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ASC_3709.JPGNah dran

In der Schule soll ja für´s Leben gelernt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass auch das Lernmaterial – sprich die Schulbücher – lebensnah die Welt darstellen. Schulbücher, in denen noch der Einsatz von Rechenschieber (was ist das denn?) oder Taschenrechner vermittelt werden anstatt das Smartphone einzusetzen, sind jenseits unserer heutigen Welt. Aber so etwas wird es bestimmt nicht mehr geben.

Nun hat das Georg-Eckert-Institut - Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und erstmals mit dem Didacta Verband als neuen Partner den Preis "Schulbuch des Jahres" vergeben. Neun Lehrwerke wurden jetzt von der Experten-Jury aus Wissenschaft, Schulpraxis und Verlagen prämiert.

In diesem Jahr wurden Schulbücher für die Sekundarstufe I in den Kategorien Sprachen, Gesellschaft und MINT ausgezeichnet. Schulbuchverlage, Lehrende und Lernende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben über 50 Lehrwerke eingereicht.

Eindeutiger Trend bei den eingereichten Werken ist, das Fachwissen in lebensweltliche und gesellschaftliche Kontexte einzubinden. Besonders in der Kategorie Sprachen vermitteln die Bücher realistische Gesellschaftsbilder, indem beispielsweise familiäre Konflikte, Kinder aus Patchwork-Familien oder auch Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, thematisiert werden. Die Schulbücher sensibilisieren interkulturell, beschäftigen sich mit Alltagsfragen oder greifen Jugendsprache auf.

Eine Experten-Jury hat die Lehrwerke intensiv begutachtet und drei Werke je Kategorie nominiert ( www.gei.de/stipendien-preise/schulbuch-des-jahres/nominierungen/2018.html). Dabei waren folgende Kriterien ausschlaggebend: didaktische Gesamtkonzept, fachliche Korrektheit und Aktualität, kreative Umsetzung der Bildungsstandards, Schülerorientierung, Aufgabenkultur und Gestaltung.

Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, Direktor des Georg-Eckert-Instituts und Juryvorsitzender, zeigte sich von vielen Schulbüchern beeindruckt: "Auf die meisten Schulbücher in Deutschland treffen viele der genannten Qualitätsmerkmale zu. Sicher gibt es immer mal wieder Mängel, wenn etwa eine Quelle, der Begleittext und das dazugehörige Bild nicht zusammenpassen oder Inhalte falsch oder nicht aktuell sind, aber das ist sicher nicht die Regel. Positiv aufgefallen sind in diesem Jahr auch die zahlreichen ergänzenden Materialien wie Arbeitsblätter, DVDs und weiterführende Internet-Links, die vielfältige Differenzierungsmöglichkeiten bieten."

Seit 2012 vergibt das Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) den Preis, seit 2016 gemeinsam mit der bpb, mit dem Herausgeber und Autoren für die Entwicklung und Umsetzung besonders innovativer Schulbuchkonzepte ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz. Zielsetzung ist es, für die gesellschaftliche Bedeutung von Schulbüchern zu sensibilisieren, Debatten über die Qualität von Schulbüchern anzuregen und zu einer fortlaufenden Weiterentwicklung von Schulmaterialien beizutragen. Erstmals in diesem Jahr fand die Preisverleihung auf der didacta statt.

In der Kategorie „Gesellschaft“ wurde das mBook Geschichte vom Cornelsen Verlag ausgezeichnet. Mit einem persönlichen Video-Statement leiten die Autoren des mBook Geschichte ihre Kapitel ein und erklären, warum sie das Thema wichtig finden. So macht das digitale Lehrwerk deutlich, dass Geschichte immer aus einer Perspektive erzählt wird. Herausragend ist die Verlinkung mit frei verfügbaren Materialien im Netz, die vielfältige Gegenwartsbezüge ermöglichen und das Fach Geschichte spannend machen.