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Park_der_Grten_Bad_Zwischenahn_04-05-18.jpgVergangenheit und Zukunft

Wussten Sie eigentlich, dass in jedem unserer Kurorte und Heilbäder ein Kurpark sein muss? Denn um die staatliche Anerkennung zu erhalten, ist ein Kurpark eine der zu erfüllenden Pflichtaufgaben. Einige Kurorte zelebrieren ihren Kurpark auf sehr hohen Niveau. Dazu gehören sicherlich die Parks in Bad Pyrmont und Bad Zwischenahn. Aber auch der Park in Bad Harzburg hat sich in letzter Zeit durch das Engagement der Verantwortlichen sehr stark verändert. Mit einem Kurpark altem Stil, in dem nur „kranke Menschen“ sich aufhalten, hat das nichts mehr zu tun. Ein Wandel ist eingetreten.

Seit 1999 wurde der Europäische Tag der Parks ins Leben gerufen wurde und wird jedes Jahr am 24. Mai begangen. Er dient u.a. dem Ziel, vorhandene Schutzgebiete in Form von Nationalparks, Biosphärenreservaten und/oder Naturparks bekannter zu machen und die Öffentlichkeit für die Wichtigkeit derselben zu sensibilisieren. Die zentrale Botschaft des

Europäischen Jahres des Kulturerbes 2018 lautet: „Wo die Vergangenheit auf die Zukunft trifft“.

Jedes Jahr werden dabei eine Vielzahl von Aktionen durchgefüghrt, die von Wanderungen und Fahrradexkursionen über Fotoausstellungen bis hin zu Informationsveranstaltungen verschiedener Schutzgebiete reichen.

Neben den 350 Kurparks in den deutschen Kurorten gibt es mehr als 300 Nationalparks in Europa. Der erste seiner Art in Europa wurde 1909 in Schweden. Der größte europäische Nationalpark mit 13 000 Quadratkilometern befindet sich in Island. Erst 1970 wurde der Begriff Nationalpark in Deutschland eingeführt mit der Gründung des Nationalpark Bayrischer Wald. In den deutschen Nationalparks gibt es rund 4000 verschiedene Pflanzenarten, circa 2500 Tierarten und rund 50 Millionen Besucher werden jährlich gezählt.

Alle Parkt zeichnen sich dadurch aus, dass sie Grüne Oasen für die Bürgerinnen und Bürger sind; sei es zur Erholung durch Spaziergänge, Wanderungen oder sportliche Aktivitäten. Neben den schon oben benannten gibt es unübersehbar vieler Parks und Gärten. Die Anlagen sind für Städter wichtige Orte, um ein bisschen Urlaub vom Alltag zu machen. Sie sind so wichtig wie die Naturparks.

So entstand 1865 z.B. durch das Engagement von 60 Bremer Bürger der rund 200 Hektar große Park mitten in der Hansestadt. Aber auch in Hannover entstanden ein bedeutender Park mit den Herrenhäuser Gärten. Denn als Sophie von der Pfalz im Jahr 1679 als Gattin des Landesherrn Ernst August zu Braunschweig-Lüneburg in die Provinz nach Hannover zog, war sie todtraurig. In Osnabrück, wo ihr Mann bis dahin Fürstbischof war, musste sie ihr neu erbautes Schloss aufgeben, vor allem aber den geliebten Garten. Als Trost ließ sie sich am neuen Residenzort einen Park nach ihren Vorstellungen herrichten. Aus diesem Park für eine einzelne Dame ist ein touristische Attraktion entstanden. Nebenbei bemerkt mussten dafür viele Bergleute im Harz unter Tage schuften, um das Erz zu fördern, was der Landesherr für den Bau von Schloss und Garten benötigte. Das dabei auch Kinderarbeit üblich war, sei nur am Rande erwähnt.

Heute können Spaziergänger die Kurparks und Gartenanlagen genießen. Diese werden von Menschen bevölkert, die sich auf den Wiesen sonnen, Fußball oder Federball spielen, grillen, Musik machen oder hören, lesen oder einfach nur faulenzen.

Parks sind heute ebenso beliebt wie zur Barockzeit. Aber heute zieht nicht nur die gut betuchte Obrigkeit aus ihnen Nutzen. Das ist auch gut so. Denn Parks dürften immer wichtiger werden. Sie bieten den Menschen eine Auszeit vom Alltag.

Wie viele Parks es überhaupt gibt, weiß wohl niemand. Das Problem fange schon bei der Definition an. Was ist noch ein Garten, was ist schon ein Park? Zum Beispiel heißt der Der Oldenburger Schlossgarten Garten, obwohl er schon eher ein Park. Umgekehrt sei der Stadtpark in Hannover doch eher ein Stadtgarten - wie er früher auch tatsächlich hieß.

Ein großer Erfolg ist der Park der Gärten in Bad Zwischenahn, der aus der ersten niedersächsischen Landesgartenschau 2002 hervorgegangen ist. Da in der Umgebung sehr viele Gartenbaubetriebe ansässig sind, kann der Park der Gärten als „das Schaufenster niedersächsischen Gartenbaus“ bezeichnet werden. Denn viele Gärtner und Baumschulen stellen hier Trends und Neuheiten den Besuchern vor. Doch alle Gärten, Parks oder wie sie auch benannten werden, haben eines gemeinsam: sie laden zum Besuch, Verweilen und zum Erholen ein.