Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

Global_Recycling_Day_23-03-18.jpgEin neuer Tag

Wiederverwerten gehört heute zu den wesentlichen Materialien unserer Produktionsprozesse. Aber nicht nur Wiederverwerten ist entscheidend. Wichtiger erscheint die längere Verwendung der Produkte um möglichst wenig Rohstoffe einzusetzen. Das ist gerade bei den Rohstoffen wichtig, deren Wiederverwendung schwierig ist, da ihr Vorkommen begrenzt ist, wie z.B. Rohöl. Wenn heute Bekleidung aus Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) hergestellt wird, ist ihre Langlebigkeit oder Recyclefähigkeit wichtig damit der Resourcenverbrauch so gering wie möglich ist. Um das Recyclen stärker ins Bewußtsein von uns Menschen zu rücken, fand am 18. März 2018 zum ersten Mal der Global Recycling Day statt. Ziel der Initiative des Bureau of International Recycling (BIR) ist es, zum Umdenken zu bewegen, auf die große Bedeutung des Recyclings für die Zukunft unseres Planeten hinzuweisen und weltweit Verbindungen und gemeinsame Herangehensweisen zu schaffen. Auf der ganzen Welt fanden aus diesem Anlass Aktionen rund um das Motto „reduce, reuse, recycle“ statt. Neben der Teilnahme an diesen Aktionen und der Information auf der Webseite des Projektes konnten und können Interessierte sich auch engagieren, indem sie eine Petition unterzeichnen, die die Vereinten Nationen dazu auffordert, sich um ein konsequentes Recycling-Konzept zu bemühen. Was an diesem Tag passiert ist und was jeden Tag in Sachen Recycling möglich ist, zeigen ein paar Beispielen.

Paddeln gegen Plastik

Das Team des Gili Lankanfushi auf den Malediven setzt sich durch zahlreiche Initiativen für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Plastik ein, zum Beispiel durch regelmäßige Mitarbeiterschulungen und eine strikte „no plastic policy“. Denn die hohe Plastikbelastung des Meeres ist eine massive Bedrohung für das empfindliche Ökosystem der Unterwasserwelt rund um die Resortinsel. Am Global Recycling Day organisierte das Meeresbiologen-Team des Gili Lankanfushi deshalb einen spielerischen Ausdauer-Wettkampf im Stehpaddeln: beim „Paddle against Plastic“ legten die Mitglieder des Gili-Teams eine Strecke von 14 km zurück und sammelten dabei Plastikmüll von der Meeresoberfläche. Auf diese Weise bezogen sie einmal mehr Stellung zur übermäßigen Plastik-Nutzung auf den Malediven und engagierten sich für ein geschärftes Bewusstsein für dieses Thema.

Stylische Mode aus Plastikmüll

In der thailändischen Provinz Chumphon fand bereits zwei Tage früher, am 16. März, eine Strand- und Meersäuberung statt, die von Thailands Tourismus- und Sportminister Weerasak Kowsurat angeleitet wurde. Unterstützung erhielt er dabei von zahlreichen Regierungsvertretern, Freiwilligen und insgesamt 75 Tauchern. Nicht nur in der Zeit um den Recycling Day, sondern immer und überall in Thailand ist die Initiative „Upcycling the Oceans, Thailand“ aktiv. Gegründet als Zusammenarbeit zwischen dem Thailändischen Fremdenverkehrsamt (TAT), der gemeinnützigen Organisation Ecoalf Foundation und dem Petrochemie-Unternehmen PTT Global Chemical Public (PTTGC) hat sie sich zum Ziel gesetzt, in der Zeit von 2017 bis 2019 alle Fischer und Strandsäuberungs-Verbände Thailands zu koordinieren, um Müllsammlungen zu organisieren und zu systematisieren. Aber damit nicht genug: Aus dem gesammelten Plastik werden schließlich Fäden hergestellt und Stoffe gewoben. Um die Weiterverarbeitung in stylische Kleidung oder Accessoires wie Schuhe und Taschen kümmert sich dann das Modelabel Ecoalf.

Kreatives Recycling in Indien

Wie und was man im Hotelbetrieb alles recyceln kann, machen die CGH Earth-Hotels in Indien vor. In der eigenen Biogasanlage des Coconut Lagoon werden zum Beispiel Speisereste zu Gas weiterverarbeitet, das dann wieder zum Kochen verwendet werden kann. Aus der übrigen Schlacke und trockenen Blättern wird außerdem ein umweltfreundlicher Dünger für den Garten des Coconut Lagoon hergestellt. Abwasser wird hier durch ein spezielles Filtersystem geklärt und für die Bewässerung des Gartens und die Toilettenspülungen genutzt. Das Spice Village recycelt Packkisten aus Kiefernholz und baut daraus Möbel für die Ausstattung der Zimmer. Außerdem gibt es im Spice Village ein Zentrum für handgemachtes Papier, in dem alte Zeitungen und Zeitschriften weiterverarbeitet werden. Nach einer jahrhundertealten Methode, für die Klebemittel aus der Blattkrone der Ananas verwendet wird, stellt das kleine Team Papier für Briefe, Einladungen oder Handbücher her.