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ASC_8593.JPGBratislava wird belagert

Über der Stadt drohnt die Burg. Vor über 200 Jahren haben Napoleon und seine Truppen die Stadt Preßburg, - heute Bratislava - belagert. Denn die heutige Slowakische Hauptstadt trägt nun diesen Namen. Aber Napoleon konnte den heutigen Anblick so nicht genießen. Denn elektrisches Licht gab es nicht. Ob er sich auch mit mafiösen Strukturen auseinandersetzen musste, bleibt offen. Denn denn die Stadt erlangte unrühmliche Bekanntheit vor kurzem durch die Ermordung des Investigativ-Journalist Jan Kuciak und seine Verlobte, der mafiöse Struktur in der politischen Kaste aufdeckte. Daran sei an dieser Stelle erinnert und an das eherne Gut der Pressefreiheit erinnert.

Zurück zu Napoleon. Sein Feldzug ging zweimal über die Stadt hinweg. 1805 war es vor und nach der Schlacht von Austerlitz eine immense und kostspielige Aufgabe, die tausenden Soldaten zu versorgen. In der Stadt wurde nach der „Dreikaiserschlacht“ der vierte Preßburger Frieden geschlossen. 1809 wurde Pressburg im Sommer von Napoleons Truppen belagert und mit Kanonen beschossen.

Auf dem Originalschauplatz der Kämpfe im heutigen Stadtpark „Sad Janka Kráľa“ können die Einwohner und Besucher nun jährlich eine traditionelle Rekonstruktion der Belagerung bestaunen. Geboten wird ein Kampf zwischen französischen Angreifern und der österreichischen und italienischen Abwehr wie auch ein simulierter Kanonenbeschuss der Stadt. Der Hauptteil der Veranstaltung, die Schlachtrekonstruktion, ist am 19. Mai 2018 zu verfolgen, wenn in Janko Kráľ Park die Schlacht nachgestellt wird. Weitere Veranstaltungen rund um Napoleon finden an dem Wochenende (18.-20. Mai) statt.

An Napoleon und seine Soldaten erinnert auch eine der Bronze-Statuen im Zentrum von Bratislava. „Napoleons Soldat“ befindet sich auf dem Hauptplatz (Hlavne namestie) unmittelbar vor der französischen Botschaft über eine Bank lehnt. Am Hauptplatz, genauer gesagt in einer Wand des alten Rathauses, befindet sich über dem Eingang gleich rechts neben der Marienstatue eine weiteres Erinnerungsstück an die Ereignisse des Jahres 1809: eine Kanonenkugel in der Wand.

Die Burg Theben wurde von den Franzosen gesprengt und ist bis heute eine Ruine am Zusammenfluss der Donau und der March. Durch Soldaten, die auf der Burganlage über Preßburg ihr Lager aufgeschlagen hatten kam es 1811 zu einem verheerenden Brand. Die mächtige Burg wurde dabei fast vollständig zerstört und erst in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.

Kultureller Frühling am Donauufer

Der strahlende Frühling in der slowakischen Hauptstadt ist schon seit Wochen an jeder Ecke spürbar. Die Straßen sind voll von Familien mit Kindern und jungen Leuten, die einen Kaffee oder erfrischende Getränke auf den Terrassen der lokalen Unternehmen genießen. Radwege und die umliegende Landschaft füllen sich mit Sportbegeisterten. Für Radfahrer, Inliner und Läufer bieten die Wege an der Donau entlang eine tolle Möglichkeit, seinen Sport nachzugehen. Aber auch Spaziergänger nutzen diese Wege gern.

Das kulturelle Frühjahr in der slowakischen Hauptstadt startet traditionell mit dem Open-Air-Festival „Majales“ (Maifest), welches erstmals im Jahr 2008 stattfand. Die Veranstaltung, die die kulturelle und gesellschaftliche Saison eröffnet, bringt Live-Konzerte unmittelbar neben der Donau, den Kreativ-Markt „Májový džem“ mit handgemachten Design-Produkten, das Diskussionsforum „Café Europa“, außergewöhnliche Sportvorführungen und schließlich ein Feuerwerk an der Donau. Für Kinder gibt es ein Theater und einen Zirkus mit Workshops. Neben dem kulturellen Programm können Sie eine große Auswahl an Gourmetspezialitäten aus einem reichen lokalen und internationalen Angebot genießen. Das Programm vom 4. bis 6. Mai 2018 ist voller Aktivitäten für jedes Alter.