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Nachhaltig_PET-Einwegflaschen_25-11-18.jpgRecycling

Die Getränkeindustrie ist der Haupttreiber bei der Verwendung von Einwegflaschen. Rund 46% - so jedenfalls ein Hersteller von Verpackungsmaschinen – sei der Anteil an Kunststoffflaschen. Und die Nachfrage steigt weiter. Doch andererseits werden auch verstärkt recyceltes Material verwendet. Deren Vorteil liegt klar auf der Hand: das Material kann undendlich oft wieder verwendet werden. Und der Schlüssel für noch nachhaltigere PET-Einwegflaschen ist der verstärkte Einsatz von Recyclingmaterial (rPET). Das ist das Ergebnis einer Informationsveranstaltung der RAL Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET Getränkeverpackungen und des Forum PET in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen. Auf der BrauBeviale diskutierten sie mit unabhängigen Verpackungsexperten über die ökologischen und qualitativen Auswirkungen auf die PET-Flaschen.

Nach Ansicht der Experten kann der aktuelle Stand nicht das Ende der Aktivitäten zum Einsatz des Recyclingmaterials sein. Zurzeit bestehen PET-Einwegflaschen durchschnittlich zu gut 26 Prozent aus recyceltem PET-Material. Um den Wertstoffkreislauf zu stärken, soll in Zukunft mehr rPET für das Flasche-zu-Flasche-Recycling zur Verfügung stehen.

Mehr als 97 Prozent der PET-Einwegflaschen werden in Deutschland recycelt. Das ist bereits ein sehr hohes Niveau dank des hierzulande geltenden Einwegpfandes“, betonte Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin Kreislaufwirtschaft bei der IK Industrievereinigung Umweltverpackungen. „Zwei Drittel des recycelten PET-Materials gehen aber in branchenfremde Bereiche wie Folien oder Textilien.“

Handel kann andere Akteure der Wertstoffkette verpflichten

Insbesondere den Handel sieht Irina Bremerstein, Geschäftsführerin der RAL Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET-Verpackungen, in der Position, die rPET-Mengen in Getränkeflaschen zu erhöhen: „Der Handel hat eine herausgehobene Stellung innerhalb des Wertstoffkreislaufs. Er ist in der Lage, Abnehmer gebrauchter PET-Flaschen und ihre Getränkezulieferer dazu zu verpflichten, das Recyclingmaterial im Flasche-zu-Flasche-Kreislauf zu halten.“

Durchweg positive Auswirkungen haben erhöhte rPET-Mengen dabei auf die Umweltbilanz. „Haupttreiber von verbesserten Ökobilanzen sind bei PET-Einwegflaschen zum einen die Reduzierung des Verpackungsmaterials – da ist die Getränkebranche schon sehr weit – und die Erhöhung der Rezyklatmenge“, sagt Jonas Harth, Ökobilanzexperte des unabhängigen ifeu-Instituts. „Die Erhöhung der Menge an Recyclingmaterialmenge pro Flasche ist daher empfehlenswert.“ Dass sich nicht nur multinationale Getränkeunternehmen Ziele für den Einsatz der Rezyklatmenge setzen, begrüßen die Ökobilanzexperten des ifeu.

Appell an die Akteure des PET-Kreislaufs

Probleme bei der Machbarkeit entkräftet Dr. Frank Welle, Verpackungsexperte des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV: „rPET verfügt über eine hohe Qualität. Das zeigen nicht zuletzt die Zulassungen des Materials für Getränke durch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.“ Zugleich richtete er einen Appell an die Akteure entlang des Wertstoffkreislaufs: „Der Einsatz von rPET ist machbar. Das zeigen auch bereits zahlreiche Beispiele am Point of Sale.“

Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Denn Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle hört nicht an Grenzen auf. Sicherlich können wir Deutschen stolz auf unsere hohe Recycling-Quote sein. Doch da geht noch mehr, wenn alle Kunststoffmaterialien wie Saftflaschen ebenfalls befandet werden. Auch der Export des Wissens über unser Recyclingsystem in unsere Nachbarländer hilft unser Europa, unsere Urlaubsländer sauber zu halten. Denn wer durch südeuropäische Landschaft mit ihren herrlichen Wäldern, Wiesen und Stränden gefahren ist verzweifelt an den offenen Müllkippen mit den herumfliegenden Müll. Hier zu helfen gehört auch zu einem vereinten Europa.