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Nachhaltigkeit_Outdoor 30-06-19.jpgUmweltfreundlich.Fair.Nachhaltig.

Jede Outdooraktivität ist umweltfreundlich! Doch ist das wirklich so? Wer sich draußen an der frischen Luft bewegt möchte viel für seinen Körper tun. Er nutzt die frische und gesunde Luft. Doch manchmal ist die Luft nicht gesund. Immer mehr Schadstoffe sammeln sich in der Atmosphäre. Dann kann jede sportliche Betätigung zur Ansammlung von Schadstoffen im Körper führen. Doch diese können vom Körper zum Teil wieder ausgeschieden werden.

Zum Glück ist das bei uns in Europa noch nicht der Fall. Doch wer einige asiatische Mega-Städten schon besuchte, wird von der schlechten Luft im wahrsten Sinne des Wortes „beeindruckt“ gewesen sein. Und das Schlimme daran ist, dass wir Europäer einen Teil – wohl eher unbewußt – dazu beigetragen haben. Durch den Export von Abfall nach Asien oder Afrika haben wir die dortige Luftverschmutzung verstärkt. Millionen von Tonnen Kunststoffabfällen wurden dorthin verfrachtet, zum Teil offen verbrannt oder einfach ins Meer gekippt. Das trug und tritt weiterhin zur Meeresverschmutzung bei. Wenn wir uns den Wasserverbrauch bei der Produktion einiger Güter anschauen, wird einem schon schwindelig beim Betrachten der Zahlen: für die Herstellung eines Autos werden 400.000 Liter Wasser gebraucht – für ein Kilogramm Röstkaffee sind es 21.000 Liter; die Produktion eines Liters Apfelsaft verursacht einen Wasserverbrauch von 950 Litern. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar wird das Wasser nicht „verbraucht“; muss aber nach der Nutzung zum Teil aufwendig gereinigt werden. Das kostet Energie und ist im Preis des Produktes teilweise eingepreist. So ist es natürlich auch mit der Bewässerung der Apfel- oder Kaffeeplantage. Deshalb kann der ökologische Fußabdruck nur näherungsweise berechnet werden. Und der Wassergebrauch von 10.000 Liter zur Herstellung eines T-Shirt gibt nur einen ungenauen Hinweis.

Nachhaltigkeit: aus der Nische zum Weltthema

Auf keinen Fall soll etwas beschönigt werden. Denn wir von luckx – das magazin sehen unsere Aufgabe eher im Sensibilisieren als im Kritisieren. Dass wir schon seit langer Zeit über Nachhaltigkeit berichten zeigt, wie wichtig uns dieses Thema ist. Wie viele andere möchte wir das Thema aus der Öko-Nische stärker ins Bewußtsein holen. Laut einer Umfrage von Statista und YouGov aus dem Jahr 2018 finden 79 Prozent der befragten Deutschen das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Auch das Marktforschungsunternehmen Nielsen kam 2015 in einer internationalen Befragung zu dem Ergebnis, dass weltweit Verbraucher und Konsumenten verantwortungsbewusst handeln wollen – und das erwarten sie auch von den Unternehmen. Unter den Befragten gaben 50 Prozent an, sich beim Kauf von nachhaltigen Faktoren beeinflussen zu lassen.

Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche

Für die Outdoor-Branche, die sich gerade zur Leistungsschau in München trifft, sind globale Herausforderungen wie Klimawandel, Plastikmüll und Artensterben ein wichtiges Thema. Denn die Outdoor-Aktivitäten finden vor allem in der Natur statt.

Von den Materialien über die Produkte bis hin zu den Unternehmenszielen – das Thema Nachhaltigkeit hat längst seinen festen Platz in der Outdoor-Branche gefunden.

Recycelte Materialien erweisen sich als umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Nylonfasern. Neben der Fähigkeit Materialien zu recyceln rückt auch immer mehr die Idee der Kreislaufwirtschaft in den Fokus, sprich Kunstfasern immer und immer wieder zu verwerten. Alternativ setzen die Hersteller in Zukunft auch auf den Einsatz von natürlichen Materialien. Doch auf der Suche nach einem Weg die Natur als Bühne für ihre vielseitigen Sportarten zu erhalten, sind die Hersteller nicht nur auf innovative Verarbeitungstechniken gestoßen. Sie wollen neben der Herstellung von neuen Produkten auch ganzheitliche Themen angehen und sich gemeinsam mit NGOs für soziale und ökologische Nachhaltigkeit einsetzen oder nachhaltige Themen auch in ihre Unternehmensziele aufnehmen.

Trendthema recycelte Materialien und Ocean Waste

Ein immer weiterwachsender Trend im Bereich Nachhaltigkeit ist in der Outdoor- und Sportartikelindustrie der Einsatz von regenerierten Materialien. Statt gewöhnlichem Mesh setzen Hersteller vermehrt auf Econyl. Das ist eine zu 100 Prozent regenerierte und regenerative Nylonfaser, die aus Nylonabfällen, wie zum Beispiel ausgedienten Fischernetzen, von dem italienischen Produzenten Aquafil hergestellt wird. Partner aus der ganzen Welt versorgen Aquafil durch ein eigens eingeführtes Rücknahmeprogramm mit solchen Abfällen aus Deponien und Ozeanen, die dann in mehreren Verarbeitungsschritten zu neuen Nylonfasern gearbeitet werden. In ihrer Funktion – lange Haltbarkeit, Atmungsaktivität und Reißfestigkeit bekannt – unterscheiden sie sich nicht von herkömmlichen Nylonfasern, sie können allerdings immer wieder recycelt und neu geformt werden. Nach Angaben des Herstellers sparen 10.000 Tonnen Econyl rund 70.000 Fässer Rohöl ein und vermeiden 57.100 Tonnen CO2-Emissionen. So reduziert die Herstellung von Econyl die Auswirkungen auf den Treibhauseffekt um rund 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Nylonfasern und die Faser wird im Sommer 2020 von vielen Herstellern in ihren Kollektionen verarbeitet.