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Reiseanalyse_09-03-17.jpgTerror bremst den Reiseweltmeister 

Für viele Menschen in Deutschland spielen die Terroranschläge der letzten Jahre eine Rolle, wenn sie an ihre Urlaubsreise 2017 denken. 38% der Bevölkerung fühlen sich durch den Terror in ihrer aktuellen Reiseplanung beeinflusst. Viele von ihnen machen sich allgemein Sorgen (50%) oder wollen am Reiseziel besonders vorsichtig sein (27%). 41% möchten nicht in ein islamisches Land, 18% ein eigentlich bevorzugtes Reiseziel nicht besuchen. Ein kompletter Urlaubsverzicht kommt allerdings für fast niemanden in Frage. Das zeigt sich auch in den geäußerten Urlaubsabsichten für 2017: 69% der Menschen in Deutschland wollen sicher oder wahrscheinlich verreisen (2016: 70%), nur 12% wollen sicher nicht verreisen (2016: 12%). Die Marktentwicklung der letzten zwei Jahre scheint sich also fortzusetzen. Sie ist gekennzeichnet durch Verschiebungen in der Reisezielwahl und beim Reiseverhalten, in Abhängigkeit von den aktuellen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig ist die Urlaubsgesamtnachfrage der Deutschen sehr stabil. Für das vergangene Jahr ermittelt die Reiseanalyse ein stabiles Urlaubsvolumen auf sehr hohem Niveau: 2016 lag die Urlaubsreiseintensität bei 77%. Dies ist der Anteil der Bevölkerung, der im Jahr mindestens eine Urlaubsreise von mindestens 5 Tagen Dauer macht. Damit machten 53,4 Mio. Urlaubsreisende 68,7 Mio. Urlaubsreisen. Die Ausgaben für diese längeren Urlaubsreisen summierten sich auf € 67,5 Mrd. Dazu kommen 33,0 Mio. Kurzurlaubsreisende mit 80,5 Mio. Reisen von 2-4 Tagen Dauer. Hier liegen die Gesamtausgaben bei € 20,4 Mrd. Bei der Anzahl der Kurzurlaubsreisen gab es leichte Zuwächse im Vergleich zu 2015. Der Terror beeinflusst die Reiseplanung der Deutschen Terror wirkt auf die Reisezielwahl und das Reiseverhalten, dämpft aber nicht die allgemeine Reiselust.

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) freut sich, erste ausgewählte Ergebnisse aus der aktuellen Reiseanalyse 2017 mitzuteilen. Die seit 47 Jahren jährlich durchgeführte Reiseanalyse gilt als detaillierteste Untersuchung zur deutschen Urlaubsreisenachfrage. Die FUR ist eine neutrale, nicht kommerzielle Interessengemeinschaft der Nutzer von Tourismusforschung. In ihrem Auftrag wird jährlich die Reiseanalyse erstellt.

Die Verunsicherung durch die Terroranschläge 2015/2016 hat auch das Reiseverhalten 2016 beeinflusst. Dies zeigt sich am deutlichsten bei den Urlaubsreisezielen. Die Türkei verliert im Vergleich zu 2015 23% an Urlaubsreisen, Nordafrika verzeichnet einen Rückgang von 29%. Ebenfalls auf der Verliererseite: Frankreich mit -15%. Auf der Gewinnerseite stehen am Mittelmeer Spanien und Griechenland. Auch das Inland sowie einige Ziele in der Nähe, wie Österreich, Niederlande und Skandinavien, haben ihre Marktanteile erhöhen können. Trotz dieser Entwicklungen sind die Türkei und auch Ägypten weiterhin bedeutende Urlaubsziele der Deutschen. Insgesamt bleibt das Ranking der wichtigsten Reiseziele stabil: Im Ausland baut Spanien seine Vorreiterrolle weiter aus. Es folgen Italien, die Türkei und Österreich. Im Inland verzeichnen vor allem die TOP5 Marktanteilszuwächse, dabei wetteifern Mecklenburg-Vorpommern und Bayern um Platz 1 und Niedersachsen und Schleswig-Holstein um Platz 3. Verschiebung der touristischen Reiseströme in Europa Deutliche Rückgänge in der Türkei, in Nordafrika und Frankreich. Zuwächse in Spanien und Griechenland, im Inland und in vielen Nachbarländern. Die Reisezielrankings im In- und Ausland bleiben aber stabil. Die Werte beziehen sich auf Urlaubsreisen (ab 5 Tagen Dauer) der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre. Geschäftsreisen und Reisen unter 5 Tagen Dauer sind in dieser Übersicht nicht enthalten. Dies ist u. a. beim Vergleich mit den statistischen Angaben der Länder zu berücksichtigen, die verschiedene andere Abgrenzungskriterien verwenden. Die positive Entwicklung bei Zielen im Inland und im nahen Ausland geht einher mit einem leichten Anstieg der PKWReisen und einer stärkeren Nutzung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Die Ausgaben für Urlaubsreisen lagen 2016 rund 3% höher als im Vorjahr. Dabei waren die Steigerungen im Inland (+ 8%) stärker als bei Auslandsreisen (+ 3%).

luckx – das magazin wird weiter darüber berichten.