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BSC_0555.JPGSicher reisen

Wir befinden mitten in der Sommerreisezeit. Für einige ist der Urlaub vorbei und sie stecken mit beiden Ohren wieder tief im Tagesgeschäft. Für andere geht die Reise erst los. Doch was allen wichtig ist, ist die Urlaubsreise zu genießen. Der Genuss hört dann auf, wenn es zu einem Unfall kommt oder Verspätungen oder sonstigen Unannehmlichkeiten auftreten. Viele Dinge lassen sich verhindern, wenn Sorgfalt und Aufmerksamkeit aus dem Alltagsleben auch im Urlaub gelebt wird. Doch da sind wir manchmal etwas nachlässig, denn Urlaub ist Urlaub. Aber nicht von allem.

Wer mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs ist, hat sich beim Kauf viel Mühe mit der Auswahl gegeben. Es wurden Prospekte gewälzt, Messen besucht und auch im Internet recherchiert. Und dann wurde endlich das passende Schmuckstück gefunden. Komfortabel soll es sein und ansprechend im Design - aber vor allem soll es eins sein: sicher. Deutschlands Wohnmobilfahrer und Wohnmobilinteressierte haben klare Vorstellungen, wenn es um das Thema Ausstattung geht. Für 50 Prozent hat der Faktor Sicherheit dabei den höchsten Stellenwert. Auf Platz zwei rangiert Komfort (33%). Technik-Aspekte sowie Stauraum spielen für jeweils 7 Prozent bei der Wahl eines Reisemobils die Hauptrolle. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag Reisemobilherstellers Niesmann+Bischoff.

Weitere Erkenntnisse der Studie: 71 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass Airbags zur standardmäßigen Serienausstattung eines Wohnmobils gehören. Dabei sind Airbags an Bord von Wohnmobilen gesetzlich nicht verpflichtend und in vielen Fahrzeugen, insbesondere auch in luxuriösen Reisemobilen, überhaupt nicht eingebaut. Auf die Frage, ob man in einem Wohnmobil ohne Airbags überhaupt verreisen würde, sagen 16 Prozent der Wohnmobilfahrer und Wohnmobilinteressierten "auf keinen Fall" und 29 Prozent "wahrscheinlich nicht". Dem gegenüber stehen 10 Prozent, die auf jeden Fall auch mit einem Wohnmobil ohne Airbags verreisen würden. 16 Prozent würden dies nach eigenen Angaben wahrscheinlich tun.

Ein weiterer Aspekt sticht in der Studie heraus: 37 Prozent der Wohnmobilfahrer und -interessierten wären in jedem Fall bereit, beim Kauf eines neuen Wohnmobils zusätzlich Geld zu investieren, um das Fahrzeug mit Airbags auszustatten, sollten die Schutz bietenden Aufprallkissen nicht zur Serienausstattung gehören. Exakt ein Viertel der befragten Wohnmobilfahrer und -interessierten (25%) geben an, dass sie wahrscheinlich für den Einbau von Airbags Geld ausgeben würden. Dabei würden 39 Prozent der Befragten, die bereit wären, Geld in Airbags zu investieren, zwischen 200 und 500 Euro zusätzlich bezahlen; 17 Prozent sogar mehr als 500 Euro. Und noch eine Erkenntnis bringt die Studie: Reisen als Duo ist angesagt - rund zwei Drittel der befragten Wohnmobilfahrer und -interessierten (65%) würden voraussichtlich zu zweit im Wohnmobil auf Touren gehen.

Fazit: Beim Reisen mit dem Wohnmobil wird das Thema Sicherheit groß geschrieben. Wer als Verbraucher davon ausgeht, beim Kauf eines Wohnmobils Airbags an Bord zu haben, sollte die Ausstattung des Fahrzeugs genau unter die Lupe nehmen.

Und ehrlich gesagt: es kann nicht sein, was in LKW schon serienmäßig ist, Wohnmobilkäufer mit zusätzlichen Kosten zu belasten. Wohnmobilfahrer sind meist auch PKW Fahrer. Da steht zuhause meist ein Fahrzeug der Mittel- oder Oberklasse herum. Die Sicherheit und der Komfort in diesen Fahrzeug entspricht dem Stand der Technik; auch wenn das Fahrzeug vielleicht schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Doch beim Wohnmobil erinnert die Sicherheitsausstattung eher an die 70er Jahre. Auch das Gewicht und die Verarbeitung lassen zu wünschen übrigen. So werden immer noch Aufbautüren und Klappen verbaut, bei denen die Scharniere außen liegen. Wie bei den ersten VW Bulli vor 60 Jahren. Das Material des Aufbaus hat sich nur unwesentlich verändert und erinnert an die ersten Wohnwagen. Zwar ist die Außenhaut meist GFK um Hagelbeulen zu verhindern und die Versicherungsprämien niedrig zu halten. Doch wer drei Jahre im Süden Europas die anspruchsvollen Straßen nutzt, kann schon gleich ein neues Fahrzeug bestellen. Da klappert einfach alles. Bei dem beliebten 3,5 Tonnen Fahrzeugen (wegen der Führerscheinklasse) ist die Zuladung so gering, dass ein Urlaub mit vier Personen immer zum Überladen führt. Oder das Wohnmobil ist so minimalistisch ausgestattet, dass die Reise unnötig anstrengend wird. Es fehlt Wasser zum Duschen, Stromwandler für 230 Volt zum Betrieb von Fön oder Toaster, Klimaanlage und Solarzellen sind ebenfalls Fehlanzeige. Schall- und Wärmedämmung erinnert eher an ein Cabrio. Da stehen noch viele Aufgaben für alle Hersteller im Pflichtenheft. Trotzdem: reisen mit dem Wohnmobil ist wahrscheinlich die schönste Art zu reisen.

Hinweis zur Studie:

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2055 Personen zwischen dem 04.06.2018 und 06.06.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.