Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

Selbständig_scheitern 05-08-19.jpgScheitern verhindern

Im Urlaub kommen viele Menschen endlich zur Ruhe und können sich manchmal sich selbst widmen. Viele Gedanken drehen sich dann doch um die Arbeitswelt. Und Gespräche mit Urlaubsbekanntschaften fördern neue berufliche Ideen zu Tage, die auf einmal ganz neue Perspektiven ergeben. Da entstehen Ideen für eine Selbstständigkeit. Doch ist die Idee auch wirklich tragfähig?

Studien belegen, dass oft nicht die Erstentwickler eines Produkt erfolgreich am Markt ist, sondern der sogenannte „Zweitverwerter“: Konkurrenz-Firmen oder Investoren, welche die Fehler des Vorgängers/Start-Ups analysieren, korrigieren und dann mit einer geschickten Marketingstrategie in den Markt gehen – und das deutlich erfolgreicher als das Original, da meist mehr Kapital für das Thema Vermarktung verfügbar ist.

Die häufigsten Gründungsfehler von Startups

In zahlreichen Artikeln werden immer wieder die gleichen Punkte aufgeführt. Hauptgrund ist eine zu geringe Kapitaldecke, so dass eine große Anzahl der Firmengründungen nach einem Jahr wieder vom Markt ist. Auch dass der Produktnutzen bzw. der Bedarf am Markt nicht ausreichend ist oder das Team oder der Standort nicht passt, wird für ein Scheitern verantwortlich gemacht. Kennt jeder und ist nichts Neues. Dies kann man sich denken und im Vorhinein mit guter Planung bereits ausklammern. Es gibt aber Gründe für das Scheitern, die bisher wenig beachtet wurden in den vielen Checklisten nicht auftauchen.

Selfmade Marketing und mangelnder Vertrieb

Marketing in all seinen Formen, Print, Web und Social Media wird oft in seiner komplexen Zusammenwirkung nicht verstanden und kontraproduktiv eingesetzt, Absatzmärkte falsch analysiert. Hier sollte unbedingt auf die Kompetenzen von Profis zurückgegriffen werden.

Im Prinzip lässt sich hier sagen: Der Gedanke, dass die Qualität eines Produktes alleine schon reicht, um Kunden zu gewinnen, ist nicht richtig. Der Kunde muss auch wissen, dass es dieses Produkt überhaupt gibt!

Die Qualität eines Produktes ist nur die Grundvoraussetzung, um am Schluss einer langen Kette von Maßnahmen (Corporate Design, Marketing, Vertrieb) Erfolg am Markt zu haben und Umsätze zu generieren. Wer kein Geld in den Vertrieb investiert, ist schnell aus dem Rennen. Das Produkt muss von Vertriebskanälen und Aufmachung exakt die Zielgruppe ansprechen.

Unprofessionelles Corporate Design

Ein Aspekt, der meist übergangen wird und zu wenig Augenmerk bekommt, ist das Corporate Design. So gestalten junge Unternehmen oder Start-Ups aus Kostengründen ihre Außendarstellung selbst. Da wird ein Logo in PowerPoint gebastelt und eine Website schnell mit einem Baukastensystem zusammengeschustert. Dabei wird übersehen, dass gerade bei einem neuen Produkt Kunden erst einmal von dessen Qualität überzeugt werden wollen.

Warum und wann wird ein Produkt gekauft?

Auch das beste Produkt/Dienstleistung verkauft sich nicht von selbst. Neben Vertriebspartnern sind professionelles Marketing und Außendarstellung extrem wichtig. Vertraute, bekannte und attraktiv gestaltete Produkte werden immer deutlich mehr gekauft als unbekannte oder unansehnliche (günstig aussehende) Produkte.

Menschen wollen inspiriert und verführt werden

Corporate Design ist die Antwort für ein schlüssiges und attraktives Produkt, das gekauft wird. Design und Aufmachung sind vergessene Punkte, die oftmals unter vielen Gründen für das Scheitern eines neuen Produktes untergehen. Dies wird aufgrund von Budgeteinsparungen gern übergangen. Bei der Vermarktung muss verstanden werden, wie die Psyche mit Wahrnehmung und Entscheidungsfindung eines Menschen funktioniert, warum er ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen will: Menschen wollen nicht nur den Nutzen, sie wollen eine Emotion, inspiriert und verführt werden.

Ein paar Tipps zur Außendarstellung:

Neben der Leidenschaft und dem Einsatz sollte der Wille da sein, das Produkt den Marktgegebenheiten und der Zielgruppe oder Szene anzupassen und immer weiter zu verbessern.

Die Entwicklung/das Produkt sollte in regelmäßigen Abständen durch externe Berater immer wieder kritisch auf den Prüfstand gestellt werden.

Jeder sollte sich auf seine Kernfähigkeiten konzentrieren. Bereiche, in denen die eigene Kompetenzen nicht ausreichend ist, sollte an professionelle Partner ausgelagert werden.

Das Eingestehen von Fehlentscheidungen. In Deutschland wird immer noch zu oft Scheitern mit Versagen gleichgesetzt, anstatt Fehlentscheidungen als Teil eines wichtigen und auch normalen Lernprozesses zu sehen. Die Folge ist ein oft zu langes Festhalten an falschen Entscheidungen – ein Scheitern ist somit vorprogrammiert.

Wer dann nach allen Überlegungen zum Ergebnis kommt, die Selbständigkeit ist die richtige Entscheidung für die private und berufliche Zukunft, sollte umgehend starten und sich darauf konzentrieren.