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Nichts-Tag_02-01-17.jpgNichts-Tag 

Es gibt nichts, dass es nicht doch gibt. Und sei es noch so . . . .Am 16. Januar 2017 wird von einigen Amerikanern der nationale Nichts-Tag gefeiert. In den USA ist er als "National Nothing Day" bekannt und wurde 1973 durch den Journalist Harold Pullman Coffin ausgerufen. Er möchte damit seinen Landsleuten "wenigstens einen Tag geben, an dem sie einfach nur herumsitzen können, ohne irgendetwas zu feiern oder zu ehren."

Da der nationale Nichts-Tag ein "Nicht-Event" ist, soll er folglich auch nicht begangen werden. Mit anderen Worten: man soll absolut nichts tun, insbesondere auch nichts, was den Nichts-Tag betrifft. Wer arbeiten muss, weil er sich z.B. in einem Angestelltenverhältnis befindet oder zur Schule geht, hat daher in gewisser Hinsicht Pech gehabt. Wenn man sich schon in so einem Dilemma befindet, kann man aber wenigstens über eins nachdenken: ob nichts tun überhaupt geht. Denn es stellt sich die Frage: ist nichts tun nicht auch eine Arbeit? Schließlich muss man auch etwas machen und das ist das Nichts.

Der Frage, ob sich Nichts denken lässt oder nicht - und wenn ja, wie - ist in der Philosophiegeschichte auf sehr verschiedene Arten nachgegangen worden. Dabei wurde meist unterschieden zwischen einem relativen Nichts, das als Mangel oder Verneinung verstanden werden kann und einem absoluten Nichts, welches, da es sich nicht aus der Verneinung eines Seienden ergibt, bezugslos und differenzlos ist und damit potentiell undenkbar.

Nun könnte die Frage angeschlossen werden, ob sich die Amerikaner bei der Wahl ihres Präsidenten nichts gedacht haben. Das wäre nicht ausgeschlossen. Aber soweit wollen wir das Gedankenspiel nicht betreiben. Denn jede Nation hat die Regierung verdient, die es gewählt hat; sei es Deutschland, die Türkei als auch die USA. Auch Präsidenten haben eine Chance verdient.