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Einkaufsstrae_c_pixabay.JPGSchnäppchenjagd

Am 25. November beginnt mit dem „Black Friday“ für die Amerikaner offiziell die Einkaufssaison für Weihnachten. Diesen Start läuten die Geschäfte mit extra ausgedehnten Öffnungszeiten und zahlreichen Sonderangeboten und Rabatten nur für diesen Tag ein. Diese moderne Tradition hat auch in Deutschland Anklang gefunden, wobei die Rabattschlacht aber vor allem online ausgetragen wird. Luckx – das magazin ist der Frage nachgegangen, warum solche Sonderangebote so reizvoll sind. Wir haben Prof. Dr. Alfred Gebert, Reisepsychologe, befragt und ließen uns das Phänomen Schnäppchenjagd erklären und warum so viele Menschen gerade an Tagen wie dem „Black Friday“ zuschlagen.

Warum jagen wir Schnäppchen?

Prof. Dr. Alferd Gebert: „Wir wollen beides sein, Genießer und Schnäppchenjäger. Alle sparen - Geiz ist geil - gleichzeitig leisten wir uns aber auch Luxus: mit der Low-Cost-Airline zum Shopping-Trip nach London, Last-Minute-Urlaub im Luxushotel oder einen Aufenthalt im exklusiven Wellnesshotel zum Schnäppchenpreis. Wer Schnäppchen jagt, genießt nicht nur, gespart zu haben, sondern fühlt sich anderen Konsumenten gegenüber auch überlegen. Für den richtigen Genießer zählt vor allem das Erlebnis. Ihm sind die Kosten egal und er ist stolz darauf, sich etwas zu gönnen.“

Warum schlagen wir gerade jetzt am „Black Friday“ zu?

Prof. Dr. Alfred Gebert: „Der Black Friday vermittelt das Gefühl einer besonderen Chance, da es diese Sonderangebote nur an diesem einen Tag gibt. Viele Konsumenten schlagen dann an solch einem Schnäppchen-Tag zu, um dem Gefühl zu entgehen, den möglicherweise günstigsten Zeitpunkt verpasst zu haben.“

Wer kauft was?

Prof. Dr. Alfred Gebert: „Der konservative Käufer entscheidet sich gern für hochpreisige Waren, mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat. Der moderne Konsument bevorzugt preiswerte Produkte, möchte aber auf nichts verzichten. Er wohnt in einer Wohngemeinschaft, fährt aber ein schnelles Auto, seine Wohnung ist mit Designer-Schreibtisch und Ikea-Möbeln eingerichtet und er fliegt mit einer Low-Cost-Airline ins Luxushotel. Der moderne Konsument ist ein Chamäleon: Die teure Armbanduhr beim Studenten kann ebenso täuschen, wie die Jeanshose beim Professor.”

Wie hat sich unser Schnäppchenverhalten im Vergleich zu früher verändert?

Prof. Dr. Alfred Gebert: „Die Zeit erscheint den Menschen heutzutage knapper. Konsumenten verhalten sich nicht mehr vernünftig und rein rational oder markengesteuert wie früher. Es werden sowohl besonders günstige Produkte gekauft als auch hochwertige Luxusprodukte. Hierbei zeichnet sich ab, dass Männer von Frauen lernen können, wenn es darum geht sinnvoll einzukaufen: Frauen kaufen vernünftigere Produkte, da sie in diesem Bereich selbstbewusster sind und ihren Kaufentscheidungen höhere Ansprüche zugrunde legen.“