sehen und verstehen die Problematik und möchten etwas ändern; auch die Folgen, die der Tourismus auf das Reiseziel hat, werden den Menschen immer bewusster. Konsequenterweise spielt auch bei der Urlaubsplanung Nachhaltigkeit eine wachsende Rolle. Die wichtigsten Themen im Jahr 2018 waren wohl Overtourism und Plastik.

Overtourismus bekämpfen

Ein wichtiger Faktor ist, Overtourismus zu erkennen und Strategien für den Umgang mit dem Massentourismus zu entwickeln. Einige Destinationen reagierten bereits mit Obergrenzen oder Schließungen, so z.B. die berühmte Maya Bay in Thailand, die vorerst nur vier Monate geschlossen bleiben sollte, sich nun aber noch weiter von den Touristenanstürmen erholt. Inzwischen sind einige Tiere dorthin zurückgekehrt, es geht also bergauf. Die kroatische Stadt Dubrovnik will die Touristenzahlen 2019 ebenfalls deckeln und weniger Kreuzfahrtschiffe im Hafen erlauben. Die Motivation zum Handeln ist hier besonders groß, schließlich droht ein Entzug der Auszeichnung als UNESCO-Weltkulturerbe. Das thailändische Fremdenverkehrsamt setzt weiterhin auf Gemeindebasierten Tourismus, der die Reisenden weg von den allseits bekannten Hot Spots, hin zu noch unbekannteren Zielen führen soll und gleichzeitig den Menschen vor Ort eine solide Lebensgrundlage bietet. Doch auch wenn einige Reiseziele mit gutem Beispiel voran gehen, mangelt es vielerorts noch an Strategien, wie mit den weltweit steigenden Touristenzahlen in Zukunft umgegangen wird. Für Reisende selbst bleibt jedoch immer die Möglichkeit, überlaufene Ziele in der Hochsaison zu vermeiden.

Plastikfreie Wege beschreiten

Fast täglich werden wir mit Nachrichten zur enormen Plastikverschmutzung weltweit konfrontiert. Die riesigen Mengen an Plastikmüll landen in der Natur, an Land und im Wasser. Um dem Problem entgegenzutreten, müssen zwei Strategien gleichzeitig verfolgt werden: Nicht nur müssen Nutzung und Verbrauch von Plastikprodukten drastisch reduziert werden, sondern auch bereits vorhandenes Plastik korrekt entsorgt oder wiederverwertet werden. In Australien konnten innerhalb von drei Monaten, nach dem die beiden größten Supermarktketten Plastiktüten verbannt haben, geschätzt 1,5 Milliarden Tüten eingespart werden. In Deutschland ist die Zahl der verwendeten Plastiktüten zwar gesunken, bei Lebensmitteln (insbesondere bei Obst und Gemüse) jedoch steigt die Menge der Plastikverpackungen. Hier sind Industrie und Politik gefordert – bis dahin liegt es beim Verbraucher, sich wann immer möglich für die verpackungsfreie Variante zu entscheiden.

Strategien zum Umgang mit Plastik

Im Tourismus konnten einige der bisher weniger durch ihre nachhaltige Ausrichtung ausgezeichneten Hotelketten mit werbewirksamen Ankündigungen zur Bekämpfung der Plastikflut viel Aufmerksamkeit erregen. So beispielsweise Iberostar, die alle Einwegkunststoffe in den 36 spanischen Hotels durch Verpackungen aus biologisch abbaubaren Materialien ersetzen möchten und Mariott, die zukünftig keine Plastikstrohhalme mehr verwenden möchten. Der Reiseveranstalter Thomas Cook plant bis nächsten November 70 Millionen Einweg-Plastikteile einzusparen und Wikinger Reisen bietet 2019 die erste vollständig plastikfreie Reise an. Aussagen, die hoffentlich Signalwirkung haben.

Konkrete Umsetzung

Wie solche Initiativen konkret umgesetzt werden, zeigen jedes Jahr aufs Neue: Das Zeavola Resort in Thailand beispielsweise füllt seit August 2018 sein eigenes Trinkwasser in Glasflaschen für die Gäste ab und spart so bis zu 95.000 Plastikflaschen pro Jahr. Ähnliche Systeme gibt es bei den maledivischen Resorts Reethi Beach und Gili Lankanfushi mit seiner „No Plastic Policy“, sowie bei den CGH Earth Hotels in Indien. Das Tongsai Bay auf Koh Samui nutzt seit jeher Trinkhalme aus Zitronengras – nur eine der vielen kleinen Maßnahmen einer nachhaltigen Unterkunft. Um noch weniger Verpackungen zu verwenden, hat das Schwarzwald Panorama auf seinem Frühstücksbuffet dieses Jahr einen Butterspender eingerichtet, der das einfache Portionieren erleichtert und einzeln verpackte Butter vermeidet.

Müllstaubsauger für den Ozean

Vom Pazifischen Müllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien hat mit Sicherheit jeder bereits gehört. Positive Neuigkeiten gab es dieses Jahr auch vom ersten Projekt, das dem Strudel konkret zu Leibe rückt: Das Ocean Clean Up Projekt konnte im September den „Meeresstaubsauger“ an seinen geplanten Ort im Pazifik bringen, wo dieser damit begonnen hat, Plastik aus dem Meer zu sammeln.

Natürlich beschränkt sich der Nachhaltigkeitsgedanke im Tourismus nicht allein darauf, Plastik und Overtourismus zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Doch das scheinen in diesem Jahr die vorherrschenden Thema zu sein. Luckx – das magazin wird weiterhin die Entwicklungen beobachten und darüber berichten. Übrigens: wir waren einer der ersten, die vor fast zwei Jahren über Mikroplastik berichteten. Das ist nun wahrlich keine Auszeichnung wert. Denn viel lieber berichten wir über die schönen Seiten des Lebens.